Wohnquartier im Regensburger Westen: Jahrelanges Warten auf den Baustart

Von Marion Koller · 30. März 2025 um 05:00

Für ein Urbanes Gebiet am Regensburger Hochweg, also ein dicht bebautes Viertel mit Einkaufsmärkten und Kita, laufen letzte Abstimmungen. Die Nachbarn stört die Gebäudehöhe mit sechs Etagen.

Ende 2022 sind auf 6000 Quadratmetern an der Ecke Hochweg/Dornierstraße die alten Gebäude abgerissen worden. Fitnessstudio, Metzger, Bäcker und die früheren Paulin-Möbelwerkstätten der Eigentümerfamilie mussten weichen. Die Brüder Willi und Andreas Harlass-Neuking haben vor, ein Urbanes Gebiet mit 80 Wohnungen zu bauen.

Ebenfalls im November 2022 haben Willi Harlass-Neuking, Tanja Flemmig, die Leiterin des Stadtplanungsamts, und Architekt Ulrich Binder vom Münchner Büro Fink + Jocher den Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs vorgestellt. Drei Jahre danach ist das Filetgrundstück immer noch eine Brache – mitten in einem beliebten Wohngebiet.

Schallschutz wird diskutiert

Einige Bewohner der benachbarten Tretzel-Wohnanlage sind sicherlich froh, dass sich der Baustart verzögert, weil sie die Höhe des Urbanen Gebiets – zum Teil sechs Etagen – und den zusätzlichen Verkehr sowie Lärm, den es mit sich bringen wird, äußerst kritisch sehen. Doch auf dem umkämpften Regensburger Immobilienmarkt suchen auch viele Menschen eine Mietwohnung.

Herbert Küblböck von der gleichnamigen Unternehmensgruppe entwickelt das Areal für die Besitzer. Er wartet auf die zweite Auslegung des Bebauungsplans. Trotz mehrerer Abstimmungsrunden mit den städtischen Fachleuten liege dieser noch nicht vor. „Alle haben dasselbe Ziel“, sagt er. „Wir sind grundsätzlich einig über die Bebauung.“ Der Bebauungsplan werde gegenwärtig überarbeitet. „Das dauert sehr lange. Gewisse Prozesse bei der Stadt laufen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander.“

Küblböck ist überzeugt, dass die Stadt den Bebauungsplan wegen der Einwände der Nachbarn „sehr wasserdicht“ machen will. Stadtsprecherin Katrin Holzgartner versichert, die Stadtverwaltung befinde sich in der letzten Detailabstimmung zu einzelnen Regelungen des Bebauungsplans zusammen mit dem Vorhabenträger. „Hier führen Belange beider Seiten – auch und gerade aktuell des Vorhabenträgers – dazu, dass diese Detailarbeit notwendig ist.“ Als wesentliches Thema nennt sie den Schallschutz.

Ergebnisse der Beteiligung müssen abgewartet werden

Nach der Überarbeitung und der Zustimmung des Stadtplanungsausschusses haben dann die Öffentlichkeit sowie die Behörden und Träger öffentlicher Belange Gelegenheit, sich zu den Planungsunterlagen zu äußern. „Die Ergebnisse dieser Beteiligung müssen abgewartet werden, um seriös das weitere Vorgehen – inhaltlich wie zeitlich – hin zu einem Satzungsbeschluss und einer Rechtskraft des Bebauungsplans abschätzen zu können“, heißt es bei der Stadt. Dann könne auch erst über einen Bauantrag final entschieden werden. Ziel ist ein Veröffentlichungsbeschluss im ersten Halbjahr 2025.

Urbane Gebiete dürfen dichter bebaut werden und lauter sein als reine Wohnviertel. Dafür bieten sie kurze Wege zum Einkaufen, zur Kita, zum Jugendzentrum und manchmal zum Büro im selben Haus.

Die Pläne: Drei architektonisch unterschiedliche Gebäude verteilen sich auf einem massiven, sechs Meter hohen Sockel mit 3500 Quadratmetern. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Wohnetage ist drei Meter hoch. Im Sockel siedelt sich ein Nahversorgungszentrum mit Lebensmittelmarkt, Drogerie- und Getränkemarkt, Backshop und Tagescafé an. Eine Tiefgarage liegt darunter. Die Gebäuderiegel an Dornierstraße und Hochweg werden sechsstöckig (21,50 Meter), der Bau im Hintergrund wird mit Dachgeschoss fünf Etagen hochwachsen (18 Meter).

Geplant sind 80 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. 40 Prozent werden öffentlich gefördert. Ob Wohnungen verkauft werden, haben die Investoren noch nicht entschieden. Vorgesehen sind auch Büros.

Nachbarn in der Tretzel-Wohnanlage fordern vor allem eine Verringerung der Gebäudehöhe.

Zum Teil öffentlich gefördert

Aus den sechs Stockwerken direkt am Hochweg und der Dornierstraße sollen fünf werden. „Die Stadt ist auf uns als Beschwerdeführer nicht eingegangen“, sagt Anwohner Dr. Wilhelm Pfaffel. Wahrscheinlich komme es zur Klage.