Maßnahmen werden verschärft: Wie sicher ist die Maidult 2025 in Regensburg?

Von Philip Hell · 22. April 2025 um 19:00

In exakt 16 Tagen beginnt die Regensburger Maidult. Am Dienstag präsentierte die Stadt die wichtigsten Eckpfeiler für das Volksfest – und ging dabei auch auf das verschärfte Sicherheitskonzept ein. Zu Details schwiegen die Vertreter der Stadt allerdings. Die Polizei nimmt indes das Messerverbot ins Visier.

Rechtsreferent Walter Boeckh sprach bei der Pressekonferenz am Dienstag von einer „abstrakten Gefahrenlage“ – konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Maidult lägen indes nicht vor. Dennoch hat die Stadt das Sicherheitskonzept überarbeitet, sagte Ordnungsamtsleiter Michael Bleckmann. Man habe dieses „in puncto Überfahrtaten“ nachgebessert. Heißt im Klartext: Die Stadt will verhindern, dass jemand in die Dult rast und Menschen tötet – so wie es etwa in Magdeburg oder München passiert ist.

Dult in Regensburg: Details zum Sicherheitskonzept bleiben vorerst unter Verschluss

Wie will die Stadt das genau verhindern? Zu genauen Maßnahmen schwiegen sich die Vertreter der Stadt aus. Klar ist: Es sind keine Poller, wie etwa beim Christkindlmarkt am Neupfarrplatz. Vielmehr setze man auf mobile Elemente. Beton-Poller seien nur bedingt tauglich für den Schutz der Dult, sagte Boeckh. Das Problem: Mögliche Attentäter können am Protzenweiher lange Anlauf nehmen. „Deshalb brauchen wir eine andere Lösung.“ Welche das ist, wird erst kurz vor dem 9. Mai zu sehen sein, an dem die Dult startet. Klar ist: Auf der Dult gilt weiterhin ein Waffenverbot, darüber hinaus sorgen die Polizei und ein Sicherheitsdienst für Ordnung.

Verhältnismäßig gebe es auf der Dult allerdings sehr wenige Straftaten, sagte Marktmeister Reinhard Kellner. „Was wir auf 17 Tage zusammenbringen, schaffen die auf der Wiesn auf die erste Viertelstund.“ Die Dult, das betonten die Vertreter der Stadt unisono, sei sehr sicher. Das liege auch an der Besucherstruktur. „Wir sind ein Familienvolksfest“, sagte Rechtsreferent Boeckh.

Sicherheit auf der Dult: Das sagt die Polizei

Für die Dult ist die Polizeiinspektion Regensburg Nord zuständig. Sprecher Thomas Hasler betonte auf Anfrage: „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage und der damit verbundenen latenten Gefahren werden umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um einen sicheren und unbeschwerten Festverlauf zu gewährleisten.“ Auch Hasler bekräftigte, dass keinerlei Hinweise auf eine Sicherheitsgefährdung vorlägen. „Dennoch können potentielle Gefahrenlagen nie vollständig ausgeschlossen werden.“ Die Polizei werde heuer ein verstärktes Augenmerk auf das Messerverbot legen, sagte Hasler.

Auch heuer wird es wieder ein Feuerwerk auf der Regensburger Dult geben. - Foto: Daniel Steffen, Archiv

Damit nun allerdings zu den positiven Aspekten der Regensburger Maidult: Bevor Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) am 9. Mai das erste Fass im Hahnzelt ansticht, bahnt sich der Festzug seinen Weg durch die Altstadt. Die prächtig geschmückten Wagen sollen gegen 18 Uhr am Dultplatz ankommen. Während das erste Fass traditionell frei ist, müssen die Dultbesucher danach 12,90 Euro pro Liter berappen. Zehn Cent mehr als im vergangenen Jahr. Festwirt Michael Hahn sprach auf MZ-Anfrage von einem „marktgerechten Preis“. Wie immer rotieren die Biermarken, die ausgeschenkt werden: Im Glöcklzelt gibt es Spital, im Hahnzelt Bischofshof und im Bierdorf kommen Kneitinger-Liebhaber auf ihre Kosten.

