Wespennest Jugendbande in Furth im Wald wurde von der Polizei ausgeräuchert

Von Alexander Frimberger · 15. April 2025 um 19:00

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) listet alle strafrechtlichen Sachverhalte auf, die bei der Polizei aktenkundig wurden. Wie es für den Inspektionsbereich Furth im Wald (PI) für das Jahr 2024 aussieht, haben PI-Leiter Polizeirat Philipp Rammrath sowie sein Stellvertreter Polizeihauptkommissar Josef Weindl den Bereichsbürgermeistern erläutert.

Die PKS ist für den Bereich Oberpfalz gut, stellte Rammrath zu Beginn der Runde fest. „Bei uns ist es noch besser.“

Bayern sei ja ohnehin das sicherste Bundesland, der Landkreis Cham steche in dieser Statistik aber noch einmal heraus.

Lage stabil und sehr gut

Nicht die Zahlen sind nach seiner Einschätzung das Problem, sondern die Wahrnehmung der Bevölkerung, also das persönliche Sicherheitsgefühl. Daher betont der Polizeirat noch einmal, die Lage sei stabil und sehr gut.

Die Einzelheiten erläuterte Weindl. Demnach ist die PI für die Kommunen Arnschwang, Eschlkam, Furth im Wald und Neukirchen b. Hl. Blut zuständig. Auf einer Fläche von rund 216 Quadratkilometern sorgt die Polizei für die Sicherheit von 17 700 Bürgern. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 2532 Einsätze abgewickelt. Dazu zählen auch Präventivmaßnahmen. In der PKS sind im vergangenen Jahr 1038 Gesamtstraftaten gezählt worden. Das sind 92 Fälle oder 8,1 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht sind nicht darin enthalten. Darunter fallen nicht nur illegale Einreisen, sondern auch beispielsweise vergessene Ausweispapiere bei Grenzkontrollen. Die Aufklärungsquote liegt bei 84,7 Prozent, ein Plus gegenüber 2023 von 3,2 Prozent. „Damit sind wir Spitzenreiter im Landkreis.“

Die nach einer Formel errechnete Häufigkeitszahl von 5883 ist auf den ersten Blick sehr hoch. Für Bayern wurde 4238, für den Regierungsbezirk Oberpfalz 3865 errechnet. Das liegt laut Weindl an der besonderen Lage an der Grenze zu Tschechien. Nimmt man die rund 300 Taten, die von der Schleierfahndung aufgedeckt wurden heraus, dann bewegt sich die Häufigkeitszahl im Bereich Bad Kötzting oder Roding.

Bei den Tatverdächtigen sind die Männer mit 795 Fällen (Frauen:163) eindeutig überrepräsentiert. Typisch männlich sind dabei Taten im Zusammenhang mit Aggressionsverhalten aller Art, erläutert Rammrath. Die Altersstruktur: 39 Kinder, 83 Jugendliche, 66 Heranwachsende und 770 Erwachsene galten als tatverdächtig. Auffällig und beruhigend zugleich: Fünf Jugendliche waren an insgesamt 52 Straftaten beteiligt. Nimmt man die Taten heraus, die schon im Jahr 2023 begangen wurden, aber noch nicht abgeschlossen waren, sind es nur noch 19. Damit wurde ein Wespennest ausgeräuchert, waren es im Jahr 2023 doch noch neun Jugendliche, die insgesamt 151 Straftaten begangen hatten.

Erreicht wurde das durch die Steigerung der polizeilichen Präsenz, Kooperation mit anderen Verantwortungsträgern und die Intensivierung der Ermittlungstätigkeit inklusive der Gründung einer Task-Force. „Dieser Erfolg ist nur möglich, wenn gut ermittelt wurde. Das war gute Arbeit“, lobte Furths Bürgermeister Sandro Bauer.

Bei der Gewaltkriminalität wurden 43 Fälle registriert (2023: 46) Ein Mord sei gottlob nicht dabei gewesen, so Weindl. Straßendelikte, also zum Beispiel Sachbeschädigung an oder Diebstahl aus Autos sind um zehn auf 80 zurückgegangen, Rauschgiftkriminalität von 210 auf 170 Delikte. Ein Grund sei die Teillegalisierung von Cannabis seit April 2024. Diebstähle haben sich von 210 auf 163 reduziert.

Weitere Zahlen: Vermögens- und Fälschungsdelikte: 134 (92) mit einer hohen Aufklärungsquote von 85,8 Prozent, häusliche Gewalt: 45 (44), Gewalt gegen Einsatzkräfte: sieben.

Gute Zusammenarbeit gelobt

Weindls Fazit lautet: Die Anzahl der Gesamtstraftaten ist gesunken, die Aufklärungsquote ist mit 84,7 Prozent auf dem höchsten Stand, was die gute Arbeit der Further Polizei widerspiegelt, und durch den hohen Kontrolldruck im Grenzraum seien regelmäßige Fahndungserfolge zu verzeichnen.

„Wenn du im Dienstbereich der Polizeiinspektion Furth im Wald wohnst, dann lebst du sicher“, so Weindl abschließend. Die Bürgermeister der betreuten Kommunen bedankten sich für die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und betonten, dass man in Zukunft gemeinsam verstärkt an Sicherheitskonzepten für öffentliche Veranstaltungen arbeiten werde.

Die Aufklärungsquote der PI Furth im Wald ist sehr hoch. Foto: Polizeiinspektion Furth im Wald