Jahn und Eisbären: Wie Regensburger Fans den Abstieg noch verhindern wollen

Von Felix Jung · 26. März 2025 um 20:00

Für die Sportstadt Regensburg könnten schwere Zeiten heranbrechen. Noch besteht Hoffnung. Das glaubt zumindest Felix Jung, aber nur diese extremen Maßnahmen helfen weiter

Sind Sie auch gerade auf einer Tour der Leiden? Noch vor kurzem Richtung Gipfel, jetzt auf dem Weg zur Hölle. Ich bin Regensburger Extremsport(fan)ler und befürchte das Schlimmste: den doppelten Abstieg meiner zwei Herzensvereine EVR und SSV.

Was habe ich nicht alles versucht, dass meine Aufstiegshelden und Meistermacher den Turnaround schaffen. Abergläubisch habe ich zeitweise das Granteln auf der Tribüne eingestellt. Gebetsmühlenartig die Uralt-Werbung von der Prüfeninger Straße „Geh nicht zig, geh nicht zag, geh gleich zu Zwack“ und „Kommst Du in die Tändlergasse, dann stoppe bei Schoppe“ ebenso innig wie die Jahn-Hymne „Wir lieben den SSV Jahn“ rezitiert. Mich in das viel zu eng gewordene Oli-Hein-Trikot gezwängt. Mir meinen Wollpullover fürs Freiluftstadion übergezogen und heimlich Sterndlwerfer abgebrannt. Sogar die Stadionhalbe habe ich, Felix Glückskind, mit der Ein-Liter-Weinschorle getauscht. Prompt kam der Kater.

Doch man ist nicht umsonst jahrzehntelanger Anhänger, um nicht zu wissen, was getan werden muss: Beide Teams brauchen mehr Energie. Als Zielwasser hilft wohl nur noch der intravenös verabreichte Wunder-Sprudel direkt vom Sponsor. Vielleicht finden sich noch alte Energy-Drink-Reserven vom Eisbären-Weltmeister Jiri Lala in den Katakomben.

Neue Lebensgeister wecken zusätzlich Knackersemmeln mit allem und vor allem mit viel einheimischem Hausmachersenf vom Ex-Trikotsponsor. Ansonsten? Wie wäre es mit unserer Kolumne? So könnte zumindest ein vergnüglicher Start in den Tag gelingen, auch wenn Extremsport(fan)ler wie ich womöglich beide Dauerkarten zukünftig im Fegefeuer abholen müssen.