Vom Sandkasten bis zur Großbaustelle: Schwandorfer Transport und Erdbau bewegt viele tausend Tonnen

Von Petra Beer-Dausch · 17. März 2025 um 11:00

Ob auf der Baustelle des Bahn-Projekts Stuttgart 21, bei Arbeiten am Steinberger See oder an den neuen Naabbrücken in Schwandorf – die blauen Lastwagen der Schwandorfer Transport und Erdbau GmbH und Co. KG sind überall zu finden. Bei einem Firmenbesuch von OB Andreas Feller im Bayernwerk 20 stellte sich das Unternehmen vor.

„Wir betrachten uns in erster Linie als Baudienstleister“, sagt Gesellschafter und Geschäftsführer Josef Beer. Dabei ist das Leistungsspektrum des Unternehmens groß – von kleinsten privaten Aufträgen wie der Lieferung eines Kubikmeters Spielsand bis hin zu Großbaustellen, bei denen „x-tausend Tonnen“ Material an- oder abtransportiert werden. Im vergangenen Jahr habe man bei der bewegten Tonnage die Millionengrenze sicher überschritten, rechnet Josef Beer zusammen.

Bei einem Firmenbesuch im Bayernwerk 20 informierten sich Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und Armin Rank, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung bei der Stadt Schwandorf, vor Ort und fragten auch nach, wo der Schuh drückt. Einige Punkte fielen Josef Beer da schon ein, auch wenn er absolut zuversichtlich in die Zukunft blickt, denn die Firma sei „breit aufgestellt und regional gut vernetzt“. Auch um die Nachfolge braucht sich der Gesellschafter und Geschäftsführer keine Sorgen zu machen. Drei seiner vier Kinder – die Söhne Sebastian und Tobias sowie Tochter Susanne – sind im Unternehmen tätig und bereits „in die Nachfolgeregelung mit eingebunden“. Im nächsten Jahr feiert die Firma ihr 20-Jähriges als Schwandorfer Transport und Erdbau GmbH und Co. KG.

Der älteste Teil des Firmengebäudes stammt von 1932

Nach dem Ausscheiden des zweiten Gesellschafters gab Josef Beer damals der ehemaligen Schaumberger und Stöckl GmbH einen neuen Namen und orientierte sich auch räumlich neu – mit dem Umzug von der Industriestraße auf das ehemalige Bayernwerkareal. Rund 10 000 Quadratmeter ist das Firmengelände groß, die Gebäude waren einst Lehrtrakt für Elektriker oder Schlosser und eine Schreinerei, in der großen Halle mit Gleisanschluss wurden Loks repariert. Josef Beer freut sich, dass er das „wunderschöne, alte Gebäude“ mit Klinkerfassade vor dem Abriss bewahren konnte. Bei einem Rundgang erklärt er, dass der älteste Teil bereits 1932 errichtet wurde, 1952 folgte das große Gebäude mit Gleisanschluss, 1972 das Obergeschoss und die Halle, in der heute Fahrzeuge, Geräte und Material untergestellt sind. Ehemalige Werkstätten wurden für Büroräume saniert und umgebaut, nicht selbst benötigte Flächen sind vermietet als Lager oder Garagen.

Fuhrpark umfasst nicht nur 24 große Lastwagen

„Es hätte nicht besser kommen können“, sagt Josef Beer zum jetzigen Standort und kann als einzigen, kleinen Nachteil die „etwas schwache“ Busanbindung ausmachen. Die Schwandorfer Transport und Erdbau GmbH und Co. KG ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die Leistungen im Transport- und Erdbaubereich umfassen Schüttgutlieferung wie Kies, Sand, Schotter, Splitte oder Humus, Entsorgung von Erdaushub oder Bauschutt, Abrollcontainer, thermoisolierte Nutzfahrzeuge für den Asphalttransport oder Baugrubenaushub und Vorbereitung für eine Bodenplatte.

Der Fuhrpark besteht aus 24 großen Lastwagen. Die größten können mit bis zu 28 Tonnen Material beladen werden, dazu gibt es kleinere Fahrzeuge wie Transporter oder Kastenwagen und Baumaschinen wie Bagger, Raupen oder Walzen. Eigentlich sei das Ziel, kein Fahrzeug länger als sechs Jahre im Fuhrpark zu haben und es dann durch ein neues zu ersetzen. Doch das sei gerade nicht leicht, denn es gibt laut Josef Beer bei Neufahrzeugen Probleme mit anfälliger Elektronik oder vielen Störungen bei den Abgasanlagen. Deshalb habe man die Bestellungen vorerst zurückgestellt.

32 fest angestellte Mitarbeiter und zehn Aushilfsfahrer gehören zum Team. Noch gebe es keine Probleme, die Stellen zu besetzen, sagt Josef Beer auf Rückfrage von Armin Rank. Aber in Zukunft werde es wohl eine Herausforderung werden. Denn die Hürden, um Berufskraftfahrer zu werden, seien heute höher, Allein der Führerschein koste 8000 bis 10 000 Euro. Deshalb gebe es immer mehr Bewerber, die wollten, dass die Firma dies übernehme. Außerdem gelten laut Beer für Lkw-Fahrer im Nahverkehr dieselben Lenk- und Ruhezeiten wie im Fernverkehr. „Wir könnten ein bis zwei Stellen auffangen, wenn unsere Beschäftigten länger arbeiten dürften“, so der Geschäftsführer, der aber auch einräumt, dass es schwierig sei, unterschiedliche Regelungen zu treffen und zu kontrollieren.

Gleisschotter aus Nittenau für Stuttgart 21 transportiert

Die Fahrer der Schwandorfer Transport und Erdbau GmbH und Co. KG kommen in der Regel jeden Abend nach Hause. Natürlich gebe es immer wieder mal längere Strecken, auch ins benachbarte Ausland, zu absolvieren. Und besondere Aufträge wie den Transport von Material von Regensburg auf die Baustelle der Allianz Arena oder von Gleisschotter aus Nittenau auf die Baustelle von Stuttgart 21 über mehrere Wochen.

Etwa 20 Prozent des Jahresumsatzes stammten von Aufträgen aus privater Hand, berichtet Josef Beer. Ansonsten beteilige sich die Firma an Ausschreibungen, arbeite für die öffentliche Hand ebenso wie für private und gewerbliche Auftraggeber und sei als Subunternehmer auf Baustellen im Einsatz – etwa bei den Schwandorfer Naabbrücken oder beim Südostlink. Das Unternehmen habe viele Bestandskunden, die ihm seit 30 oder 40 Jahren die Treue hielten. Auch deshalb ist Josef Beer – anders als viele Unternehmen in der kränkelnden Baubranche – „guter Dinge“ beim Blick in die Zukunft: „Ab Ostern brummt es wieder richtig.“

Arbeitsplatz mit Aussicht: Bei einem Baugrubenaushub am Steinberger See wird Material abtransportiert. Die Fahrer kommen in der Regel jeden Abend nach Hause. Foto: Susanne Beer
Ein blauer „Schwandorfer“-Lastwagen im Tunnel von Stuttgart 21. Foto: Jürgen Matuschowitz