Helene Sigloch will grüne Oberbürgermeisterin von Regensburg werden: Das sind ihre Ziele

Der grüne Partei- und Fraktionsvorstand hat am Freitag seine Wunschkandidatin für die Regensburger OB-Wahl 2026 präsentiert: Helene Sigloch. Sie setzt auf eine starke Wirtschaft. Was sie sonst noch will.
Das Gründerzentrum Tech-Base am Galgenberg gilt als Aushängeschild der Regensburger Wirtschaft. Und so war es kein Zufall, dass die Grünen am Freitag dort ihre OB-Kandidatin Helene Sigloch vorstellten. Zumal eine solide Wirtschaftspolitik „ganz oben steht“ auf ihrer Agenda, wie die 41-Jährige gleich eingangs betonte.
Auf Sigloch hätten sich der Stadtvorstand und die Stadtratsfraktion verständigt, das bekräftigten Sprecher Oliver Groth, Fraktionschef Daniel Gaittet und Claire Lindner als Sprecherin der Grünen Jugend. Ihre offizielle Aufstellung soll bei einer Mitgliederversammlung im Mai folgen. Die promovierte Mathematikerin arbeitet als IT-Sicherheitsexpertin für smarte Hausgeräte bei der Bosch-Tochter BSH. Seit Oktober 2024 ist die Mutter von drei Schulkindern auch Stadträtin, davor war sie zwei Jahre Sprecherin des Stadtverbands.
Das Motto der Kandidatin: „Einfach machen“
Sigloch erklärte: „Regensburg ist wunderschön und macht auch vieles richtig, aber manchmal macht Regensburg es den Menschen auch unnötig schwer.“ Sie zieht mit dem Slogan „Ich will Regensburg einfach machen“ in den Kommunalwahlkampf. Eine solide Wirtschaftspolitik bringe den Menschen in Regensburg gute Arbeitsplätze. „Wir als Kommune brauchen natürlich die Gewerbesteuer, um damit zum Beispiel Schulen zu sanieren, Kitas zu bauen, Straßen zu reparieren, Radwege auszubauen, Wohnungen zu bauen und unser großartiges Kulturangebot, das seinesgleichen sucht, auch weiterzuführen.“ Auch für Investitionen in den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel brauche die Stadt Geld. Was eine stabile Wirtschaft angehe, habe sie in der Vergangenheit vieles richtig gemacht, die Wirtschaft auf verschiedene Standbeine gestellt, „dass dieses Loch im Automobilsektor ausgeglichen werden kann durch die anderen Branchen“. Sie wolle hier „nachschärfen“, kleine und mittlere Unternehmen besser unterstützen.
Auch beim Verkehr wolle sie Regensburg „einfach machen“. Wer vom Norden in den Süden radle, sehe eine ganze Reihe von Stellen mit Verbesserungspotenzial. Die Busse seien viel zu voll und auch wirklich langsam. Wichtige Wege des Alltags müssten zu Fuß erledigt werden können. „Die Verkehrswende nützt am Ende auch den Menschen, die gerne Auto fahren.“ Denn dann gebe es auch weniger Stau. Bei der Energiewende gebe es „noch viel Potenzial innerhalb der Stadt“, ob auf den Dächern oder bei ungenutzter Abwärme. Von der Energiewende profitierten auch alle, weil das die Nebenkosten im Rahmen halte und es ein wichtiger Standortfaktor sei. Beim Wohnbau gelte: „Mir ist wichtig, dass wir nicht nur anonyme Blöcke hinstellen und die großen Firmen alles entwickeln lassen, sondern auch kleinere Genossenschaften und Baugemeinschaften zum Zug kommen, damit die Menschen selbst ihr Quartier mitgestalten können.“ Für die Familien wolle sie mit viel Druck bei der Schulsanierung dranbleiben und für wohnortnahe Kita-Plätze sorgen.
Fraktionschef kritisiert „Stillstand“ in der Stadt
Sigloch betonte, dass Regensburg eine Oberbürgermeisterin mit Führungsstärke brauche. Fraktionschef Gaittet gab sich angriffslustiger. „Für mich hat es sich sei 2020, insbesondere unter der Koalition von Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Dr. Astrid Freudenstein, sehr so angefühlt, als wäre Regensburg eine Stadt, die mit angezogener Handbremse regiert wird. Ich glaube, dass Helene Sigloch die richtige Person ist, um die Handbremse zu lösen.“ Die Grünen setzten bei der Kommunalwahl auf ihre starke Basis in Regensburg, aber auch darauf, dass es sich „um eine sehr starke Personenwahl“ handelt, so Gaittet. „Wir spielen auf Sieg.“ Groth sagte, Sigloch sei „nach dem ganzen Stillstand, nach dem Streit, den wir gesehen haben, nach den Rollen rückwärts, die wir erleben mussten, die Person, die die Stadt jetzt braucht, um sie weiter voranzubringen“.
Die Grünen sind die dritte Gruppierung, die in den Kommunalwahlkampf einsteigt. Für die Brücke will Stadtrat Thomas Thurow OB werden, für die CSU kandidiert Bürgermeisterin Freudenstein. Die SPD hat noch nicht entschieden, ob sie mit Amtsinhaberin Maltz-Schwarzfischer ins Rennen geht.