Nach Kritik an Pflege im „Haus Maxhütte“: Heimbeirat stärkt dem Personal den Rücken

Von Thomas Rieke · 11. April 2025 um 19:00

Die Erfahrungen, die Angelika W. bei der Pflege ihrer Mutter im „Haus Maxhütte“ gesammelt hat, sind bedrückend. MZ-Leser reagierten auf den Bericht vom 5. April mit Anteilnahme, teils wurden die Schilderungen bestätigt. Vom Heimbeirat gibt es aber Widerspruch.

Doch von vorne: Angelika W. hatte sich kürzlich an die Redaktion gewandt, weil sie nicht mehr weiter wusste: Bei der Pflege ihrer schwer an Demenz erkrankten Mutter in dem Heim des international agierenden Unternehmens Korian lief zu vieles nicht so, wie sich die Tochter das wünschen würde. Dabei kostet der Platz in Pflegestufe 5 monatlich rund 6000 Euro. Mit Reklamationen hatte W. nach eigener Darstellung keinen Erfolg. Schließlich sei die Kommunikation mehr oder weniger zum Erliegen gekommen, hieß es. Daher der Gang an die Öffentlichkeit.

Der Heimleitung gab die Redaktion Gelegenheit, sich zu den Vorhaltungen zu äußern. Sie tat es ausführlich in einem mehrseitigen Papier. Aus datenschutzrechtlichen Gründen blieben die Aussagen allerdings sehr allgemein.

Der Tenor: Man sei sich keiner Schuld bewusst, beschäftige mehr Personal als vorgeschrieben und nehme selbstverständlich Rücksicht auf die Bedürfnisse von Bewohnern mit Demenz. Auch lege man Wert auf offene und respektvolle Kommunikation, denn der Austausch sei enorm wichtig, um den Bedürfnissen der zu Pflegenden gerecht zu werden.

Blick auf die Stellungnahme des Beirats

Im „Haus Maxhütte“ gibt es einen Beirat. Er setzt sich zusammen aus fünf Personen. Vorsitzender ist seit zwei Jahren Heimbewohner Peter Seidl. Der 65-jährige Schwandorfer und seine Mitstreiter sahen sich veranlasst, gemeinsam auf den Beitrag in der MZ zu reagieren. Für Beschwerdeführerin Angelika W. zeigen sie wenig Verständnis.

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Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Wir sind der Meinung, dass alle Bewohner in unserem Haus gut aufgehoben sind.“ Die Leitung und ihre Mitarbeiter hätten „immer ein offenes Ohr“ und täten ihr Bestes. Neben der klassischen Pflege und Betreuung existierten viele kleine und größere Aufgaben, geben die Beiräte zu bedenken. Auf Notfälle werde aber sofort reagiert. Dazu kämen die täglichen kleinen, manchmal aber auch großen Wünsche und Probleme von Bewohnern. Vieles davon werde „gleich erledigt, anderes zeitnah“.

Ehrlichen Gewissens könne man daher sagen, „dass wir gerne hier leben“, lautet das Fazit. Intensiviert werden könne allerdings die Zusammenarbeit mit allen Angehörigen.

Angelika W. rät Seidl, sie möge akzeptieren, dass es zwischen der individuellen Betreuung zuhause und einer Unterbringung im Heim einen Unterschied gebe, der sich nicht vermeiden lasse: „In einem Heim benötigen viele gleichzeitig bestmögliche Fürsorge.“ Manchmal müsse der Einzelne eben warten.