Brückenbauer-Preis geht an Chamer MdL Dr. Gerhard Hopp und drei weitere Parlamentarier

Als einer von vier Parlamentariern aus Bayern und Tschechien erhielt gestern Dr. Gerhard Hopp den Brückenbauer-Preis des Vereins Bavaria Bohemia im CeBB in Schönsee. Mit ihm wurden auch Jürgen Mistol (Regensburg), Jan Bartosek (Südböhmen) und Olga Richterova (Prag) ausgezeichnet.
Weitere Preise erhielten der im Landkreis Cham bekannte Bürgermeister von Vseruby und stellvertretender tschechischer Verkehrsminister, Vaclav Bernard, sowie die Geschäftsführerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur, Radka Bonackova.
Auffallend an den Reden der meisten Preisträger war, wie sehr ihnen noch die Grenzschließung in der Coronazeit im Gedächtnis war. So etwas dürfe nie wieder passieren. „Die nächste Katastrophe soll uns näherbringen, nicht trennen“, sagte beispielsweise Bonackova. Sie mahnte auch eine bessere Zugverbindung zwischen Prag und München an. Da sei etwas in Bewegung, sagte wiederum Bernard in seiner Rolle als stellvertretender Verkehrsminister. In Tschechien beginne heuer der elektrische Ausbau . Und aus Gesprächen mit Hopp wisse er, dass man auch in Deutschland in der Projektvorbereitung sei.
Die Ehrung mit dem Brückenbauerpreis will Hopp zum Ansporn nehmen, weiter für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit zu arbeiten. Sein größter Wunsch in diesem Zusammenhang ist die Einführung eines Wahlpflichtfachs „Tschechisch“ an deutschen Schulen. Bislang gebe es immerhin „sechs bilinguale Schulen im Grenzraum“, darunter das Fraunhofer-Gymnasium in Cham.
Dieses Thema griff auch Petra Ernstberger vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds auf. Sie sagte, für sie seien das zusammen mit dem regelmäßigen Schüleraustausch die wichtigsten Forderungen.
Ein kleines Fußballturnier
Als Hopp von der CeBB-Chefin Dr. Veronika Hofinger nach einem in nächster Zeit erfüllbaren kleinen Wunsch gefragt wurde, führte Hopp eine Idee seiner Vorrednerin Bonackova weiter. Er sagte, man solle „bei den Kleinen beginnen“, deswegen halte er die Idee für eine Art Mini-EM, also einen Wettbewerb für deutsche und tschechische Fußballkinder, für machbar.
Ein weiteres Thema der Veranstaltung hatte der Festredner Pavel Fischer eingeführt. Ihm ging es vor allem um die äußere Sicherheit und die Bedrohung durch Russland. Er wolle sich „bedanken“ für die gemeinsame Unterstützung der Ukraine. Durch die „Synergie der Verteidigung“ in der EU könne man eine „Autonomie Europas“ erreichen. Vor dem Hintergrund, dass der Aggressor Russland als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat die Regeln der UN-Charta übertrete und China das interessiert beobachte, müsse man über das Regelwerk nachdenken. Fischer: „Heute werden die Regeln für das 21. Jahrhundert festgelegt.“
Für Hopp ist die Sicherheitslage eines der „drängendsten Themen“, aber auch eine Chance für die Grenzregion, die eine der „dynamischsten Regionen der Welt“ sei. Wichtig war der Preisträgerin Olga Richterova dabei der Erfahrungsaustausch, während Hopp das „verbindende“ und nicht das „spaltende“ betont wissen will. Dafür hat Radka Bonackova ihr Leben lang gearbeitet und Projekte von deutsch-tschechischen Schulen bis hin zur ihrer jetzigen Tätigkeit als Geschäftsführerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur befördert.
Vaclav Bernard wiederum ist durch seine Arbeit für tschechischen Grenzpendler in der Coronazeit bekannt geworden und seine symbolträchtige Botschaft an der Grenze mit dem Schild „Wir vermissen euch. Bleibt gesund.“
Die Verbindung zwischen äußerer und innerer Sicherheit stellte Preisträger Jan Bartosek her. Der Parlamentarier gratulierte Deutschland zum Koalitionsvertrag. Stabile Nachbarn zu haben, sei bei täglich wechselnden Zöllen a la Trump eine Schlüsselfrage in Europa. „Wir erleben einen enormen Anstieg von Populismus und Extremismus, egal ob braun oder blau“. Ziel dieser Gruppierungen sei es, Europa zu zerschlagen und die Staaten zu schwächen.
Zusammenarbeit wichtig
Deswegen sei es jetzt wichtig, die Verteidigung zu stärken. Die Politik sei den populistischen Parteien aber eine Gegenantwort schuldig. Eine Antwort sei die Zusammenarbeit der demokratischen Parteien und die offenen Grenzen. In Anspielung auf den Brückenbauerpreis sagte er: „Wir gehen die Brücke nicht für die Geschichte, sondern für die Zukunft.“


