Zu wenige Geräte für Kleinkinder? Eltern üben Kritik an Schwandorfs Spielplätzen

Seit Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) im Jahr 2022 eine groß angelegte „Spielplatz-Offensive“ ausgerufen hatte, hat sich in Schwandorf dahingehend viel getan. Einige Anlagen wurden ausgebaut, andere neu erschaffen. Doch offenbar wurden bei den Planungen die Bedürfnisse von Kleinkindern nicht ausreichend miteinbezogen. Zumindest monieren das nun einige Eltern.
Sie haben sich an die Mittelbayerische gewandt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Mit ihren Kindern im Schlepptau trafen sich die Väter und Mütter am neu gestalteten Spielplatz am Weinberg. Rund 34.000 Euro hat die Stadt hier investiert, um Spielturm und Seilbahn zu erneuern.
Dass sich die Stadt Schwandorf und allen voran OB Feller so für die Spielplätze einsetzen, ist für die Eltern lobenswert. Doch ihre Kinder hätten nicht viel Spaß an den neuen Geräten. „Viele sind einfach nicht für Kleinkinder ausgelegt“, erklärt Sabine Schwarzer und demonstriert zusammen mit ihrer Tochter Ida, was sie damit meint.
Eltern weichen auf andere Spielplätze im Umkreis aus
Die Zweieinhalbjährige hat sichtbar Mühe, auf den neuen Spielturm zu klettern, um anschließend runterzurutschen. Denn die Metallsprossen der Leiter, die nach oben führt, sind viel zu weit auseinander. Ohne kräftige Mithilfe der Mama kommt Ida nicht weit.
Und so sieht es laut Schwarzer auch auf anderen Spielplätzen im Stadtgebiet aus. Die Folge: Viele Eltern mit Kleinkindern würden andere Anlagen aufsuchen, beispielsweise in Schwarzenfeld, im Naturpark Höllohe bei Teublitz oder in Amberg.
„Wir finden es super, dass man alte Spielgeräte erneuert, aber man sollte dabei eben auch an die ganz Jungen denken“, lautet die Forderung, die auch Florian Spiegler nochmal unterstreicht. Man habe sich bereits an die Stadt gewandt, doch einen festen Ansprechpartner gebe es dort nicht, wie die Eltern unisono bedauern. Deshalb haben sie nun die Mittelbayerische kontaktiert. Auch um die Verantwortlichen bei der Stadt nochmal darauf aufmerksam zu machen, in Zukunft bei der Spielplatzgestaltung die Kleinkinder nicht aus den Augen zu verlieren.
Gibt es eine Gesprächsrunde mit der Stadt Schwandorf?
„Wenn der neue Spielplatz in Fronberg gebaut wird, wäre es beispielsweise schön, wenn es dort eine Babyschaukel gibt“, wünscht sich Sabine Schwarzer, die mit ihrer Famile im Neubaugebiet Hasenbuckel Ost wohnt. Prinzipiell könnten sich die Eltern auch eine Gesprächsrunde mit der Stadt Schwandorf vorstellen, um ihre Sorgen und Wünsche zu äußern.
Die Verwaltung zeigt sich indes durchaus überrascht. „Bis dato hat die Stadt Schwandorf vonseiten der Bürgerinnen und Bürger kein Hinweis erreicht, dass Spielgeräte für Kleinkinder auf den Spielplätzen im Stadtgebiet unterrepräsentiert sind“, schreibt der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Nachfrage. Das Amt für Planen und Bauen sowie der Städtische Bauhof würden bei der Planung und Gestaltung stets die Anforderungen aller potenziellen Nutzergruppen mit einbeziehen. „Dazu gehören auch Kleinkinder.“
Stadt ist für Anregungen offen
Dass beim Thema Spielplätze die Meinungen der Eltern aber auseinandergehen, weiß auch die Stadt. „Es kann nie hundertprozentig sichergestellt werden, dass jeder Spielplatz alle Wünsche abdeckt, da diese sehr individuell sind“, so Hofmeister.
Grundsätzlich verfolge die Stadt Schwandorf beim Thema Spielplätze das Ziel, den Bedürfnissen aller Altersgruppen gerecht zu werden. Als Beispiel nennt Hofmeister den Spielplatz im Stadtpark neben dem Abenteuerspielplatz, der sich explizit an Kleinkinder richten würde. „Weiterhin ist vorgesehen, den Spielplatz in Dachelhofen als Inklusionsspielplatz umzugestalten.“
Selbstverständlich werde bei der Spielplatzgestaltung auch künftig weiterhin auf die Wünsche von Familien mit Kleinkindern geachtet. „Die Stadt Schwandorf ist dabei immer offen für Anregungen seitens der Bürgerinnen und Bürger. Diese können sich jederzeit gerne an das Amt für Planen und Bauen sowie den städtischen Bauhof wenden“, so Hofmeister.
