Katzenstreu statt teure Schuhsprays: Achtklässler aus Abensberg erfuhren, wie man Ressourcen schont

Die Aktion „Konsum neu denken“ soll Jugendliche dafür sensibilisieren, achtsam im Verbrauch zu sein. In der Hauswirtschaftsschule in Abensberg lernten sie Dinge, die ihnen auch im Alltag weiterhelfen.
Schuhpflege mit Katzenstreu, Zahnpasta oder Scheuermilch? Wie soll das gehen, und vor allem, was bringt das? Schüler der achten Klasse der Mittelschule Abensberg wissen darauf eine Antwort. Im Rahmen des Mottos „Konsum neu denken“, unter dem der Welttag der Hauswirtschaft am 21. März 2025 stand, waren die Schüler in den Räumen der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung Abensberg zu Gast. Wie man mit nachhaltigem Handeln Geld sparen kann und die Ressourcen schont, stand an diesem Tag auf dem Lehrplan, und zwar mit direktem Bezug zu ihrem eigenen Alltag.
Kaum ein Jugendlicher kommt ohne Sneakers aus. Den meisten Schülern dürfte nicht bewusst sein, dass ihre heiß geliebten, oft teuren, Turnschuhe schwierig zu recyclen sind, wenn sie kaputt sind. Umso wichtiger ist es, dass sie lange halten, und da kann die richtige Pflege nicht schaden. Fachlehrerin Monika Wimmer zeigte, wie es geht. Und da kommt nicht nur Omas Hausmittel, die Scheuermilch oder ein Putzstein ins Spiel, sondern auch Katzenstreu: „In alte Socken gefüllt, hilft es, den Geruch zu entfernen“, so Wimmer. Die teuren, im Handel angebotenen Sneakerreiniger, die könne man sich hingegen sparen. Sohle dreckig? Auch ein Klecks Zahnpasta kann da helfen.
Von wegen Frauensache
Szenenwechsel: Eine Tür weiter erfuhren vier Jungs, was Microgreens sind, dass die grünen Sprossen recht gesund sind. „Mit Hauswirtschaft kann man ganz viel anfangen“, meinte Fachlehrerin Birgit Dörr . Dass man als Mann nichts von Hauswirtschaft wissen muss, weil das die Ehefrau dann später eh kann, habe heute auch schon einer der Schüler gesagt. Dass er sich da mal nicht täusche, schob Dörr hinterher, denn mit dem Haushaltswissen, „da schaut es bei den jungen Mädchen eher schlecht aus“.
Auch das könnte Sie interessieren: „Das bisschen Haushalt“ will gelernt sein, die Fachschule in Abensberg hilft dabei
Die Erfahrung, dass das Wissen, wie man richtig haushaltet, nachhaltig wirtschaftet, nicht mehr so selbstverständlich ist, wie es vielleicht früher der Fall war, die machen auch die Lehrer an der Schule. Rektor Wolfgang Brey, der mit Kollegin Kathrin Kiermeier zu Besuch kam, winkte ab. „Zuhause lernen die das oft nicht mehr“, sagt er, „das übernehmen immer mehr die Schulen“.
Das Thema Nachhaltigkeit fließt fächerübergreifend in den Unterricht mit ein. Im Fach Ernährung und Soziales gehört es ohnehin dazu. Allein: „Wir finden keine Fachlehrer mehr“, klagt Brey. Und erhofft sich mit dem Ausflug in die Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung auch, dass vielleicht der Eine oder die Andere Geschmack an einer Ausbildung in der Hauswirtschaft und danach an der Weiterbildung zum Fachlehrer finden möge.
Bei den Jungs, die etwas über Microgreens lernten, dürfte dieser Wunsch eher ins Leere laufen: Die wollen eher Automechatroniker werden. Und trotzdem waren sie interessiert bei der Sache, als sie ausrangierte Milchtetrapacks in kleine Beete verwandelten. „Ab wann wächst da was?“, wollte einer der Schüler wissen. „Am Wochenende habt ihr schon grüne Sprossen“, sagte Dörr und die Jungs schauten überrascht.
Dass das Interesse am Thema da ist, sei nicht immer so, weiß Beate Peter, Leiterin der Abteilung Hauswirtschaft an der Abensberger Landwirtschaftsschule. Ausstellungen in Schulen fänden bisweilen nur wenig Beachtung, so ihre Erfahrung.
Manchmal hilft es vielleicht, wenn das Lernen über den Gaumen geht. Dass zur Nachhaltigkeit nämlich auch gehört, Reste nicht einfach wegzuwerfen sondern sie zu verwerten, auch das erfuhren die Jugendlichen an diesem Tag in der Küche der Hauswirtschaftsschule. Dort durften sie fleißig aus den Resten der Weihnachtsbäckerei, übrig gebliebenen Rosinen oder Walnüssen, mit Haferflocken und einer Prise Zimt Energiebällchen rollen – und sie danach selbst verkosten.
Planen schont Geldbeutel
Dass nachhaltiges Planen und Leben auch wichtig ist für den Geldbeutel, auch das erfuhren die Schüler. Wie man beispielsweise seine Ausgaben im Blick hat mit Hilfe einer App und warum Ratenkäufe bisweilen schwierig sind, auch das gab ihnen Schulleiterin Peter mit auf den Weg.
Am Ende des Tages hofft Peter natürlich, dass Aktionen wie diese, auch, wenn die speziell nicht extra von der Hauswirtschaftsschule geplant war, sondern nur in deren Räumen stattfand, sich auch Schüler für den Berufszweig begeistern, die damit vorher vielleicht nichts am Hut hatten.

