Bahn bleibt hart: Strecke wird gesperrt – zum Nachteil der Landesgartenschau Furth im Wald

Die Bahn bleibt hart. Die Bahnstrecke Regensburg-Schwandorf wird vom 15. Juni bis 22. August wegen Sanierungsarbeiten geschlossen (wir berichteten). Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass dies zur Hochzeit der Landesgartenschau 2025 in Furth im Wald passiert. Die Reaktionen fallen zum Teil erstaunlich verständnisvoll aus.
Eine Presseanfrage unseres Medienhauses beantwortet eine Bahnsprecherin, Bereich Infrastruktur, so: „Eine Verschiebung ist leider nicht möglich.
Die Bahnstrecke zwischen Regensburg und Schwandorf ist eine zentrale Relation für den Schienenverkehr in der Oberpfalz.“
Sanierung ist erforderlich
Auf dem Streckenabschnitt sei die Schieneninfrastruktur stark beansprucht und störanfällig. Dies führe zu vielen Verspätungen. Die Sanierung der Strecke Regensburg-Schwandorf sei daher zeitnah erforderlich, um Stabilität und Pünktlichkeit zügig zu verbessern.
„Dafür erneuern wir den Oberbau, dies beinhaltet Schienen, Schwellen, Befestigungsmittel, Schotterbettung, Bodenaustausch sowie Bahnübergänge“, heißt es. Darüber hinaus nehme die Strecke im ersten Halbjahr des kommenden Jahres während der Generalsanierung Nürnberg-Regensburg Umleiterverkehre auf. Die aktuell überalterte Infrastruktur würde dies demnach nicht zuverlässig bewerkstelligen können. Ebenso sollen im Anschluss an die Sanierung der Bahnstrecke Regensburg–Schwandorf sukzessive weitere Streckenabschnitte zwischen Schwandorf und Weiden erneuert werden. „Eine Parallelausführung mehrerer Abschnitte ist aufgrund logistischer Zwänge nicht möglich.“
Auf die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, die Lücke komfortabel zu schließen oder, ob Umleitungen eingerichtet werden können, antwortet die Bahnsprecherin: „Die Vollsperrung der Bahnstrecke Regensburg-Schwandorf vom 15. Juni 2025 bis 22. August 2025 beginnt hinter dem Hauptbahnhof Regensburg und endet vor dem Bahnhof Schwandorf. Für Reisende aus Richtung Regensburg wird ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, so dass der Anschluss nach Furth im Wald möglich bleibt. Um die Auswirkungen der Arbeiten im Bahnhof Schwandorf auf den Zugverkehr so gering als möglich zu halten, beschränken sich die Sperrungen im Bahnhof Schwandorf selbst auf kurze Zeiträume.“
Um wenigstens einigen Besuchern eine Fahrt mit der Bahn zu ermöglichen, wäre es da ein gangbarer Weg, die Sperrung zu minimieren und zum Beispiel an Wochenenden freizugeben?
Auch das sei ausgeschlossen: „Eine zwischenzeitliche Aufhebung der Sperrung ist leider aufgrund der auszuführenden Arbeiten nicht möglich. Das Erneuern der Eisenbahninfrastruktur (Gleise und Weichen) ist nur bei Vollsperrung der Strecke möglich.“
Schließlich bleibt die Frage, ob sich die Bahn ihrer Verantwortung bewusst ist und alles dafür tun wird, dass potenzielle Besucher bequem und zeitnah zum Top-Ereignis nach Furth im Wald kommen können?
Die Bahnsprecherin: „Es wird umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen angeboten, um den Verkehr und die Mobilität zwischen Regensburg und Schwandorf während der Bauarbeiten weiter zu gewährleisten und die Einschränkungen für Fahrgäste so gering als möglich zu halten. Der Ersatzverkehr wird durch die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen eingerichtet. Die Ersatzverkehrskonzepte werden derzeit detailliert erarbeitet. Die Anreise der Gäste zur Landesgartenschau Furth im Wald spielt in den Betrachtungen natürlich ein Rolle.“
Natürlich kommt die finale Antwort bei den Verantwortlichen der Landesgartenschau gar nicht gut an. Bürgermeister Sandro Bauer hatte sich zusammen mit Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, schriftlich an Ministerpräsident Markus Söder gewendet und um Unterstützung gebeten. Der Landtagsabgeordnete Julian Preidl von den Freien Wählern richtete einen Brandbrief an die Bahn und an das Verkehrsministerium.
