Bahn sperrt Strecke Regensburg – Schwandorf: Die Angst vorm Schienenersatzverkehr

Die Deutsche Bahn sperrt während der Landesgartenschau in Furth im Wald (Landkreis Cham) vom 15. Juni bis zum 22. August die Strecke Regensburg (REG) – Schwandorf (SAD) und will Schienenersatzverkehr (SEV) anbieten. Der war, so die Erfahrung von Edmund Roider, bisher größtenteils eine Katastrophe.
Als Berufspendler nach Regensburg mit 23-jähriger Bahnerfahrung hat der Altbürgermeister der Gemeinde Pösing nach seinen eigenen Worten Kontakt zu vielen Bahnmitarbeitern.
Verbesserungen nötig
„Grundsätzlich befürworte auch ich, dass im Streckenabschnitt Sanierungsarbeiten durchgeführt werden“, so Roider.
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Vordergründig sei aber nicht der Zustand der Strecke, sondern der Umstand, dass „im ersten Halbjahr 2026 auf dieser Strecke eine noch nie dagewesene Streckenfrequentierung durch den Umleitungsverkehr der dann in der Sanierung befindlichen Fernverkehrs- und ICE-Strecke Regensburg – Neumarkt – Nürnberg einher gehen wird.“ Wichtig für alle Bahnfahrer ist in seinen Augen jetzt ein durchdachter SEV. Da hat er so seine Zweifel: „Was im Bereich SEV in den vergangenen Jahren, insbesondere im Streckenabschnitt SAD – REG, durch die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen organisiert wurde, war fast immer eine Katastrophe und führte dazu, dass rund die Hälfte der Fahrgäste auf das Auto umgestiegen ist.“
Konkreter Mangel seien fehlende Absprachen unter den Beteiligten. Außerdem brauche es zwei Linien. Es sollten nämlich wie beim Zugverkehr auch Busse mit zwei Direktverbindungen (SAD-REG) geben ohne Zwischenhalt in Regenstauf und Maxhütte und eine zweite Linie mit Halt in diesen Kommunen. Das geschah bisher demnach nicht. „Die katastrophale Planung gipfelte vor rund drei Jahren einmal darin, dass ein SEV mittels der Buslinie 41 von Schwandorf nach Regensburg mit sage und schreibe rund 50 Haltestellen und einer einfachen Fahrzeit von 90 Minuten angeboten wurde“. Dritter Kritikpunkt: Weder in Schwandorf noch in Regensburg sei an den Bahnhöfen selbst noch auf dem Bahnhofsvorplatz Personal für den SEV abgestellt worden. Busfahrer waren ahnungslos und hätten keine konkreten Vorgaben für Abfahrtszeiten gehabt. Auch eine Abstimmung der Abfahrtszeiten der Oberpfalzbahn Cham/Furth habe es nicht gegeben.
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Die Folge: „Es waren ohne Personalbesetzung der Busse keine Anschlussanmeldungen möglich.“ Wartezeiten von einer Stunde in SAD seien deshalb die Regel gewesen. Dazu käme die Busfahrt von REG nach SAD und der Anschlusszug nach Cham. Macht nach Roiders Rechnung eine Odyssee von rund drei Stunden. „Wer hat da Lust auf SEV?“, fragt er sich.
Der Altbürgermeister fordert den bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter als Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) dazu auf, die Eisenbahnverkehrsunternehmen anzuweisen, einen ordentlichen Schienenersatzverkehr einzurichten. Dazu gehören demnach zwei Buslinien – mit und ohne Zwischenstopp – und der Verzicht auf die inakzeptable Buslinie 41 mit 50 Haltestellen. „Die Direktverbindung wäre besonders wichtig für Besucher der LGA in Furth im Wald“, so Roider.
Stoßzeiten beachten
Es müsse außerdem möglich sein, dass sich die Verkehrsunternehmen untereinander absprechen und Bahnhofsvorplätze und Busse grundsätzlich besetzt sind. Darüber hinaus sollten Stoßzeiten berücksichtigt und Abfahrtszeiten geplant werden.
Immens wichtig wäre für Roider: „Die Fahrdienstleiter in den Bahnhöfen SAD und REG sollten bei Bedarf über die Transportleitung der Bahn informiert werden können, wenn SEV-Busse zu spät in den Bahnhöfen eintreffen, damit die Anschlusszüge gegebenenfalls noch warten können. Hier sollten die Fahrdienstleiter positiv auf die Abfahrtzeiten einwirken dürfen.“ Ob die Planungen der Bahn so weit gehen, muss abgewartet werden. In einer Stellungnahme hatte man lediglich angekündigt, die LGS in die Planungen einzubeziehen.
