Mehrere Interessenten, aber kein Zuschlag: Paragon-Gelände steht weiter zum Verkauf

Von Hubert Heinzl · 29. März 2025 um 05:00

Nach dem Abbau von 100 Jobs 2024 sieht das Management das Paragon-Werk in Schwandorf wieder auf einem guten Weg. Die Geschäfte hätten sich gut entwickelt, nun solle der Standort stärker international vernetzt werden, hieß es auf Anfrage. Die Pläne, das Betriebsgelände zu verkaufen und sich auf Teilflächen wieder einzumieten, blieben allerdings bisher erfolglos.

Zu erwerben ist nach wie vor das komplette Paragon-Areal an der Gutenbergstraße mit einer Grundstücksfläche von 55 774 Quadratmetern samt Hallen und Büros. Auch am Verkaufspreis – einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag hat sich nichts geändert. Als Extras gibt es auf dem Unternehmensgelände unter anderem eine Komplettversorgung mit Fernwärme, und 200 Stellplätze. Die Verkehrsanbindung ist gut, die Autobahn A93 schnell erreichbar.

Das Besondere an der Offerte: Fünf Gebäude im östlichen Teil des Betriebsgeländes, also zur Bellstraße hin, will Paragon von dem künftigen Eigentümer anmieten, um weiter Platz für die verbliebenen Sparten mit ihren rund 130 Beschäftigten zu haben – neben Rollendruck und Verwaltung vor allem die Finishing-Abteilung.

All dies ist so oder ähnlich noch immer auf der Homepage des Immobilienmaklers Baumgärtner & Duscher zu finden, der schon einmal eine Paragon-Liegenschaft erfolgreich an den Mann gebracht hat. Im Dezember 2021 übernahm die R. Brücklmeier GmbH (RBM) den Gebäudekomplex an der Nordseite, zwischen Gutenberg- und Industriestraße.

Ein Überangebot an Flächen

Die etwa 8300 Quadratmeter große Halle auf dem 22 000 Quadratmeter großen Grundstück ist alteingesessenen Schwandorfern ein Begriff. Denn früher war sie unter anderem als Produktionsstandort von Triumph-Adler für Büromaschinen ein Begriff. Heute dominieren in der RBM-Halle Beschichtungs- und Sandstrahltechnik sowie Anlagen für den Maschinenbau.

Dass das Gros der Paragon-Flächen in Schwandorf bisher noch keinen Käufer gefunden hat, mag an der schieren Dimension der Offerte liegen. Doch Geschäftsführer Heiner Duscher von der Immobilien-GmbH mit Sitz in Wackersdorf nennt auf Anfrage weitere Gründe. Nach seinen Worten hat es „tatsächlich Interessenten gegeben“, darunter auch einige aus der Region. Auch drei international agierende Unternehmen hätten sich für das Angebot interessiert, „doch die haben sich alle gegen Deutschland entschieden“.

Der Standort D, lässt Duscher durchblicken, leidet unter der Abwanderung von Unternehmen oder Unternehmensteilen. Und das bekommt nach seinen Worten auch die Immobilien-Branche zu spüren. Duscher: „Im Umkreis von 100 Kilometern gibt es 150 Hallen zwischen 20- und 50 000 Quadratmetern, die zu verkaufen oder zu vermieten sind.“

Immobilienfrage hat nicht die erste Priorität

Für die Unternehmensspitze sind beim Umgang mit dem Betriebsgelände in Schwandorf weiterhin „alle Szenarien denkbar“, so Alexander Schäfer, Chief Sales Officer (CSO) der Paragon Dach & CEE, auf Anfrage. Ein möglicher Plan B könnte auch darin bestehen, das Areal an der Gutenbergstraße zu behalten und Teile an Dritte zu vermieten.

Erste Priorität für Paragon in Schwandorf hat nach den Worten Schäfers aber ohnehin nicht die Immobilienfrage, sondern „eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung und Auslastung der Produktionsressourcen“. Nach der Restrukturierung sieht der Vertriebschef den Standort auf einem guten Weg. Die Geschäftsentwicklung sei positiv gewesen, die Auftragslage stabil geblieben: „Die Fokussierung auf die sogenannte Finishing-Produktion am Standort Schwandorf ist erfolgt.“ Für den Markt sei man mit aktueller Technik „hervorragend aufgestellt“, so Schäfer. Zugute kommen soll dem Standort in der Großen Kreisstadt nach seinen Worten auch eine Strukturreform in der internationalen Paragon Gruppe, die noch im Sommer dieses Jahres greifen soll. Ab dem 1. Juli werde es eine „Manufacturing Division“ geben, die das Direktmarketing-Geschäft über alle Länder bündelt.

Synergien werden genutzt

Künftig solle Schwandorf also neben Standorten in Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien unter einem Dach geführt werden, um Synergien in Einkauf und Produktion zu nutzen, so der CSO. Der Standort an der Gutenbergstraße werde davon profitieren können, „da da durch die hervorragende technische und personelle Ausstattung vor Ort auch mehr Volumen für den internationalen Markt produziert werden können“.