Auch sein CSU-Kollege Dr. Gerhard Hopp ist nach eigenen Aussagen nicht untätig geblieben, steht demnach mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter in direktem Kontakt. „Wir loten gerade aus, wie man es verträglich gestalten kann.“ Im Nachbarland ist eine einvernehmliche Lösung laut Hopp offensichtlich möglich. Aus Tschechien sei ihm im Rahmen von Gesprächen signalisiert worden, dass es auch dort über den Sommer Baustellen geben würde, man den Zugverkehr aber so fließen lassen werde, dass es gut funktioniert. Wie es auf deutscher Seite gut funktionieren kann, ist die große Frage. Schienenersatzverkehr ist das eine.
Wenn aber, wie LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll sagt, eigentlich 300 Menschen kommen wollten und jetzt absagen, dann geschieht das aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus. Busse sind für große Gruppen von 300 bis 400 Leuten einfach zu teuer. Auch Regensburger Schulen wollten ihre Kinder in großer Zahl nach Furth im Wald schicken. Doch bei Kosten für einen Bus von derzeit rund 700 Euro sprengt das wohl jedes Schulbudget.
Kritik und Verständnis
Grundsätzlich erstaunt Knoll die Antwort der Bahn nicht wirklich: „Das war zu erwarten.“ Was sie aber ärgert, ist, „dass im Vorfeld niemand auf uns zugegangen ist und mit uns gesprochen hat.“ Was sie positiv stimmt: Die Strecke München-Prag bleibt bestehen.
Auch Furths Rathauschef ist auf Nachfrage natürlich enttäuscht von der Antwort. Allerdings hat er ein gewisses Maß an Verständnis: „Als wir letztes Jahr wegen der Sanierungsarbeiten die Straßen sperren mussten, war das auch mit Behinderungen verbunden.“ Er hofft jetzt, dass der Ersatzverkehr gut läuft, er kennt das nämlich auch anders: „Leider bin ich schon mal in Schwandorf gestrandet. Da war Ersatzverkehr zwar angekündigt aber es ist kein Bus gefahren, weil kein Fahrer zur Verfügung stand.“ Bauer ist klar, dass Unterhalts- und Sanierungsarbeiten sein müssen: „Aber doch nicht ausgerechnet in der Hochphase der Landesgartenschau. Dafür habe ich kein Verständnis.“
Landrat Franz Löffler antwortet wie folgt: „Infrastrukturmaßnahmen sind dringend notwendig. Ganz Deutschland beklagt sich über das marode Schienennetz. Da ist es doch nur richtig, wenn hier etwas passiert. Die Baumaßnahme an sich kritisiere ich nicht. Wichtig ist aber, dass der Schienenersatzverkehr funktioniert und die Fahrgäste ohne Beeinträchtigungen zur Arbeit oder zur Landesgartenschau kommen. Dazu stehe ich im engen Austausch mit der Stadt Furth im Wald und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.“
Ähnlich sieht es Preidl: „Generell ist es begrüßenswert, dass die Bahn investiert, das finde ich gut.“ Er fordert aber auch, dass jetzt ein Signal von der Bahn kommen muss, die Menschen ungehindert auf die Landesgartenschau zu bringen. Er möchte deshalb noch einmal Kontakt zur Bahn aufnehmen und reden, was möglich ist. Ihm schweben in Bezug auf den Ersatzverkehr zum Beispiel kleinere Busse vor, die dann dafür häufiger fahren. Bei allem Verständnis sagt Preidl aber: „Als regionaler Abgeordneter bin ich mit der Situation nicht zufrieden, das ist klar.“
Am Freitagnachmittag meldet sich noch einmal Hopp. Er hat gerade von Bernreiter die Info bekommen, dass sich die Fahrzeit Regensburg-Schwandorf in der Sanierungsphase um rund 30 Minuten verlängern wird. Es ist jedoch so abgestimmt, „dass die Anschlüsse von und nach Furth im Wald erreicht werden.“




