Die „Single-Hauptstadt“ in Zahlen: Darum lebt der Regensburger so gern alleine

Von Jonas Raab · 19. Februar 2025 um 09:00

Nirgendwo in dieser Republik leben so viele Menschen alleine wie in Regensburg. Kürzlich ging die Oberpfalz-Metropole – wie immer, wenn diese Studie veröffentlicht wird – als „Single-Hauptstadt“ durch die Medien. 2024 lag der Anteil der Einpersonenhaushalte demnach bei 54,3 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt. Wir haben uns weitere spannende Zahlen besorgt.

In Regensburg leben mehr Frauen als Männer

Ende 2023 zählte die Stadt genau 177.123 Regensburger: 87.223 Männer und 89.900 Frauen. Das waren 1752 Einwohner mehr als im Jahr zuvor. 2020 lag die Einwohnerzahl letztmals unter 170.000. 96.927 der Einwohner von 2023 waren ledig, 59.635 verheiratet, 12.157 geschieden und 8404 verwitwet.

Ein Drittel aller Regensburger wohnt allein

Die 177.123 Regensburger verteilten sich im Dezember 2023 auf 100.383 Haushalte; im Schnitt lebten also knapp 1,8 Personen in jedem Haushalt. Fast ein Drittel aller Regensburger (57.295 Personen) lebte Ende 2023 jedoch allein – das machte rund 57 Prozent aller Wohnungen und Häuser zu Single-Haushalten. Die städtischen Zahlen liegen somit noch höher als die eingangs erwähnte Single-Quote des Nürnberger Unternehmens GfK: Sie lag für 2023 bei 53,5 Prozent und kletterte 2024 auf 54,3 Prozent.

Vor allem junge Menschen leben in Single-Haushalten

10.461 der insgesamt 57.295 Einpersonenhaushalte bewohnten 2023 Menschen unter 25 Jahren. 23.189 Alleinlebende waren zwischen 25 und 44 Jahre alt. In der Altersgruppe von 45 bis 64 Jahren lebten 12.990 alleine. 10.655 Single-Haushalte bewohnten Menschen ab 65 Jahren.

Darum leben so viele Regensburger allein

Warum ist Regensburg denn nun die „Single-Hauptstadt“? Planungs- und Baureferent Florian Plajer sagt: „Aufgrund seines breiten Ausbildungsangebots ist Regensburg vor allem attraktiv für jüngere Menschen, weshalb in diesen Altersgruppen ein überproportionaler Zuzug erfolgt.“ Regensburg sei eine „Schwarmstadt“, also eine Stadt mit einer Nettozuwanderung von jungen Menschen – insbesondere von Berufsanfängern im Alter von 25 und 34 Jahren.Die GfK-Bevölkerungsstrukturdaten bestätigen das. Demnach ist Regensburg nicht nur „Single-Hauptstadt“, sondern deutschlandweit auch die Stadt mit den meisten jungen Haushalten. „Die Stadt weist eine der höchsten Arbeitsplatzkonzentrationen in Deutschland auf, so dass der hohe Anteil an Singles vor allem auf das umfangreiche Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot zurückzuführen ist“, erklärt Plajer. Das bedeute, es brauche viele kleine Wohnungen.

Wer nicht alleine wohnt, ist oft in festen Händen

43.088 aller Haushalte Ende 2023 waren Mehrpersonenhaushalte; in 25.463 davon leben zwei Personen zusammen, in 9082 drei, in 6125 vier und in 2418 fünf oder mehr Personen. Im größten Teil der 43.088 Mehrpersonenhaushalte lebten (Ehe)-Paare: 35.423. Von diesen Paaren lebten 24.267 ohne und 11.156 mit Nachwuchs. Zudem gab es 3152 Alleinerziehende und 4513 „sonstige Mehrpersonenhaushalte“.

Mehr Hochzeiten, aber auch mehr Scheidungen

953 Ehen wurden 2024 beim Standesamt Regensburg geschlossen, 938 waren es im Jahr zuvor. Die Zahl der Scheidungen gibt das Amtsgericht für 2024 mit 598 an, für 2023 mit 550.

Zuzüge gehen drastisch zurück

Rund 300 Menschen sind 2024 durchschnittlich pro Woche nach Regensburg gezogen. 15.787 Zuzüge waren es insgesamt. 17.655 Menschen zogen weg; es gab also rund 340 Abmeldungen pro Woche. 10.861 Regensburger zogen 2024 innerhalb der Stadt um. Im Vorjahr lagen alle drei Zahlen noch höher: 20.803 Zu-, 18.291 Weg- und 11.855 Umzüge.

Die meisten Regensburger Studenten lernen an der Uni

Im Wintersemester 2023/2024 waren an den Regensburger Hochschulen 31.644 Studenten eingeschrieben, 20.753 davon an der Universität, 10.750 an der Ostbayerische Technische Hochschule und 141 an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik.

So viele Regensburger sind auf Hilfe angewiesen

Die Zahl der Bürgergeldempfänger lag im Oktober 2024 bei 4635 sogenannten Bedarfsgemeinschaften. So eine Gemeinschaft können Eheleute oder eheähnliche Beziehungen, aber auch Einzelpersonen darstellen. In 2892 Fällen handelte es sich jedoch um Einpersonenhaushalte. Die Hilfebedürftigen gibt die Stadt mit 7639 Regelleistungsberechtigten an, darunter 5761 erwerbsfähige und 1878 nicht erwerbsfähige Menschen.

Hinweis: Die meisten Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor. Wir haben immer kenntlich gemacht, ob wir uns auf 2023 oder 2024 beziehen.