Als Papst Franziskus 2013 Waldmünchnern für den Christbaum dankte

Der Tod des Heiligen Vaters am Ostermontag hat natürlich auch die Waldmünchner betroffen gemacht. Denn nun werden wieder die Erinnerungen wach an die damalige Begegnung mit Papst Franziskus im Rahmen der Aktion „Christbaum für Rom“, welche im Dezember 2013 und damit wenige Monate nach seiner Wahl zum höchsten Kirchenamt zustande kam.
Damals pilgerten zahlreiche Pilger in die italienische Landeshauptstadt, um die Übergabe des Baumes feiern und auf diesen besonderen Baum für den Petersplatz aufmerksam machen zu können.
Mit Stolz und auch ein wenig Demut blicken heute viele Beteiligte der damaligen Aktion auf den mehrtägigen Besuch in Rom zurück. Es waren rund 200 Waldmünchner und Befreundete, welche am 10. Dezember 2013 die Reise nach Rom zur Übergabe des Baumes an den Heiligen Vater antraten.
Der verfrühte Baumwunsch
Der Verein der Trenckfestspiele hatte schon viele Jahre im Voraus bekundet, dass man erneut einen Baum auf dem Petersplatz aufstellen möchte. Mit Blick auf die erste Aktion im Jahr 1984 wollten man dies im Jahr 2014 wiederholen. Dann aber sprang ein Baumlieferant ab und der Vatikan bat darum, den Baum schon ein Jahr früher zu liefern. Damit hatten die Organisatoren jede Menge zu tun.
Das Zepter haben damals Alois Frank und Andreas Bierl in die Hand genommen, mit weiteren Arbeitsgruppen und einem riesigen Berg an Organisation, Werbung und Anfragen. Für die Vorbereitungen reisten die beiden mit Alexander Weingärtner und Michael Gruber schon im Sommer 2013 nach Rom, wo sie mit Landrat Franz Löffler und dem zwischenzeitlich verstorbenen Domkapitular Max Hopfner den emeritierten Papst Benedikt XIV. treffen durften und viele Einzelheiten der Aktion besprechen konnten. Denn eigentlich hatte man ja mit einer Lieferung des Baumes an den deutschen Papst, aber es kam dann ja bekanntermaßen durch dessen Rücktritt im Februar 2013 anders.
Der Baum hatte eine Höhe von 28 Meter, einen Stammdurchmesser von 84 Zentimetern und wurde am 28. November 2013 unter Begleitung zahlreicher Medienvertreter gefällt. Der Transport mit einem Hubschrauber klappte nicht und so wurde der Baum auf den Schwertransporter der Firma Rädlinger verladen und dann über das Cerchovgebiet nach Waldmünchen verbracht. Dort waren die Trenckianer in den Folgetagen ordentlich gefordert, denn es galt, den Baum transport- und reisefähig zu machen, indem die Äste an den Innenstamm gebunden werden mussten.
Ganze zwei Tage hatte man dafür Zeit, bevor der Baum am 1. Dezember 2013 auf dem Waldmünchner Marktplatz verabschiedet wurde. Es ging für das Fahrergespann über Regensburg und München nach Rom, wo der Baum entgegen der ursprünglichen Planungen wegen Schlechtwetters einen Tag früher aufgestellt wurde. „Bis zum Aufstellen haben wir im Wohnwagen bzw in der Fahrerkabine mitten auf dem Petersplatz übernachtet“, schmunzelte Alois Frank bei einem Bildervortrag anlässlich des zehnjährigen Rückblicks im Dezember 2023. Die Zeit bis zur Ankunft der Pilger wurde genutzt, um letzte Details zu klären und die kleinen Bäume auszuliefern.
Die Pilgergruppen aus Waldmünchen und Regensburg reisten am 10. Dezember 2013 nach Rom, per Bus oder ein wenig später auch per Flugzeug. Zusammen mit einem Reisebüro wurde diese Pilgerreise mit rund 200 Beteiligten organisiert und ein mehrtägiges Programm durchgeführt.
Es gab eine Messe im Petersdom mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller und eine Besichtigung des Campo Teutonico unweit des Petersplatzes. Höhepunkt war natürlich die Audienz mit Papst Franziskus im beeindruckenden „Sala clementina“, der für den Empfang von Staatsgästen genutzt wird und in dem alle 200 Pilger Platz gefunden hatten.
Die Schwarzen Panduren durften sich zusammen mit dem Pandurenoberst, der von Alexander Imm gemimt wurde, links und rechts neben dem Stuhl des Heiligen Vaters positionieren, nachdem sie sich zuvor in den Räumlichkeiten der Schweizer Garde umziehen konnten.
Papst dankt für den Baum
Papst Franziskus kam in den Saal, wo die Fanfaren aus Waldmünchen ertönten. Der Papst bedankte sich für die Lieferung des Baumes aus der Mitte von Europa, dort wo früher ein Zaun den Westen vom Osten trennte. Leider hielt der Heilige Vater seine Rede damals auf Italienisch, weshalb viele die Übersetzung erst nach der Audienz erhielten.
Es hatten auch nur wenige die Gelegenheit, ihm persönlich die Hand zu geben. Letztlich war dies den Schwarzen Panduren und der Delegationsleitung vorbehalten. Aber für ein Abschlussfoto setzte sich Papst Franziskus noch in die Mitte der Pilgergruppe, welche von Bischof Rudolf Voderholzer und Kardinal Gerhard Ludwig Müller begleitet wurde. Bei der Audienz konnten auch Geschenke aus Waldmünchen übergeben werden, darunter eine große Kerze aus der „Waldmünchner Kerzenfabrik“, welche an die Christbaumaktion erinnern sollte. Die Audienz dauerte damals eine halbe Stunde, aber sie ist noch heute vielen Beteiligten im Gedächtnis.
Das Ganze war damals ein ziemlicher Stress für die Hauptorganisatoren, auch wegen der italienischen Mentalität. Unzählige Telefonate waren notwendig und zum Glück lernte man Menschen im Vatikan und vor allem bei der Schweizer Garde kennen, welche Türen öffnen konnten und halfen, wenn so manches ausweglos erschien. Zu manchen dieser Türöffner hat Alois Frank noch heute Kontakt. In diesen Tagen sind die Bilder wieder besonders lebendig, wenn nunmehr dem verstorbenen Papst Franziskus gedacht wird. „Es war ein besonderes Erlebnis, hinter die Kulissen des Vatikan blicken zu dürfen. Und der Austausch mit der Schweizer Garde war hochspannend und interessant“, so blickte Vereinsvorsitzender Martin Frank auf die damaligen Begegnungen zurück.




