Stadtbibliothek Furth im Wald zieht mit 25000 Medien ins Amtsgerichtsgebäude um

Die Regale leeren sich, Kisten stehen gepackt für die Abholung bereit, weitere Kartons stapeln sich gegenüber des Eingangs und warten darauf, befüllt zu werden. Es ist nicht zu übersehen: Die Stadtbibliothek Furth im Wald zieht um.
Wie lange genau Bücherwürmer in den Räumlichkeiten am Schlossplatz 6 ihre Heimat hatten, weiß Kulturamtsleiterin Karin Stelzer spontan gar nicht. „Aber es waren viele Jahrzehnte.“
Die Landesfachstelle hilft
Dementsprechend traurig ist auch Mitarbeiterin Heidi Buhl, „alleine schon deshalb, weil wir beim Umbau vor zwei Jahren eine Menge Herzblut reingesteckt haben“.
Eine Ära geht zu Ende, da sind sich alle einig. Doch natürlich ist auf der anderen Seite die Freude groß, jetzt eine hochmoderne neue Bibliothek im sanierten ehemaligen Amtsgerichtsgebäude zu bekommen. Derzeit werden Kisten gepackt. „80 Stück haben wir gekauft, die werden natürlich nicht reichen“, so Daniela Fuchsbüchler vom Kulturamt, die ebenfalls die Bibliothek betreut. Aber das Team stellt sich der logistischen Herausforderung, alles so zu verpacken, dass man es in den neuen Räumen wieder aus den Kisten holen und in die neuen Regale einsortieren kann.
„Rund zwei Stunden hat es gedauert, 30 Kisten mit den Romanen zu packen und zu beschriften“, sagt Buhl und ergänzt: „Wir haben viel ausprobiert, wie es am besten funktioniert.“ Große Unterstützung haben die Further dabei von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in Regensburg bekommen. „Doris Glonegger und Susanne Zacharias haben uns wirklich nach Kräften unterstützt, werden am 1. April sogar vor Ort sein, um uns zu helfen“, so Stelzer. Der Plan ist jetzt, dass die Mitarbeiter des Bauhofs immer 40 Kisten ins Amtsgericht bringen, die dort geleert werden. Inzwischen werden die anderen 40 Kisten befüllt. So ergibt sich ein Rundlauf, der vor dem 14. April abgeschlossen sein muss, weil dann Eröffnung gefeiert wird. Eine Herausforderung ist laut Stelzer auch, dass die alte Bibliothek ein einziger großer Raum war. Jetzt sind es viele kleine, in denen die einzelnen Abteilungen untergebracht werden müssen. „Kann schon sein, dass bis zum 14. April noch nicht alles zu einhundert Prozent fertig ist, aber wir werden auf jeden Fall für unsere Leser bereitstehen“, so die Kulturamtschefin.
Natürlich wird vieles neuer und moderner werden. Ein Pluspunkt ist die Barrierefreiheit. Im Gegensatz zu den alten Räumen gibt es im Amtsgericht einen Aufzug. In den vergangenen Wochen wurde jedes einzelne Buch in die Hand genommen und mit einer Markierung für das sogenannte RFID-System vorbereitet. Im Zuge der Maßnahme wurden auch alte Titel aussortiert. „Man sagt mit einigen Einschränkungen, alles, was drei Jahre nicht mehr ausgeliehen wurde, kann weg“, so Fuchsbüchler. Mit dem neuen System wurde möglich gemacht, dass Bibliothekskunden ihre Medien eigenständig ausleihen können. Auch Zurückbringen funktioniert in Zukunft automatisch. Entweder zu den Öffnungszeiten oder rund um die Uhr bei Einwurf in die Medienrückgabebox. Apropos Öffnungszeiten: Die werden in Zukunft ausgeweitet. „Solange das Amtsgericht geöffnet hat, kann man auch in die Bibliothek“, so Stelzer.
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Mitarbeiterinnen sind täglich von 15 bis 17.30 Uhr vor Ort – für alle, die ihre Medien lieber nicht nach dem neuen System ausleihen wollen. „Außerdem müssen wir ja den Zustand der zurückgegebenen Medien überprüfen, neue Titel bestellen und alte aussortieren“, so Fuchsbüchler. Die Arbeit wird den Bibliothekarinnen also auch nach dem Umzug nicht ausgehen.
Großzügige Förderung
Seitens der Landesfachstelle in Regensburg ist man ganz glücklich, was in Furth im Wald gerade entsteht. Glonegger hat die neuen Räumlichkeiten bisher nur in der Baustellenphase gesehen, ist aber sicher, dass es wunderbar wird. „Die Kombination Bücherei, Kulturamt, Touristinfo ist toll“, findet sie unter anderem mit Blick auf die erweiterten Öffnungszeiten.
Auch die Barrierefreiheit und das neue System seien bemerkenswert. Damit sei Furth im Wald auf dem technisch neuesten Stand. Die Förderung durch die Landesfachstelle sei jeden Cent wert gewesen.
Die Bibliothek
25 000 Medien hält die Further Stadtbibliothek vor. Laut Heidi Buhl sind 2500 davon immer im Umlauf. Besonders beliebt sind Bilder- und andere Kinderbücher. „Teilweise leihen die Leute 40 und mehr Medien auf einmal aus“, so Buhl.
Neben Büchern sind das CDs, DVDs, Brettspiele, Tonies, das Lernspielsystem Edurino, Papiertheater (Kamishibai) und vieles mehr. DVDs für Erwachsene wurden aus dem Programm genommen. Dafür wird es einen Streamingdienst geben. Auch eine Gamestation wird eingerichtet.