E-Scooter: Stadt Regensburg schafft weitere Parkplätze

E-Scooter sind beliebt in Regensburg. Doch die herumliegenden Roller sind auch eine Hürde für Familien und Senioren. Abstellflächen an „Hotspots“ sollen das Problem lindern.
Seit einer der in Regensburg aktiven E-Scooter-Verleiher auch Pedelecs im Angebot hat, ist es noch enger geworden auf den Geh- und Radwegen. Die Brücke-Fraktion im Stadtrat will mehr Platz schaffen. Sie hat am Dienstagabend im Planungsausschuss Abstellflächen für Leih-E-Scooter auch außerhalb der Innenstadt gefordert – mit Erfolg.
1250 E-Scooter sind genehmigt
1250 Scooter und 240 E-Bikes dürfen aktuell in Regensburg unterwegs sein, das ist der Stadt zufolge beantragt und genehmigt; im Winter verleihen die fünf hier aktiven Anbieter aber deutlich weniger. Die Brücke-Fraktion hatte im Juli 2023 die Einführung fester Abstellorte für Leih-E-Scooter beantragt – und war damit letztlich zum Teil erfolgreich. 2024 schuf die Stadt 38 solcher Parkplätze in der Innenstadt. Am Dienstag stellte Brücke-Fraktionschef Thomas Thurow klar, die Brücke sehe die Scooter als „Teil der Mikromobilität“, mit ihnen könne die „letzte Meile zurückgelegt werden“. Da der von ihnen ausgelöste „Wildwuchs“ aber gerade Menschen mit Behinderung oder mit Kinderwagen und Radfahrer beeinträchtige, schlage die Brücke vor, „dass wir dem genauso entgegenwirken, wie wir es in der Altstadt machen, wo wir sehen, dass es gut funktioniert“.
Lothar Backhaus, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, entgegnete: „Über die Altstadt hinaus würden wir nicht empfehlen, weitere flächendeckende Abstellzonen zu machen.“ Für ein dichtes Netz gebe es keinen Bedarf, ein dünneres würde von Betreibern und Nutzern nicht akzeptiert. Die Verwaltung sei dafür, punktuell Flächen auszuweisen, wo sie besonders nötig sind, etwa an den Arcaden und der Universität. „Wir würden anlassbezogen, hotspotbezogen die Gespräche mit den Betreibern führen.“ Interessant seien auch Abstellzonen bei großen Arbeitgebern, ergänzte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Einer entsprechenden Änderung ihres Antrags stimmte die Brücke zu; am Ende war der komplette Ausschuss für die Parkplätze an den Hotspots.
Auch Verkehrsclub und Seniorenbeirat für Abstellflächen an Hotspots
Auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland befürwortet diese Lösung. Kreischef Wolfgang Bogie sagt: „Einerseits ist es wichtig, den oft sowieso knappen Raum für Fußgänger vor ungünstig abgestellten E-Scootern zu schützen, anderseits lebt das Leihsystem E-Scooter davon, dass man nah an sein Ziel kommt und den Scooter auch dort abstellen kann.“ Deshalb könne sich der VCD keine flächendeckende, erzwungene Abstelllösung vorstellen, wohl aber „markierte Abstellflächen an Stellen, wo gehäuft E-Scooter nicht sachgerecht abgestellt werden“. Bogie appelliert auch an die Bürger, solche Orte jetzt der Stadt zu melden, „damit kein Hotspot übersehen wird“.
Zu den Befürwortern von Abstellflächen zählt auch Klaus Steiner, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Gerade Senioren mit Rollator oder Rollstuhl würden behindert von herumliegenden Leih-Scootern. „Ich würde es begrüßen, wenn da mehr Disziplin reinkommt“, sagt der 71-Jährige. Da seien aber auch die Anbieter gefragt.