Gläubige begingen feierlich das höchste Fest: So war Ostern im Städtedreieck

Von Norbert Wanner, Werner Artmann, Josef Schaller · 21. April 2025 um 17:00

Gut besucht waren die Gottesdienste zum Ende der Karwoche und an den Osterfeiertagen in Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Stationen zwischen Leiden und Auferstehung Jesu Christi.

Die Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag ist der Beginn der Osterwoche. Jesus trifft sich mit seinen Jüngern, bevor er verhaftet und hingerichtet wird. Dabei wäscht er ihnen auch die Füße als Zeichen seiner Liebe. Dieser Liebesdienst Jesu am Mitmenschen wird in der Stadtkirche Burglengenfeld alljährlich durch symbolische Fußwaschungen bei der Eucharistiefeier am Gründonnerstag dargestellt.

Heuer hatte Pfarrer Michael Hirmer dazu Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei sowie Pflege- und Rettungskräfte eingeladen. Berufen wurden unter anderem der Notarzt Wolfgang Schreiber, der Leiter der Polizei Burglengenfeld, Franz Wenig, und Feuerwehrkommandant Michael Prehn.

Das Geheimnis des Lebens hinter dem Kreuz

Die evangelische Pfarrerin Silke Tröbs befasste sich in ihrer Karfreitagspredigt mit einem Gemälde des französischen Malers Odilon Redon von 1910. „Christ en croix“ ist der Titel des Bildes. Es zeigt Jesus am Kreuz und bunte Blumen mit warmen Farben im Vordergrund. „Blumen säumen unseren ganzen Lebensweg“, sagte die Priesterin. Bei der Geburt, zum Geburtstag, zu Jubiläen, oft auch aus Dankbarkeit, Freundschaft und Liebe würden Blumen geschenkt. Ebenso auf dem letzten Weg, wenn wir sterben: „Blumen symbolisieren das Leben, die Liebe und das ewige Leben, das hinter dem Kreuz leuchtet.“

Den Menschen Hoffnung geben sollte auch ein loderndes Feuer, das am Abend des Ostersamstags vor der Vituskriche brannte. An dem von Pfarrer Hirmer gesegneten Osterfeuer wurde die Osterkerze entzündet und damit das Licht der Auferstehung ins abgedunkelte Gotteshaus getragen und an die Gemeinde verteilt. Das Licht der Osterkerze hat auch das Leben des kleinen Anton erhellt, der im Rahmen der Osternachtsfeier getauft wurde. Zur Zeit der ersten Christen sei das grundsätzlich so gewesen, so Pfarrer Hirmer.

Es bleibt die Hoffnung auf Erlösung

Auch ein Wortgottesdienst war Teil der Osternachtsliturgie. Dabei musste sich Pfarrer Hirmer kritischen Fragen der Gläubigen stellen. In der Schöpfungsgeschichte heiße es immer, „Es war gut“. Aber warum gebe es dann Kriege? Es sei doch keine gute Welt, wenn Menschen leiden müssten? Und was sei das denn für eine grausame Lesung, in der Abraham seinen Sohn opfern sollte? Die Schöpfung sei eben noch nicht vollkommen, so die Antwort des Pfarrers. Aber es gebe eine Hoffnung auf Erlösung in der Auferstehung.

Christliche Feiern vom Letzten Abendmahl über die Karfreitagsliturgie bis zur Auferstehungsfeier in der Osternacht erlebten die Gläubigen an den Osterfeiertagen in der Pfarrkirche Herz-Jesu in Teublitz. Am Gründonnerstagabend stand im Mittelpunkt die Fußwaschung durch Pfarrer Lucas Lobmeier, der diese an den Mitgliedern der Kirchenverwaltungen von Teublitz und Saltendorf vornahm.

Zu Beginn der Karfreitagsliturgie warfen sich Pfarrer Lucas Lobmeier zusammen mit den Ministranten vor dem Alter mit dem Gesicht zu Boden. Einer der Höhepunkte war die Kreuzenthüllung. Anschließend zogen die Gläubigen vor das Kreuz, legten Blumen ab und knieten nieder, um den Gekreuzigten zu huldigen. Zum Abschluss wurde noch das Heilige Grab enthüllt.

In der Osternacht wurde das Licht in die Kirche getragen

In der voll besetzten Pfarrkirche feierten die Pfarrangehörigen am Karsamstagabend die Osternacht. Zuvor wurde am Osterfeuer im Pfarrgarten die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Am Ostermontag fand noch ein Familiengottesdienst statt ,und im Anschluss daran konnten die Kinder Ostereier im Pfarrheimgarten suchen. Die Umrahmung übernahm von Gründonnerstag bis Ostersonntag der Kirchenchor unter der Leitung von Kirchenmusiker Norbert Hintermeier an der Orgel.

24 Gottesdienste, Andachten und liturgische Angebote fanden sich im Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Maxhütte-Haidhof/Rappenbügl aus Anlass des höchsten Festes im Kirchenjahr. Ostern führte viele Gläubige in die Stadtpfarrkirche St. Barbara und die Pfarrkirche St. Josef. Allein in Rappenbügl kamen zur Osternacht und am Ostersonntag jeweils deutlich über 100 Gläubige in das Gotteshaus. Ähnlich war es in St. Barbara, so dass Stadtpfarrer Steffen Brinkmann am Ostersonntag fast überrascht war von der Zahl der Gläubigen, die zum höchsten Festtag gekommen waren.

Pfarrer Brinkmann wie Pfarrvikar Jean Luc Kalala war es wichtig, den Ministranten zu danken, die mit großem Fleiß ihren Dienst am Altar verrichteten. Eine Besonderheit gab es in St. Josef. Die Predigten wurden zum Teil in Form einer Katechese gehalten, um auf einfach Weise zu erklären, was in den Ostertagen geschieht.

Pfarrvikar Kalala betonte in der Predigt am Ostersonntag, dass die Auferstehung Jesu kein fernes Ereignis sei, sondern jeden selbst betreffe: „Wenn wir uns entscheiden, an das Unmögliche zu glauben, an Veränderung, an Erfolg, an ein gutes Ende“. Stadtpfarrer Brinkmann formulierte es so: „Die Osterbotschaft besagt, dass wir für das Leben geschaffen sind, nicht für den Tod.“

Zum Ostersonntag in der Stadtpfarrkirche St. Barbara in Maxhütte-Haidhof begrüßte Pfarrer Steffen Brinkmann weit über 100 Pfarrangehörige. Foto: Norbert Wanner
Pfarrer Lucas Lobmeier überreichte am Karfreitag an die Mädchen und Jungen der 3. Klasse Umhängekreuze aus Olivenholz, die sie bei der Erstkommunion tragen werden. Foto: Werner Artmann