Die Schlegl GmbH in Schwandorf ist gut aufgestellt: Die Maschinen sind ausgelastet

Von Josef Schaller · 23. Februar 2025 um 05:00

Der überraschende Tod von Firmengründer Franz Schlegl von der Firma Schlegl GmbH im Mai 2023 hatte damals nicht nur bei den Beschäftigten für große Bestürzung gesorgt. Etwaige Sorgen, wie es mit dem Werk weitergehen würde, waren jedoch unnötig.

Das zeigte sich bei einer Betriebsbesichtigung von Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung der Stadt am vergangenen Mittwoch. Das mittelständische Unternehmen hat in betrieblicher Hinsicht den schweren Verlust gut weggesteckt. Geschäftsführerin Andrea Kraus ist mit dem Umsatz zufrieden.

Nur zehn Monate nach der Errichtung seines neuen Firmensitzes in der Schwandorfer Bellstraße im Jahr 2022 war der Firmeninhaber und -gründer im Mai 2023 plötzlich und unerwartet verstorben. Die langjährige Angestellte Andrea Kraus, die einst als Auszubildende ihren beruflichen Werdegang bei der Firma begonnen hatte, war bereits 2019 zur Geschäftsführerin befördert worden. Seit 2021 ist sie auch Gesellschafterin der GmbH.

Firmengründer Franz Schlegl hatte sein Wissen frühzeitig weitergegeben

Die Führung des Unternehmens war dadurch weiterhin geregelt. Dass auch die Produktion ohne größere Probleme weiterlaufen konnte, dafür hatte Franz Schlegl selbst gesorgt, und das lange vor seinem plötzlichen Ableben. Er habe nämlich sein ganzes Wissen an seine langjährigen Mitarbeiter weitergegeben, so die neue Leiterin der Firma.

Ein langjähriger Mitarbeiter und eine externe Kraft, mit der die Firma schon seit langem zusammenarbeitet, teilen sich seit dem Tod des Firmengründers die Betriebsleitung. Ansonsten habe es personell keine Veränderungen gegeben, sagte die Geschäftsführerin.

70 Prozent der Produktion gehen ins Ausland

Die Maschinen seien ausgelastet. Mehr Personal sei deshalb derzeit nicht erforderlich. 70 Prozent der Produktion würden ins europäische und außereuropäische Ausland gehen. Geliefert werde außerhalb Europas unter anderem nach Israel, Thailand, Brasilien. So genannte „präferenzberechtigte“ Ausfuhren, eine zollrechtliche Vorzugsbehandlung in europäische und außereuropäische Partnerländer, würden ein vereinfachtes Exportverfahren gewährleisten.

Zwar sei im vergangenen Jahr ein leichter Umsatzrückgang von acht bis neun Prozent zu verzeichnen gewesen, wie Kraus sagte, aber das habe man überbrücken können. „Wir haben dafür mehr Reparaturarbeiten angenommen“, so die Geschäftsführerin.

Fertigung von Fahrzeuggestellen für Anhänger ist der Schwerpunkt

Bei einer Führung durch die Betriebsstätte stellte Kraus die verschiedenen Produktionsbereiche vor. Von einem Sattelzug wurden gerade mit einem Kran lange Rohre mit einem quadratischen Durchmesser von 80 Zentimeter abgeladen. Bis zu 100 Tonnen solcher Rohre würden in einem Jahr verarbeitet, wie Kraus auf Nachfrage sagte. Die Rohre würden in Italien produziert. Viele weitere Bauteile würden auch aus Japan und Taiwan angeliefert.

Der Schwerpunkt der Leistungen liege in der Fertigung von Fahrgestellen für Auto-Anhänger mit allen dazugehörigen Komponenten. Dazu gehören Gummifederachsen und Starachsen, gebremst und ungebremst, unterschiedliche Variationen von Auflaufeinrichtungen und Zugdeichsel. Auch hier könne das Unternehmen mit unterschiedlichen Modellen aufwarten, so auch mit gekröpften und variabel einstellbaren, die einen möglichen Höhenunterschied zum Zugfahrzeug ausgleichen können. Produziert würden auch Seilwinden, Bremsseile und Bowdenzüge. Derzeit müsse die Firma einen Großauftrag über die Herstellung von Anhängerachsen abarbeiten, die nach Israel gehen.

Die Bürokratie ist eine Belastung

Einen Kritikpunkt musste Andrea Kraus zum Abschluss der Führung dann doch noch loswerden. Es sei die Bürokratie, die ihr das Leben schwermache, so die Geschäftsführerin. „Miteinander reden ist das A und O, um gute Geschäfte zu machen“, sagt sie. Doch dazu komme sie kaum noch.

1982 hat Franz Schlegl das Unternehmen gegründet und sich damals auf den Anhängerbau spezialisiert. Angefangen habe alles in einer Garage, wie Kraus betonte. Dann seien in Schwarzenfeld bei seinem Wohnhaus Hallen gebaut worden. Der Betrieb sei schließlich auf die Herstellung von Achsen, anfangs auf ungebremste, später auch auf gebremste, umgestellt worden.

2021 habe Schlegl dann beschlossen, seinen Firmensitz nach Schwandorf in die Bellstraße zu verlegen und dort eine 6000 Quadratmeter große Halle zu bauen.

Bis zu 100 Tonnen solcher Stahlrohre werden jährlich bei dem Hersteller von Fahrzeugkomponenten verarbeitet. Foto: Josef Schaller