Meilenstein für Atlas Copco – Neues Kompetenzcenter bei der Scheugenpflug GmbH eingeweiht

Atlas Copco hat den Unternehmenssitz in Neustadt a.d. Donau um ein „Electronics Competence Center“ erweitert. Das Unternehmen, bekannt als weltweit eines der führenden Unternehmen im Bereich Kleben und Dosieren will hier drei Bereiche vereinen. Es sollen nicht nur neue Produktlösungen entwickelt und vorgeführt, sondern mit den Kunden, insbesondere auch aus der Automobilindustrie, die passenden Lösungen gefunden werden.
„Wir wollen hier am Standort etwas Einzigartiges schaffen, dass es so auf der Welt nicht gibt“, hatte Olaf Leonhardt einst bei der Grundsteinlegung als damaliger Scheugenpflug-Vorstandsvorsitzender gesagt. Herausgekommen ist auf rund 10 000 Quadratmetern Fläche ein Kompetenzzentrum für Technologien rund um die Elektronikfertigung. Im Rahmen eines Kundenevents wurde der Neubau vor wenigen Tagen eingeweiht.
Olaf Leonhardt, inzwischen Präsident für Industrial Assembly Solutions bei Atlas Copco, stellte fest: „Es ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Es ist technisch, architektonisch und funktional das beste, was ich bisher gesehen habe.“
Tatsächlich geht es um einen wichtigen Schritt auf einem sich schnell entwickelnden Markt für Elektronikfertigung, der Firmen vor neue Herausforderungen stellt. „Die Elektrifizierung ist ein Mega-Trend“, betonte denn auch Olaf Leonhardt. Und dieser Trend finde am Standort Neustadt (350 Mitarbeiter) statt.
Gemeinsame Lösungssuche
Innovative Ansätze und Ideen sind gefragt. Atlas Copco hat deshalb die Produktlinie Scheugenpflug investiert, was auch ein Bekenntnis zum Standort ist. Mehrere Kompetenzen werden vor Ort vereint – auch die anderen Kernbereiche von Atlas Copco, vor allem in den Bereichen Elektrifizierung, Digitalisierung oder Mikrotechnologie. Wichtig für die Kunden: Hier können sie vor Ort die Maschinen für ihre Zwecke testen und gemeinsam mit den Fachleuten des Unternehmens Lösungen entwickeln.
Daneben steht der Bau des Innovationszentrums für eine nachhaltige Technikaffinität. Das Gebäudeensemble besteht aus drei zusammenhängenden Baukörpern und zeichnet sich durch innovative Technologien wie Luft-Wasser-Wärmepumpen und einer 350 kWp-Photovoltaikanlage aus. Es erfüllt den KfW-40-Standard. „Im Zertifizierungsprozess für LEED (Leadership in Energy and Environmental Design), dem weltweit führenden System für nachhaltige Gebäude, wird der Gold-Standard angestrebt“, teilt das Unternehmen mit. Das Kompetenzzentrum für Technologien rund um die Elektronikfertigung wurde im Oktober 2024 mit dem BIM (Building Information Modeling) - Preis Bayern in der Kategorie „Übergreifende Verwendung von BIM-Modellen“ und dem Sonderpreis „Ländlicher Raum“ ausgezeichnet.
Landrat Martin Neumeyer zeigte sich bei der Einweihung genauso beeindruckt, wie Bürgermeister Thomas Memmel. Der Bürgermeister nannte das Projekt schlicht „Wahnsinn“ und freute sich: „Das Unternehmen ist ein Stück weit auch Tor zu unserer Stadt, wenn man von den überregionalen Straßen nach Neustadt kommt.“
Praktische Vorführungen
Einen ersten Eindruck vom neuen Kompetenzzentrum konnten sich auch 250 Besucher aus der Fahrzeug- und Allgemeinindustrie bei den „Innovation & Networking Days 2025“, die mit der Einweihung des Neubaus verbunden waren, verschaffen. Es gab Live-Dosiervorführungen und während der Networking-Möglichkeiten mit Branchenexperten und Materialherstellern die neuesten Trends und Technologien im Bereich des Kleben und Dosierens vor Ort zu erleben.
So verwies Dr. Holger Fricke, Abteilungsleiter für Klebetechnik am Fraunhofer IFAM in Bremen, in einer Podiumsdiskussion vor allem auf neue Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit für den Elektronikverguss. Und Arnd Hemmerlein, Business Line Manager der Produktlinie Scheugenpflug bei Atlas Copco, stellte die Anforderungen an kürzere Taktzeiten sowie In-Line-Qualitätskontrolle für die Produktion heraus, da Fahrzeughersteller zunehmend mehr Bauteile der Elektroantriebe selbst produzieren.
Darüber hinaus zeigten Experten namhafter Materialhersteller bei Live-Demonstrationen jeweils unmittelbar den Zusammenhang zwischen aktuellen Materialentwicklungen und der innovativen Dosier- und Vergusslösung auf.