Maidult in Regensburg: Feuerwerk soll Umwelt schonen

Während der Gestensaft mitunter ins Geld gehen kann, ist das Feuerwerk kostenlos – zumindest für die Besucher. Am zweiten Freitag (16. Mai) ab 22 Uhr steigen Raketen in den Himmel über Regensburg. Das hätten sich viele Dultgänger gewünscht, betonte Rechtsreferent Boeckh. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Höhenfeuerwerk, das umweltfreundlich sei, sagte zumindest der Rechtsreferent. Insgesamt hat das Feuerwerk 750 Schuss.

Nicht nur das Bier rotiert auf der Regensburger Dult: Auch der Volksfestbesucher kann sich von allerlei Fahrgeschäften ordentlich durchschütteln lassen. Marktmeister Reinhard Kellner und sein Stellvertreter Stephan Pregler präsentierten die Attraktionen. Neben Klassikern wie der „Wilden Maus“ kommt auch der „Jules Verne Tower“ zum zweiten Mal nach Regensburg. Dabei handelt es sich um den höchsten Riesenkettenflieger der Welt. Beim „XXL Racer“, der von der Wiesn bekannt ist, werden die Besucher mit über 100 Stundenkilometern durch die Gegend geschleutert. Dabei werden Fliehkräfte von bis zu 4 G erreicht. Angesichts eines schweren Unfalls auf einem Volksfest in Bayreuth betonte Marktmeister Kellner: „Auf der Dult ist man sicherer als auf der Autobahn.“ Man habe sehr hohe Sicherheitsstandards und jedes Fahrgeschäft werde laufend überprüft.

Das gibt es auf der Regensburger Maidult zum Essen

Wer nach so viel Fliehkräften noch Appetit hat, ist auf der Dult gut aufgehoben. Neben Klassikern wie dem halben Hendl (13,40 Euro bis 13,60 Euro) gibt es wie immer Fisch beim Schmalzl oder beim Maier – dort sogar vegan. In Moni's Schmankerlhütte gibt es glutenfreie Speisen und das vom Kneitinger gebraute Bier „1861“.

Die Maidult wird heuer von einer Gruppe von OTH-Studenten begleitet. Ziel ihres Projekts ist eine mögliche App für die Dult. Dafür werden die Studenten Besucher befragen, aber auch Menschen, die am Volksfest beteiligt sind. Im Grunde wolle man einen gesamten Dult-Ausflug in der App widerspiegeln. Also beispielsweise um Informationen vor oder während des Besuchs zu erhalten. Nach dem Volksfest sollen die Studenten eine Art Prototyp entwickeln, sagten die beiden OTH-Professorinnen Katrin Dippold-Tausendpfund und Eva Schuckmann, die das Projekt federführend begleiten.

Bus, Gottesdienst und Schnäppchen: Weitere Informationen zur Regensburger Dult

• Gottesdienst: Der traditionelle Dultgottesdienst findet am 11. Mai um 10 Uhr im Hahnzelt statt. Am Sonntag darauf wird im Glöcklzelt ein Gottesdienst für den kürzlich verstorbenen Alfred Glöckl sen. gefeiert.

• Reservierung: In beiden Zelten kann man reservieren. Das kostet 20 Euro pro Tisch. Einen Mindestumsatz gibt es nicht. Anders in Artmanns Herzl. Dort gibt es bei einer Reservierung einen Mindestverzehr von 30 Euro.

• Programm: In allen Zelten gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm. Weitere Informationen zu den verschiedenen Musikern und anderen Attraktionen sind auf den jeweiligen Webseiten der Zelte zu finden.

• Warendult: Auf der Warendult sind wie immer zahlreiche Fieranten, die ihre Produkte feil bieten. Dazu gibt es ein Café und ein Kinderfahrgeschäft. Neu ist hier eine weitere WC-Anlage inklusive einer Behindertentoilette.

• Schnäppchen: Es gibt eine Reihe von Tagen mit Vergünstigungen. Dazu zählen die Familientage an den Mittwochen, die Seniorentage an den Montagen und der Mädlsabend am Donnerstag, 22. Mai.

• Bus: Der Dultbus fährt alle zwölf Minuten kostenlos vom Hauptbahnhof zur Dult – am Wochenende sogar etwa alle sieben Minuten. Der Betrieb beginnt um 16.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es auf www.rvv.de/dult