FameLab: Regensburger Chemie-Doktorantin begeistert Jury als Science-Slammerin

Von Friederike Nottrott · 2. April 2025 um 14:00

Drei Minuten Zeit, ein Quadratmeter Platz – nicht mehr und nicht weniger. Beim Bayern-Vorentscheid von FameLab 2025 am Dienstagabend in der Alten Mälzerei präsentierten acht junge Nachwuchs-Wissenschaftler ihre Forschung als „Science-Slam“ live auf der Bühne.

Im Gegensatz zu Poetry-Slams, bei denen Dichter ihre selbst geschriebenen Texte in einer festgelegten Zeit vortragen, dreht sich beim Science-Slam FameLab alles um die Wissenschaft. Seit dem Start 2005 in Großbritannien findet das Format jährlich in 25 Ländern weltweit statt. Seit 2011 auch in Deutschland. In Regensburg organisiert das Stadtmarketing den Bayern-Vorentscheid bereits zum elften Mal.

Die Zeit war knapp – und die Themen komplex. Daher war Kreativität, Witz und Charme von den acht Kandidaten gefordert, um das bunt gemischte Publikum sowie die fünfköpfige Experten-Jury, bestehend aus Vertretern aus Lehre, Kultur und Wirtschaft, von sich und ihrer Forschung zu überzeugen.

Kuscheltiere, Glitzer und Rührei aus dem Mixer

An diesen Qualitäten mangelte es den Kandidaten am heutigen Abend, durch den die Moderatorin Stella Agomor führte, definitiv nicht. Mit Requisiten ihrer Wahl – vom bunt bemalten Plakat über Kuscheltiere und Glitzer bis hin zum Rührei aus dem Mixer – gaben die Talente alles, um ihre Themen möglichst anschaulich, verständlich und unterhaltsam zu präsentieren.

Erlaubt sind allerdings nur so viele Utensilien, wie die Kandidaten selbst tragen können. Manuskripte und Spickzettel? Tabu. Gefordert war also freies Vortragen. Obwohl die Kandidaten gegeneinander antraten, war die Stimmung vor und während ihrer Auftritte alles andere als angespannt. Sie unterstützten sich gegenseitig, nahmen einander die Nervosität und feuerten sich während der Vorträge an.

„Sternenstaub mit Superkräften“ verzauberte die Jury

Am Ende gelang es der Regensburger Chemie-Doktorandin Naomi Weitzel mit ihrer kreativen Performance über den „Sternenstaub mit Superkräften“ das Publikum und die Experten-Jury zu verzaubern. Mit tosendem Applaus wurde sie nicht nur „zur Siegerin der Herzen“ und somit Gewinnerin des Publikumspreises gekürt. Sie triumphierte auch als Gesamtsiegerin des Abends, da die Jury ihren Beitrag über leuchtende Nanopartikel in puncto Inhalt, Klarheit und Charisma als am gelungensten bewertete. Der zweite Preis ging an den Biophysik-Doktoranden Felix Richter, der in seinem Science-Slam mittels Leuchtstäben und Hefe-Kuscheltier anschaulich erklärte, wie er nach einer Pille forscht, die die Zellalterung verlangsamen könnte.

„Bühne für die Gründer von morgen“

„Diese Veranstaltung bietet eine Bühne für die Gründer von morgen. Wo kann man sonst in drei Minuten jemanden dafür begeistern, was man macht?“, sagt Bio-Park-Geschäftsführer und Jury-„Uhrgestein“ Thomas Diefenthal. Etwas in drei Minuten anschaulich und unterhaltsam zu erklären, so Diefenthal, erfordere nicht nur Mut, sondern sei eine Kunst. „Thank you for this really unterhaltsamen Abend“, fasst Antje Thoms, Jury Mitglied und Schauspieldirektorin am Theater Regensburg, die Veranstaltung zusammen.

Für die beiden Sieger des Bayern-Vorentscheids geht es in gut zwei Monaten zum FameLab Germany Finale nach Bielefeld, wo sie auf die jeweils besten Science-Slammer der anderen Bundesländer treffen werden.