Sophie Weber hört als Vorsitzende auf – Schwandorfer Stadtmarketing-Verein braucht neue Führung

Von Jan Lange · 3. April 2025 um 17:00

In Sophie Webers Leben ändert sich einiges: Die 34-Jährige wird bald Mutter, mit ihrem Schwandorfer Friseursalon ist sie von der Rathausstraße in die Friedrich-Ebert-Straße umgezogen und zudem wird sie sich vom Stadtmarketing-Verein zurückziehen.

In dem Verein von Händlern und Gewerbetreibenden hatte Sophie Weber im Vorjahr nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Stefan Theuerl kommissarisch die Vereinsführung übernommen. Zuvor war die Friseurmeisterin Theuerls Stellvertreterin gewesen.

Nach dem überraschenden Rückzug des Vereinschefs war auf eine Nachwahl verzichtet worden. Stattdessen wurde das Führungsteam umstrukturiert, und in der neuen Konstellation sollte bis zur nächsten Wahl weitergearbeitet werden.

Wer leitet künftig den Stadtmarketing-Verein?

Heuer stehen nun regulär Wahlen im Stadtmarketing-Verein an. Nach MZ-Informationen ist die entsprechende Versammlung in der nächsten Woche anberaumt worden. Schon vor einigen Wochen habe es den Versuch gegeben, eine Mitgliederversammlung durchzuführen. Der damalige Termin musste aber wieder abgesagt worden. Klar ist, dass Sophie Weber nicht mehr für ein Vorstandsamt zur Verfügung stehen wird. „Mit Familie und Geschäft lässt sich der Verein nicht professionell leiten“, begründet sie ihren Rückzug. Sie wohne nun auch in Amberg – was die Arbeit in dem Schwandorfer Verein nicht leichter machen würde. Deshalb will sie einen Schnitt unter ihre Vereinstätigkeit machen. Die 34-Jährige ist sicher, dass sich ein anderes Mitglied für den Vorsitz finden wird und es mit dem Stadtmarketing-Verein weitergeht. Einige Namen machen zwar bereits die Runde – doch ein klares Bekenntnis, für den Vorsitz kandidieren zu wollen, ist unserer Zeitung bisher nicht bekannt.

Sollte der Fall eintreten, dass kein Mitglied fürs Amt des Vorsitzenden zur Verfügung steht, will Sophie Weber den Verein nicht weiter kommissarisch leiten. Sie werde „definitiv zurücktreten“, kündigt die werdende Mutter an. Es hätten sich zu wenige Mitglieder des Stadtmarketing-Vereins aktiv eingebracht, blickt sie kritisch auf die zurückliegenden Monate zurück.

Teilweise Unzufriedenheit unter den Mitgliedern

Auch unter den Mitgliedern gibt es teils Unzufriedenheit. In der Vergangenheit sei der Stadtmarketing-Verein bei Festen und verkaufsoffenen Sonntagen regelmäßig mit einem eigenen Stand und Aktionen präsent gewesen. Es habe eine Gruppe von Aktiven gegeben, die diese Aktionen durchgeführt hätten, heißt es aus Kreisen der Mitglieder.

Nach dem Wechsel an der Spitze habe sich dies geändert. Engagierte Mitglieder hätten sich zurückgezogen. Es habe kein Miteinander mehr gegeben.

Sophie Weber hat mit dem Verein mehr oder weniger schon abgeschlossen. Ihr Fokus in den vergangenen Wochen lag vor allem auf dem Umzug ihres Friseursalons. Sie sei zwar mit dem bisherigen Standort zufrieden gewesen, aber aus technischen Gründen sei der Wechsel in die Friedrich-Ebert-Straße 21 notwendig gewesen.

Nach einer Modernisierung können die dortigen Räumlichkeiten seit Montag zum Haarewaschen, Schneiden und Färben genutzt werden. Sie wolle ein Zeichen setzen und habe sich zwischen mehreren Barber-Shops angesiedelt. An den Öffnungszeiten hat sich mit dem Umzug nichts geändert.