Sparkasse Regensburg zieht Bilanz: Kundeneinlagen bei mehr als vier Milliarden

Die Sparkasse Regensburg freut sich über Wachstum. Mit eigenen Angeboten wehrt sie sich gegen die Konkurrenz von Onlinebrokern und dem Bezahldienst PayPal.
2024 war ein gutes Jahr für die Sparkasse Regensburg. Vorstandsvorsitzende Irene Dullinger betonte bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch, das Geldhaus wachse trotz anhaltend herausfordernder Weltlage weiter. Inzwischen haben die Kunden der Sparkasse Regensburg 4,1 Milliarden Euro anvertraut. Sie ist der größte Mittelstands-Finanzierer der Region, kämpft aber auch mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen: von der Investitionszurückhaltung der Firmen bis zur Konkurrenz durch Onlinebroker wie Trade Republic oder den digitalen Bezahldienst PayPal.
Diesmal lud der Vorstand nicht in einen Besprechungsraum, sondern in eine Lounge im Erdgeschoss der Zentrale in der Lilienthalstraße. Die Banker wollen etwas lässiger rüberkommen.
Beim Thema Kreditgeschäft sprach Dullinger von „schönen Wachstumsraten im gewerblichen Bereich“, aber auch von Herausforderungen beim Wohnungsbau. Vorstandsmitglied Markus Bayer sagte, einer der größten Kundenwünsche sei das Eigenheim. „Ich kann keine Entwarnung geben, was die Stimmung auf dem Immobilienmarkt betrifft.“
Sonderkredit für Bauherren
Vor allem Kreditanfragen zu Sanierung und Modernisierung erreichten die Sparkasse In den letzten Wochen seien auch „ein paar interessante Kreditanfragen von Bauträgern“ auf den Tisch geflattert. Für Privatleute hat die Sparkasse ein Sonderkreditprogramm aufgelegt mit einem Bauzins von 2,47 Prozent. Limitiert ist es auf 150 000 Euro je Bauherr.
Die Sparkasse hat 3700 Kunden befragt. Das Ergebnis: 93 Prozent haben die Leistungen als gut, sehr gut oder sogar ausgezeichnet bewertet. „Kundinnen und Kunden schätzen unser Expertenwissen“, sagt Bayer. So seien zum Beispiel Immobilien als Investment oder Altersvorsorge weiter wichtige Säulen des Vermögensaufbaus. 2024 gab es vier Leitzinssenkungen. „Das führt zu einem hohen Beratungsbedarf“, erklärte Markus Bayer. Alternative Anlagen sind gefragt. Die Sparkasse erlebte 2024 das „beste Wertpapierjahr aller Zeiten“ und verzeichnete einen Zuwachs im Bestand von 6,6 Prozentpunkten.
Zur Wirtschaftslage stellte Manfred Pitzl fest: „Wir haben eine prosperierende Region.“ Der Großteil der Unternehmen stehe nach wie vor gut da. „Aber die Zahl derer, die gepfändet werden, nimmt deutlich zu.“ Einige Firmenkunden hätten Probleme, Kredite zurückzuzahlen. Es werde auch schwierig, Kunden von Investitionen zu überzeugen.
Immer mehr Menschen legen ihr Geld bei Onlinebrokern wie Trade Republic an oder überweisen in Sekundenschnelle per PayPal. Die Sparkasse stelle sich der Herausforderung, sagte dazu Markus Bayer. Auch das eigene Haus habe ETF, börsengehandelte Fonds, im Angebot. „Ich appelliere, das nicht nur auf die Gebühren zu reduzieren.“ Das Vorstandsmitglied verwies etwa auf die Geldanlage Smart Vermögen.
Als Antwort auf PayPal hat die Sparkasse das Bezahlsystem Wero über mehrere europäische Ländergrenzen hinweg eingeführt. Derzeit wird es ausgeweitet.
Ersatz für Filiale Hornstraße
Das Kreditinstitut hat einen Ersatz für die weggefallene Filiale in der Hornstraße gefunden. Die Adresse des neuen Beratungscenters wird erst kurz vor der Eröffnung bekanntgegeben. Wegen der Geldautomatensprengungen werde es immer schwieriger, Räume zu bekommen, sagte Manfred Pitzl. Allerdings wurde bei der Sicherheit inzwischen nachgerüstet. 620 Mitarbeiter beschäftigt die Sparkasse. Im Vorjahr sind 78 Fachleute eingestellt worden. 17 junge Leute haben eine Ausbildung begonnen. Eigentlich hätten es mehr sein sollen. Doch wegen des demografischen Wandels kommen weniger junge Menschen nach. „Zum anderen hat der Beruf des Bankkaufmanns durch Skandale und Verwerfungen an den Börsen enorm an Strahlkraft verloren“, hieß es am Rande der Pressekonferenz. Als zukunftsorientierter Arbeitgeber steuere die Sparkasse dagegen.
