Deutschlandweit bekanntes Schiff für Flüchtlinge: Die MS Rossini verlässt den Landkreis Regensburg

Die MS Rossini wurde deutschlandweit bekannt. Nun wird die schwimmende Notunterkunft für Flüchtlinge demnächst den kleinen Ort Bach im Landkreis Regensburg verlassen. Das teilte das Landratsamt am Montag mit.
„Die Anmietung weiterer Wohnobjekte in verschiedenen Landkreisgemeinden und das aktuelle Zuzugsgeschehen ermöglicht es dem Landratsamt Regensburg, nach Obertraubling (Februar 2025) und Bernhardswald (Anfang April) auch den Betrieb der MS Rossini als Notunterkunft ab August 2025 einzustellen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Schiff wird seit Anfang Februar 2023 als Notunterkunft in Bach genutzt. In dieser Zeit wurden dort 530 Asylbewerber beherbergt - in der Spitze waren 190 Menschen an Bord. Aktuell leben mehr als 100 Personen auf dem Schiff – überwiegend aus dem Iran und aus Syrien. Diese werden nach der Schließung auf dezentrale Unterkünfte oder die beiden Notunterkünfte in Schierling verteilt. Anerkannte Asylbewerber werden aufgefordert, sich selbst um Wohnraum zu bemühen.
MS Rossini verlässt Bach – Landrätin Schweiger dankt den Bürgern
„Die Zeit der Nutzung verlief in einem friedlichen Miteinander und ohne besondere Vorkommnisse“, schreibt das Landratsamt. Immer wieder wurde aus dem Ort heraus allerdings Kritik an dem Schiff laut. Erst im März sagte Gemeinderätin Gertraud Rißman, dass die Dieselaggregate ständig liefen und für Lärm sorgten. Als die MS Rossini erstmals in Bach anlegte, organisierte die AfD eine Demonstration. Damals fand zeitgleich eine Gegenkundgebung statt. Das Schiff wurde innerhalb kürzester Zeit deutschlandweit bekannt. Medien berichteten häufig über die besondere Form der Unterbringung.
Landrätin Tanja Schweiger und die Verantwortlichen des Landratsamtes danken den Bacher Bürgern, ihrem Bürgermeister Thomas Schmalzl und seiner Verwaltung sowie den engagierten Bürgern, die sich an den herausfordernden Aufgaben der laufenden Flüchtlingskrise beteiligt haben. „Das Beispiel Bach zeigt, vor welche Herausforderungen die Asylsituation uns alle seit Jahren stellt, und dass wir sie nur gemeinsam meistern können. Ein herzliches Vergelt´s Gott den Bacher Bürgern für ihre Geduld, ihr Vertrauen und die Willkommensbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen. Die MS Rossini zeigt dabei beispielhaft, dass wir als Kommunen schnell und proaktiv nach sinnvollen Lösungen suchen müssen, um die uns gestellten Aufgaben erfüllen zu können“, so Landrätin Tanja Schweiger.
Landratsamt: Die MS Rossini hat sich bewährt
Die MS Rossini hat sich laut Landratsamt in den bisher mehr als zwei Jahren der Nutzung als Notunterkunft bewährt. Das Zusammenleben mehrerer Nationen an Bord (Geflüchtete aus Syrien, dem Iran, der Ukraine, der Türkei und Tunesien) gestaltet sich äußerst entspannt, denn die Unterbringung in Doppelkabinen anstatt in Gemeinschaftsunterkünften reduziert die Gefahr sozialer Spannungen. Das Bordpersonal organisiert die Abläufe und übernimmt damit eine wichtige Aufgabe für das Landratsamt. Das Amt dankt daher auch an dem Reeder und der Crew.
Nachdem sich im Winter 2022/23 die Möglichkeiten der Unterbringung von Geflüchteten im Landkreis Regensburg zugespitzt und der Freistaat immer mehr sogenannte „Notfallpläne“ zur spontanen Unterbringung von Flüchtlingen aus dem arabischen Raum aufgestellt hatte, versuchte der Landkreis Regensburg mit der Anmietung der MS Rossini als Notunterkunft die Nutzung von Schul- und Vereinsturnhallen zu vermeiden, schreibt das Landratsamt weiter.