BMW investiert 550 Millionen Euro und erweitert Produktion in den Landkreis Regensburg

Bei der Eröffnung einer neuen Karosseriefertigungshalle im Landkreis Regensburg legte BMW-Werkleiter Armin Ebner erneut ein Bekenntnis zum Standorten in der Oberpfalz ab. Der Autobauer habe in den vergangenen zwei Jahren 550 Millionen Euro in die Werke in Regensburg und Wackersdorf investiert. Und: Die Produktion brummt weiter.
„Es gibt Chancen im Leben, die hat man nur einmal“, so eröffnete der Bürgermeister von Neutraubling (Lkr. Regensburg) Harald Stadler seine kleine Ansprache. Und weiter: „Wenn BMW anklopft: Da gibt es nicht viel zu überlegen, da gilt es, zu handeln.“ Angeklopft hatte BMW deshalb, weil in Rekordzeit aus einer seit 2003 genutzten Logistikhalle der Spedition Preymesser ein weiterer Fertigungsstandort werden sollte: Das BMW-Werk baute die Halle zu einer Karosseriefertigung um. 120 Fahrzeugkarosserien werden hier für die Produktion der Linien X1 und X2 hergestellt, 150 Mitarbeiter haben nun im Landkreis Regensburg einen Arbeitsplatz. Dass BMW „über die Staatsstraße hinweg in den Landkreis zieht“, das freute auch Landrätin Tanja Schweiger.
Der Autobauer ist einer der wichtigsten Gewerbesteuerzahler der Region. Und einer der größten Arbeitgeber. Das soll auch so bleiben, wie Werkleiter Armin Ebner im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern sagte: „Wir hatten mit etwa 342 000 Einheiten ein sehr gutes Produktionsjahr, die Nachfrage nach X1 und X2 ist nach wie vor sehr, sehr hoch“, so der Werkleiter. „Wir gehen auch in diesem Jahr von einer ähnlich hohen Produktion aus, das ist sehr positiv.“ In die Standorte Regensburg und Wackersdorf habe BMW in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 550 Millionen Euro investiert. „Das ist ein Zukunftsbekenntnis für den Industriestandort Regensburg und für die Oberpfalz“, so der Werkleiter.
Stärkstes Werk Europas
Der BMW-Standort ist der produktionsstärkste des Autoherstellers in ganz Europa. Das soll auch so bleiben – trotz der weltweiten Rahmenbedingungen. Etwa zehn Prozent der Produktion in Regensburg-Harting werde in die USA geliefert, hieß es vor Ort. Die Nachricht von den Zöllen auf Fabrikate aus Europa, die US-Präsident Donald Trump in dieser Woche verhängte, würden eine untergeordnete Rolle spielen. Dass der Standort gerade einen richtigen Lauf hat, das belegten auch diese Zahlen: Im Jahr 2023 lag die Produktion noch bei etwa 238 000 Fahrzeugen. Mehr als ein Drittel der Fahrzeuge sind entweder Hybrid- oder Vollelektro-Modelle. „ „Wir fertigen unsere Fahrzeuge für den Weltmarkt und tragen zum Wachstum der Elektromobilität bei“, sagte Ebner.
„Dass BMW sich räumlich erweitert, ist für die Region sehr erfreulich“, sagte Landrätin Tanja Schweiger. „Dass die Suche für eine zweite Produktionslinie im Landkreis zu einem Ergebnis kam, das freut mich natürlich ganz besonders.“ Schweiger betonte in ihrer kurzen Ansprache, dass Wirtschaftsförderung aus ihrer Sicht nicht bedeuten kann, „einen weltweit agierenden Autokonzern wie BMW auf die Beine zu helfen“. Das wäre „geradezu vermessen“. Den Beitrag, den Behörden wie das Landratsamt oder die Stadt Neutraubling leisten könnten, wären schnelle und unbürokratische Entscheidungen. „Wir müssen den Service anbieten“, sagte Schweiger. „Die wichtigen wirtschaftlichen und strategischen Entscheidungen zu treffen, das können Unternehmen wie BMW viel besser.“ Wenn jeder wisse, was er zu tun hat, „dann entsteht ein großes, funktionierendes Werk, bei dem jedes Zahnrad ineinandergreift“, so Schweiger.
Einst Eingemeindungen
Dass das BMW-Werk auf dem Gebiet der Stadt Regensburg liegt, hat historische Gründe. Als die Ansiedlung des Standortes Ende der 70er-Jahre beschlossen wurde, bestand BMW darauf, mit einer Stadtverwaltung der Größe Regensburgs zu verhandeln. Daraufhin wurde Harting eingemeindet. Heute spielt das keine Rolle mehr, sagt Werkleiter Ebner.
Neben den harten Fakten über Produktionslinien und Karosseriefertigungslinien hinaus trug Bürgermeister Stadler noch eine menschelnde Geschichte bei. Der neue Leiter der Fertigung in Neutraubling, Peter Miller, ist der Trauzeuge Stadlers. „Das verbindet“, schmunzelte Stadler.


