Chamer Jugend-Disco wird zum vollen Erfolg: Mehr als 500 Jugendliche stürmen die Tanzfläche

Von Johannes Lesser · 2. April 2025 um 19:00

Mit etwa 50 bis 100 Besuchern hatte Ingrid Roider vom Chamer Jugendzentrum (Juz) gerechnet. Am Ende wurden ihre Erwartungen bei der Jugend-Disco im MIA-Nightclub am Samstag deutlich übertroffen.

Den Autokennzeichen nach zu urteilen strömten „aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus“ nach Cham. Musik, ein angepasstes Getränkeangebot und ein strenges Sicherheitskonzept brachten viele positive Rückmeldungen von Kindern und Eltern.

Los ging es um 17 Uhr. „Die Schlange nahm irgendwie kein Ende“, beschreibt Roider den Andrang. Viele der jungen Besucher seien sehr aufgeregt gewesen. „Für sie war es das erste Mal, dass sie so einen Club von innen gesehen haben“, erzählt Betriebsleiter Fabian Stauber. „Die haben sich erst mal alles angeschaut. Auch die Ton- und Lichttechnik.“

Eine ausgelassene Feier

Lange blieb es jedoch nicht dabei: „Die Tanzfläche ist dann relativ schnell gestürmt worden.“ Bis zum Ende um 22 Uhr tanzten die jungen Besucher. „Es war super viel Freude in der Luft. Sie haben wirklich Spaß gehabt beim Tanzen. Das ist das, was bei den älteren Generationen ab und zu ein bisschen fehlt: dieses ausgelassene Feiern“, sagt Stauber.

Logischerweise galten für die Jugendlichen im Club etwas andere Regeln als bei einem üblichen Partyabend. Alkohol gab es keinen, außerdem mussten die Eltern im Vorfeld einen Aufsichtszettel mit den Kontaktdaten ausfüllen. Zusätzlich wurden Armbänder mit den Namen verteilt. Alle Clubgänger mussten direkt zum Juz-Team gebracht und später wieder abgeholt werden – ein Teil des Konzepts, das im Vorfeld auch mit dem Jugendamt abgestimmt wurde. So manchem jungen Besucher war das zu streng: „Es ist natürlich ein bisschen diskutiert worden, aber dann hat es auch gepasst“, sagt Ingrid Roider.

Veranstalter von Musikwünschen überrascht

Einen weiteren Unterschied gab es bei der Musik: Die wurde etwas leiser abgespielt als im MIA sonst üblich. Für das Rahmenprogramm sorgte ein DJ, der auch Musikwünsche entgegennahm. „Wenn er sich nicht sicher war, ob das was ist, was er spielen kann, ist das immer mit uns abgesprochen worden“, sagt Stauber. „Ansonsten waren die relativ frei mit ihren musikalischen Anliegen.“ Und die waren durchaus breit gestreut. „Was natürlich immer funktioniert, ist alles, was auf TikTok aktuell angesagt ist“, weiß Stauber, der aber auch überrascht wurde: „Da waren auch sehr viele 2000er-Sachen dabei, wo man eigentlich denkt, dass die Kids da noch ganz klein oder gar nicht auf der Welt waren. Aber die waren da super textsicher.“

Die Idee zur Jugend-Disco kam von den Betreibern des MIA selbst. „Wir haben dieses und letztes Jahr den Kinderfasching veranstaltet, der super angenommen worden ist“, erinnert sich Stauber. Nachdem sich die Aktionen im Club sonst eher an Leute im Alter über 30 richten, kam die Idee auf. „Natürlich wollen wir dann auch für die Jugendlichen etwas bieten, weil das ist ja die Zielgruppe, die wir in vier, fünf, sechs Jahren ansprechen wollen.“ Der Kontakt zum Jugendzentrum kam dann über Andreas Wischnewski zustande, der wie Roider zum Juz-Team gehört.

Am Ende stand ein erfolgreicher Abend. Schon während des Wartens auf die Eltern und der Übergabe der Kinder vor dem Club bekam Roider sehr positive Rückmeldungen. „Gerade für die große Absicherung“ gab es von den Eltern viel Lob. Sie seien dankbar gewesen, „dass ihre Kinder sowas erleben dürfen“.

Anfragen zur nächsten Runde

Auch beim MIA selbst gingen viele Nachrichten ein, „was mittlerweile schon ungewöhnlich ist“, sagt Stauber. Gerade über die sozialen Netzwerke. Dabei kam auch die Frage auf, ob noch einmal eine Feier in dieser Form stattfindet. „Vorstellbar ist es auf jeden Fall.“ Gleichzeitig müsse das Team des Jugendzentrums ein solches Projekt zunächst mit den Trägern – der Katholischen Jugendfürsorge und der Stadt Cham – abstimmen. Jetzt sei das Team erst einmal „erleichtert, dass alles so reibungslos über die Bühne gegangen ist“, so Wischnewski. „Es war schon mühsam“, sagt Roider – gerade in der Absprache für das Sicherheitskonzept.

Zeit zum Durchatmen gibt es für das Team des Jugendzentrums nach dem langen Wochenende allerdings keine. Zwischen 25 und 80 junge Leute kommen an drei Tagen in der Woche im Juz zusammen. „Es geht sofort weiter“, sagt Roider.

Für die Jugendlichen begann der Abend um 17 Uhr.