Regensburger will mit dem Deutschlandticket 100.000 Kilometer reisen – Die DB ist seine Lieblingsbahn

Von Marius Göhl · 27. April 2025 um 10:00

Wie oft nutzt man eigentlich das Deutschlandticket? Auf dem Land seltener, in der Stadt dafür umso häufiger? Oder fährt man dann sowieso gleich Rad? Der Regensburger Günther Dirmeier kann die Frage leicht beantworten. Er nutzt das Ticket fast täglich. Mit der Bahn ist er hochzufrieden. Und er zählt seine zurückgelegten Kilometer. In drei Jahren reiste der Rentner knapp 40.000 Kilometer.

Günther Dirmeier ist ein lebensfroher, abenteuerlustiger Mann. Graue Haare, grauer Schnauzer, Brille. Mit einer braunen Lederjacke gekleidet. Den Kaffee zahlt er mit dem Smartphone. Das digitale Zeitalter stört den 79-Jährigen nicht. „Das ist sehr gut. Ich kann alles in meinem Navi am Handy nachschauen und planen und das Ticket hab ich auch“, sagt der Rentner. Mit seinem Ticket meint er das Deutschlandticket, das er selbstverständlich auch digital auf seinem Handy nutzt.

Probleme mit seinem Ticket auf dem Handy habe es noch nie gegeben. Im Regensburger Raum kenne er sowieso schon die meisten Kontrolleure. „Mein Ticket zeige ich trotzdem immer vor“, sagt er. Und mit seinem Ticket hat der ehemalige Rheinländer viel erlebt. Um die 40.000 Kilometer hat Dirmeier nach eigener Recherche bereits zurückgelegt.

Seine Fahrten notiert er sorgfältig

Der 79-Jährige dokumentiert nämlich jede Fahrt. Egal ob Bahn oder Bus. Er schreibt jede Reise auf und schätzt die Kilometer. Viele Strecken kenne er aber mittlerweile schon auswendig. „Regensburg nach München – da brauch ich nicht mehr schauen. Das weiß ich, dass das um die 120 Kilometer sind“, sagt Dirmeier.

Das Deutschlandticket nutzt der Rentner fast jeden Tag. Er fahre nämlich nahezu täglich Bus. Von seiner Wohnung im Ortsteil Brandlberg fährt er beispielsweise ins DEZ oder in die Arcaden zum Einkaufen. Und am Wochenende stehen dann Ausflüge an. Ziel ausgesucht. Morgens hin, abends zurück. Alles mit der Regionalbahn, Bahnbus, Bus oder was das Deutschlandticket eben sonst noch inkludiert.

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Zu seinen Lieblingsstrecken zählt die Route Regensburg – München – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald – Kochelsee – Bad Tölz und zurück in die Domstadt. Obwohl Dirmeier so gerne Zug fährt und „Eisenbahnerblut“ in sich trägt, wollte er nie Lokführer werden. Er schaue lieber aus dem Fenster. Ablenken lässt sich Dirmeier bei der Fahrt nicht. Er habe zwar mal versucht, im Zug zu lesen. Das habe ihm aber nicht gefallen. Selbst auf häufig gefahrenen Strecken findet er immer wieder Neues.

Es verändert sich immer was. Allein das Wetter ändert sich ja schon immer.

Günther Dirmeier

Beim Zugfahren entdeckt der 79-Jährige immer etwas Neues. - Foto: Marius Göhl

Seit seiner Kindheit begeistert sich der Regensburger für die Bahn. Mit sieben Jahren ist er von Amberg nach Regensburg in die Guerickestraße gezogen. Dort habe er immer die Dampfloks beobachtet. „Das hat mich damals schon unglaublich fasziniert“, erinnert sich Dirmeier.

In Bad Tölz machte der 79-Jährige eine Bäckerlehre. Später verschlug es ihn nach Kaarst in Nordrhein-Westfalen. Dort schulte er um zum Bürokaufmann. Dann zog es ihn aus verschiedenen Gründen zurück in seine Lieblingsstadt: Regensburg. Seit 20 Jahren ist Dirmeier Rentner. Und die Zeit, die ihm der Ruhestand bietet, verbringt er am liebsten im Zug.

DB ist seine Nummer eins

Immer mit dabei: seine Frau. Zusammen erleben sie immer neue Abenteuer. Am Vorabend sucht Dirmeier mögliche Zugverbindungen. Auf Verspätungen oder Ausfälle habe der 79-Jährige stets eine Alternative parat. „Ich schaue immer, welche Züge wann fahren, und dann entscheiden wir uns, wohin wir fahren“, sagt Dirmeier.

Seine Lieblingsbahn ist die Deutsche Bahn, mit der er selten Probleme habe. „Manchmal gibt es Verspätungen oder die Toilette funktioniert nicht. Das ist natürlich nicht schön, aber dann steigen wir einfach aus und nehmen einen anderen Zug“, sagt der Regensburger.

Ich kann nichts Schlechtes über die Bahn sagen. Wenn es das Deutschlandticket nicht mehr gäbe, wäre das schlimm für mich.

Günther Dirmeier

Auch wenn Dirmeier keine Zeitnot verspüre, habe er durchaus Verständnis für Personen, die sich über die Bahn aufregen. „Wenn man arbeiten muss, sind die Verspätungen natürlich schon ärgerlich“, sagt der 79-Jährige.

Barrierefreiheit immer wieder ein Problem

Allerdings sieht auch Dirmeier an manchen Stellen Verbesserungsbedarf bei der Bahn. „Manche Bahnhöfe sind nicht barrierefrei. Amberg oder Schwandorf sind wirklich schlecht. Der Regensburger Bahnhof gehört auch zur unteren Klasse, aber vielleicht wird es ja jetzt besser“, sagt Dirmeier auf dem Weg zum Bahnsteig 8, wo er einen defekten Aufzug vorfindet. „Da haben wir's schon wieder.“

Zugfahren ist mein Jungbrunnen, auch wenn ich abends schon kaputt bin.

Günther Dirmeier

Und die Barrierefreiheit ist für Dirmeier ein wichtiges Thema. Der 79-Jährige hatte zwei Herzinfarkte. Nun hat er drei Stents. Treppensteigen ist da kontraproduktiv. „Es geht, aber ich muss langsam machen. Ich darf mein Herz nicht zu sehr belasten.“

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In Bayern habe der Rentner fast alle Ecken bereist. Dirmeier fährt aber auch quer durch das Land. Die weiteste Strecke, die er am Stück mit dem Regio zurücklegte, war von Regensburg nach Kaarst. „Das sind über 600 Kilometer. Man fährt über Nürnberg nach Frankfurt und dann nach NRW.“ Zu den schönsten Bahnhöfe, die der Rentner bereist hat, zählen Nördlingen, Prien und Aschau.

Dirmeiers Herzenswunsch sind die 100.000 Kilometer. „Die 50.000 Kilometer kriege ich bis zum nächsten Jahr auf jeden Fall voll. Mein Traum ist es, irgendwann die 100.000 Kilometer zu erreichen.“ Wenn Dirmeier seinen Kilometerschnitt der vergangenen drei Jahre hält, dürfte er sein Ziel wohl schnell erreichen.