Neues Team mit vielen Ideen: Johannes Steidl leitet künftig das Neunburger Museum

Von Jan Lange · 13. April 2025 um 15:00

Schon in seiner Kindheit entwickelte Johannes Steidl ein großes Interesse für die Heimatgeschichte und befasste sich mit historischen Gegenständen. Nun kann sich der Neunburger noch intensiver mit historischen Daten und Exponaten beschäftigen: Der 36-Jährige wurde zum neuen Leiter des Schwarzachtaler Heimatmuseums bestellt.

Bereits seit Längerem war die Stadt Neunburg auf der Suche nach einem neuen Museumsleiter, wie Bürgermeister Martin Birner (CSU) erklärte. Bei der Sondierung möglicher Nachfolger sei man schnell auf Johannes Steidl gekommen.

Mit dem Ansinnen habe die Stadt bei ihm offene Türen eingerannt, meinte der Architekt. Er hatte aber eine Bedingung: Die Alte Canzley, in der sich sein Büro und seine Wohnung befinden, wollte er erst fertig sanieren. „Hätte ich vor drei Jahren sofort anfangen sollen, dann hätte ich vielleicht Nein gesagt“, erzählte Steidl. Und so bat der Bürgermeister den bisherigen Museumsleiter Theo Männer, der seit 1978 diese Funktion begleitete, noch ein bisschen weiterzumachen.

Ende vorigen Jahres gab Männer die Museumsleitung dann altersbedingt ab. Einige Wochen später beging er seinen 85. Geburtstag. In der Stadtratssitzung am Donnerstag wurden seine Verdienste noch einmal gewürdigt. CSU-Fraktionssprecher Alexander Trinkmann lobte: „Du und der Museumsarbeitskreis haben hervorragende Arbeit geleistet.“

Sanierung der Alten Canzley abgeschlossen

Eine Hängepartie entstand mit dem Rückzug von Theo Männer nicht, denn Johannes Steidl hatte kurz zuvor die Sanierung der Alten Canzley abgeschlossen. So stand einer Übernahme der Museumsleitung nichts mehr im Wege. Genau wie Theo Männer wird auch Johannes Steidl die Funktion ehrenamtlich ausüben. Er werde deshalb auch nicht jeden Tag im Museum anzutreffen sein, sondern eher im Hintergrund die Fäden ziehen, beschrieb Steidl seine Arbeit. Er werde das Schwarzachtaler Heimatmuseum nach außen repräsentieren, bei der Eröffnung von Sonderausstellungen oder Veranstaltungen dabei sein.

Den Stadträten stellte er die wichtigsten Punkte der künftigen Museumsarbeit vor. So sei es ein genereller Wunsch, das Museum mehr in die Mitte der Neunburger zu rücken. Es sollen Kindergärten, Schulen, Vereine und auch Firmen aktiv eingebunden werden. Ziel sei es, die Besucher zu überraschen und zu begeistern und dafür zu sorgen, dass über das Museum gesprochen werde.

Dafür soll das ein oder andere umgestaltet werden. Der erste Raum des Museums soll zu einem lichtdurchfluteten, multifunktionalen Empfangsraum werden, in dem auch künftig Sonderausstellungen gezeigt werden, der aber ebenso nutzbar für Pädagogik, kleinere Vorträge oder kurze Filmvorführungen sein soll.

Neue Schwerpunkte in Dauerausstellung setzen

An der Dauerausstellung soll sich kurzfristig im Großen und Ganzen nichts ändern. Allerdings plant Johannes Steidl neue Schwerpunkte wie zum Beispiel historische Bauforschung in Neunburg oder Digitalisierung im Schwarzachtal. Darüber hinaus sollen auch die zurückliegenden 50 Jahre der Neunburger Geschichte in der Ausstellung eine Rolle spielen, kündigte der 36-Jährige an.

An manchen Stellen sollen Exponate reduziert werden, um andere besser präsentieren zu können. „Die Neuinszenierung von einzelnen Stücken soll durch optische, akustische und haptische Erlebnisse bereits einen Ausblick auf die Neukonzeption geben“, sagte Steidl. So werden die Besucher das Säbelrasseln und Kanonenschläge hören, wenn sie vor den Exponaten des Dreißigjährigen Krieges stehen. Oder ein Marienlied erklingt, das bei der Wallfahrt in Dautersdorf aufgenommen wurde, blickte Steidl voraus.

Kinder sollen spielerisch in der gesamten Ausstellung abgeholt werden. Dafür sollen einzelne Exponate speziell auf ihre Augenhöhe ausgerichtet werden und auch berührt werden können. Im Empfangsraum soll der hintere Teil zum Burghof speziell für Kindergruppen vorbereitet werden.

Öffnungszeiten sollen erweitert werden

Wichtig sei, da waren sich Birner und Steidl einig, das Museum regelmäßig und möglichst auch häufiger zu öffnen. Mit der geplanten Ausweitung der Öffnungszeiten kommt die Stadt einem Wunsch des Neunburger Tourismusvereins nach.

Bei den Stadträten kamen die Ideen sehr gut an. „Ich bin begeistert, freue mich, dass du es machen willst. Unsere Fraktion wird dich dabei unterstützen“, meinte CSU-Fraktionssprecher Trinkmann. Auch für FW-Fraktionschef Martin Scharf ist Steidl der Richtige fürs Neunburger Museum. „Danke, dass du in die übergroßen Fußstapfen von Theo Männer treten willst.“ Und Erich Schmid (SPD) war überzeugt, dass mit Johannes Steidl und seinem Team „keine besseren Nachfolger bestimmt werden“ könnten.

Unterstützen wird den neuen Museumsleiter Cornelia Walbrun, die Verwaltungstätigkeiten übernehmen soll. Bisher ist sie stundenweise im Archiv und in der Bibliothek im Einsatz. Neben dem Archiv soll ihr zweiter Schwerpunkt nun das Museum sein.

„Jungen Leuten die Geschichte nahezubringen, liegt mir am Herzen“, erzählte sie der MZ. Sie habe sich fest vorgenommen, in den nächsten Monaten ein paar Museen abzuklappern, um sich von deren Arbeit manches abzuschauen.