Süße Sünde zum Heiligen Jahr: In Schwandorf gibt es über Ostern das „Hallelujah-Eis“

„Hallelujah“ – So heißt die europäische Eissorte des Jahres. Das Rezept stammt, wie könnte es anders sein, aus Italien und wurde passend zum Heiligen Jahr der Katholischen Kirche kreiert. An Ostern wird es die Komposition aus Kakao und Nuss auch bei zwei Eisdielen in der Schwandorfer Innenstadt zum Probieren geben.
Kein Geringerer als Papst Franziskus hat sich vor Jahren als großer Eis-Fan geoutet. „Dulce de Leche" heißt die Lieblingssorte des 88-Jährigen – eine Art nussloses Nutella. Wie ihm wohl das neue Hallelujah-Eis schmeckt? Vielleicht hat es der Pontifex Maximus sogar schon probiert. Denn am 23. März fand in Rom eine große Verkostung in der Nähe des Petersdoms statt. Seitdem gibt es die Sorte in einigen Ländern zu kaufen – auch schon in Deutschland.
Schwandorfs Stadtpfarrer Christian Kalis gab den Anstoß
Zur Osterzeit wird das Hallelujah-Eis nun auch in Schwandorf zu finden sein. Die Idee dazu stammt von Stadtpfarrer Christian Kalis. Er hat von der Eissorte zum Heiligen Jahr gelesen und anschließend mit den Eismachern des Eiscafè Da Claudio Kontakt aufgenommen. Seit einem Jahr betreiben Liliane Mazzucco und ihr Ehemann Fabio Costa das ehemalige Eiscafè De Pellegrin am Marktplatz 21. Anfang 2025 haben sie auch die Eisdiele Buonissimo am Marktplatz 1 übernommen.
Als Pfarrer Kalis am Dienstag die ehemalige Buonissimo-Filiale betritt, ist Fabio Costa schon dabei, die Zutaten für die neue Eissorte zusammenzumixen: Milchpulver, Zucker, Kakaopulver, Haselnusspaste und Frischmilch.
Rezept für das Hallelujah-Eis stammt aus Sizilien
Das Rezept stammt von Vincenzo Squatrito von der Eisdiele Ritrovo Orchidea im sizilianischen Olivieri. Er hat den Wettbewerb anlässlich des Heiligen Jahres gewonnen. Auch die Eismacher der Schwandorfer Da Claudio-Filialen orientieren sich daran.
Nachdem aus den Zutaten eine flüssige Masse entstanden ist, gibt Fabio Costa diese in die Eismaschine. Dort wird die Flüssigkeit zunächst auf 85 Grad erhitzt, ehe sie auf minus sieben Grad heruntergekühlt wird. Lang dauert das Prozedere nicht. Nach etwa zwölf Minuten läuft braunes, cremiges Eis in den vorgekühlten Bottich.
Fabio Costa lässt eine Schoko-Haselnuss-Creme darüber laufen, gibt gehackte Haselnüsse dazu und stellt die Masse für kurze Zeit in den Schockfroster. „Wenn das Eis minus zehn Grad erreicht hat, ist es fertig“, erklärt er. Dann fehlt nur noch das Hallelujah-Eis-Logo: eine Waffel mit drei dunklen Kugeln, die über einem recht leeren Petersplatz thront. „Eigentlich stehen da wesentlich mehr Menschen, vor allem an Ostern“, scherzt Christian Kalis, als er das Logo begutachtet.
Mit etwa 45 Millionen Pilgern und Besuchern rechnet die Stadt Rom während des Heiligen Jahres, das mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom in der Heiligen Nacht am 24. Dezember 2024 begonnen hat.
Von Karfreitag bis Ostermontag erhältlich
Doch zurück zum Eis: Natürlich darf am Ende auch der obligatorische Geschmackstest nicht fehlen. „Sehr, sehr gut“, lobt der Pfarrer, der sich dann gleich noch eine Kugel als Wegzerrung mitnimmt. „Ich muss weiter, ich habe noch einen Termin im Seniorenheim, sagt Kalis und kündigt an, auf dem Rückweg nochmal Halt zu machen. Schließlich wolle auch seine Pfarrsekretärin das Hallelujah-Eis probieren.
Für die Schwandorfer wird es die neue Sorte von Karfreitag bis Ostermontag in den beiden Da Claudio-Filialen am Marktplatz zu kaufen geben. Die Initiatoren der Aktion hoffen natürlich, dass die „himmlische Versuchung“ den Geschmack der Kunden trifft.
Wenn es nach Schwandorfs „Eis-Papst“ Mauro De Pellegrin geht, hat die Sorte gute Karten. Kurz nachdem sich der Pfarrer verabschiedet hat, geht er zufällig an der Eisdiele vorbei. Natürlich lässt er sich nicht zweimal bitten. „Buono“ (zu Deutsch: gut), sagt er bereits nach dem ersten Löffel. Die braune Kugel ist dann schnell verputzt.
Hintergrund: Das Heilige Jahr
Ursprung: Ein Jubeljahr oder Heiliges Jahr ist ein besonderes Jubiläumsjahr in der Katholischen Kirche, in dem der Papst den Gläubigen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen einen vollkommenen Ablass („Jubiläumsablass“) ihrer zeitlichen Sündenstrafen gewährt.
Turnus: Ab 1475 war jedes 25. Jahr ein Jubeljahr mit dementsprechend großen Besucherzahlen für Rom.


