Eisgenuss gegen die Inflation: Eisdiele Coppa Crema in Neunburg senkt den Preis für die Kugel

Die leuchtend blaue Kugel Schlumpfeis oder doch die klassische Erdbeere in der Waffel – oder doch beides? Vor allem für Leute mit kleinem Geldbeutel ist das oft eine schwierige Entscheidung.
Rocco Schiavi und Marco D’Aria, die Besitzer der Eisdiele Coppa Crema in der Söltlstraße in Neunburg im Landkreis Schwandorf, kennen die Sorgen ihrer Kunden, vor allem die des Nachwuchses. Deshalb haben sie sich dazu entschieden, den Preis für die Kugel Eis zu senken – entgegen den Trend der Inflation.
Schon bei ihrer Eröffnung im vergangenen Jahr ließen sich Schiavi und D’Aria, die beide aus Italien stammen, für ihre Kunden eine Kennenlern-Aktion einfallen. Damals boten sie die Kugel für einen Euro anstatt für 1,70 Euro an. Auch heuer hießen sie ihre Gäste bei der Wiedereröffnung am 23. März aus der Winterpause mit demselben Angebot willkommen. Marco D’Aria berichtet, dass etwa „200 bis 300 Leute am ersten Tag trotz schlechten Wetters“ gekommen waren.
Gegen den Strom schwimmen
Vor allem würden an diesen Ein-Euro-Tagen Familien mit Kindern kommen, um sich den Eisgenuss nicht entgehen zu lassen. Das blieb den beiden Betreibern nicht unbemerkt und sie ließen sich etwas einfallen. „Wir haben uns das gründlich überlegt. Wir wollen gegen den Strom schwimmen und entgegen der Inflation gehen“, berichtet Rocco Schiavi. Die beiden Männer haben sich dazu entschieden, den Preis für die Kugel Eis von 1,70 Euro auf 1,50 Euro zu senken.
Aber wie ist das mit steigenden Energie- und Lebensmittelkosten möglich? Schiavi und D’Aria könnten sich die Preissenkung leisten, da sie ihre eigenen Arbeitsstunden bei der Herstellung der Eissorten nicht berechnen würden. „Wir betreiben die Eisdiele im Nebenerwerb. Sie ist nicht unser Haupteinkommen, deswegen können wir das so machen“, erklärt D’Aria.
Dass sie sich mit der Preissenkung keine großen Summen erhoffen können, ist ihnen dabei bewusst. „Wir reduzieren unseren eigenen Gewinn und hoffen auf Masse“, erklärt Schiavi.
Familie hat hohen Stellenwert
Sie wollen das für die Leute tun, vor allem für Kinder, Rentner und die alleinerziehenden Mütter, wie die beiden Eisdielenbesitzer mehrmals betonen. „Es freut uns, wenn die Kinder kommen und mit einem Lächeln und statt einer Kugel Eis mit zwei gehen“, sagt Schiavi mit einem Augenzwinkern.
Auch kommt dabei bei beiden die Bedeutung von Familie durch. In Italien hat diese einen hohen Stellenwert. „Kinder sind bei uns wichtig“, erklärt Schiavi, dessen Eltern aus Rom stammen, und D’Aria, der ursprünglich aus Neapel kommt, pflichtet ihm bei.
Abschließend hoffen beide, dass sie den Preis auch im nächsten Jahr noch halten können, denn die Eisdiele mache beiden nach wie vor Spaß.