Cham diskutiert 100 Tage Trump und die Folgen für die Sicherheit

Von Gregor Raab, Johannes Schiedermeier · 20. April 2025 um 05:00

Der Chamer Kreisverband des Arbeitskreises Außen-und Sicherheitspolitik (ASP) der CSU lädt alle Mitglieder und die gesamte Bevölkerung am Montag, 5. Mai, um 19 Uhr zu einer besonderen Diskussionsveranstaltung in den Randsbergerhof in Cham ein. 100 Tage nach Donald Trumps Amtsantritt sollen die sicherheitspolitischen Folgen für Deutschland und Europa erörtert werden.

Der ASP-Kreisvorsitzender Jonas Strasser freut sich, dass als Gastredner der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach, der europapolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Chamer Landtagsabgeordnete, Dr. Gerhard Hopp, sowie die Politologin Lisa-Marie Geltinger gewonnen werden konnten.

Was sich alles verändert

Mit der erneuten US-Präsidentschaft Donald Trumps steht laut Strasser die liberale Weltordnung vor einer Bewährungsprobe. Von den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten bis hin zu Trumps handelspolitischem Kurs – seine Politik stellt nicht nur bestehende Machtverhältnisse infrage, sondern auch die Grundlagen des transatlantischen Werte- und Sicherheitsbündnisses.

Besonders alarmierend: Die USA ziehen sich zunehmend aus ihrer traditionellen Rolle als Garant europäischer Sicherheit zurück. Die Eskalation zwischen US-Präsident Trump, seinem Vizepräsidenten Vance und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj lassen Zweifel daran aufkommen, ob die USA weiterhin an einer wertebasierten Partnerschaft mit Europa festhalten oder sich endgültig einer reinen Interessenpolitik zuwenden.

Was sind die Konsequenzen

Welche Konsequenzen hat das für Europa? Wie verändert sich Deutschlands sicherheitspolitische Verantwortung? Und welche Optionen bleiben, wenn die USA ihre Schutzfunktion infrage stellen? Diese und weitere Fragen sollen beim ASP-Diskussionsabend in Cham erörtert werden. Die Organisatoren freuen sich über viele Gäste. Der Eintritt ist frei.

Die Referenten: Brigadegeneral Thomas Hambach ist seit 2019 Kommandeur des Landeskommandos Bayern und aufgrund dessen Experte auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik. Zuvor war er unter anderem als Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg tätig. Hambach hat bei anderen Vorträgen immer wieder den Operationsplan (OP-Plan) Deutschland vorgestellt, der sich in exakten Schritten damit befasst, was passieren muss, um auf den Verteidigungsfall wirklich vorbereitet zu sein. Er geht davon aus, dass Putin derzeit emotionslos einen Stufenplan abarbeitet, den der Westen sogar kennt, um die Nato auszutesten. Darauf müsse es in Deutschland dringend Antworten geben.

Europa im Stich gelassen?

Der Chamer Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp ist nicht nur europapolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Mitglied des AK Wehrpolitik, sondern auch Präsident der „Partnerschaft der Parlamente“ zwischen den deutschen Landes- und den US-amerikanischen Staatsparlamenten. In diesen Funktionen war er zuletzt häufiger für Delegationsreisen in den Vereinigten Staaten.

Lisa-Marie Geltinger arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen der Universität Regensburg und forscht insbesondere zur US-amerikanischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik und zu den aktuellen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten. Sie hat sich auch eingehend mit den Folgen des US-Rückzugs befasst unter der Überschrift: „Wird Europa m Stich gelassen?“

Politologin Lisa-Marie Geltinger forscht zur US-Außen und Sicherheitspolitik. Foto: Studioline Photography
MdL Dr. Gerhard Hopp ist europapolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Foto: si
Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern Foto: Tobias Hase, dpa picture alliance