Wo bleibt das Regensburger Begrünungs-Konzept für städtische Gebäude?

Von Juliana Ried · 2. April 2025 um 15:06

Die Fassaden städtischer Gebäude in Regensburg sollen möglichst grün werden, dafür gibt es eine breite Mehrheit im Stadtrat. Dennoch ist ein entsprechender Beschluss von 2020 bis heute nicht umgesetzt, wie sich am Dienstagabend im Umweltausschuss zeigte.

Diesmal hatten die Freien Wähler, die auch Umwelt-Bürgermeister Ludwig Artinger stellen, das Thema auf die Tagesordnung gebracht. FW-Stadtrat Christoph Schießl erklärte: „Es war politisch breiter Konsens, dass es ein Thema ist, dass man eigentlich schneller voranbringen will, als jetzt heute hier zu sitzen und einen Bericht zu hören, dass wahrscheinlich noch nicht so viel passiert ist.“

Bereits 2020 hatte der Umweltausschuss des Stadtrats die Verwaltung damit beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, für welche städtischen Liegenschaften Fassadenbegrünungen geeignet sind – und zwar einstimmig. Irmgard Freihoffer (damals Linke, heute BSW) hatte damals die Initiative ergriffen. 2023 hatten die Grünen nachgehakt – und erfahren, dass 180 von 200 städtischen Liegenschaften untersucht worden seien.

Amt über ein Dreivierteljahr ohne Amtsleitung

Dann allerdings geriet die Sache ins Stocken, wie Tobias Renz, Leiter des Amts für Gebäudeservice, ausführte. „Es ist leider in der Tat so, dass seit der letzten Berichterstattung keine weiteren Fortschritte mehr zu verzeichnen sind, was nicht zuletzt daran liegt, dass mein Amt über ein Dreivierteljahr ohne Amtsleitung war und dementsprechend die Arbeitslast noch höher war, als sie ohnehin schon ist.“

Nach seinem Antritt im Juni 2024 habe sich das Amt erst einmal sortieren müssen. In der Zeit hätten häufig sicherheitsrelevante Themen Vorrang gehabt. Dafür bitte er um Verständnis, auch wenn ihm klar sei, dass der Beschluss von 2020 Bestand habe. „Deshalb biete ich an, dass wir bis Ende des Jahres einen weiteren Fahrplan aufstellen.“ Anfang 2026 soll sich dann der Umweltausschuss damit beschäftigen.