Jetzt wird das Dach der Parkarena für die Landesgartenschau in Furth im Wald angepackt

Die Parkarena ist das Herzstück der Landesgartenschau, die am 22. Mai in Furth im Wald (Landkreis Cham) beginnt. Jetzt geht der Bau in die heiße Phase. Auch wenn die Gerüchteküche brodelt, alles im Zeitplan, heißt es.
Am Mittwochnachmittag war es so weit: Bei der Firma Penzkofer Holzbau wurde im Zuge eines Pressetermins gezeigt, wie die einzelnen Waben zusammengebaut werden.
Die Gerüchteküche brodelt
Zuerst einmal musste aber ein Gerücht aus dem Weg geräumt werden: „Ja, wir werden fertig“, sagte Architekt Peter Hickl und ergänzte: „Nein, die Landesgartenschau muss nicht um zwei Wochen verschoben werden.“
Wenn die Zeitnot so groß wäre, dann hätte man das längst bei der Stadt angemeldet. Mit so einer Ansage hätte man demnach nicht bis auf den letzten Drücker warten können.
Eine Herausforderung wird das architektonische Meisterwerk, wie es von allen Beteiligten genannt wird, aber ohne Zweifel. Die Planung ist derart komplex, dass es unmöglich ist, Einzelzeichnungen von Hand anzufertigen.
168 Hexagone aus 1894 Einzelteilen
Die im Computer errechneten Daten werden an die Fertigungsmaschine der Firma Penzkofer geschickt und dort direkt verarbeitet. Die einzelnen Waben werden dann vor Ort auf dem Festplatz mit handelsüblichen Schrauben verbunden. Insgesamt werden 168 Hexagone hergestellt, die aus 1894 Einzelteilen bestehen. Rund 250 Kilo wiegt eine Wabe, die jeweils in Form eines Hexagons (Sechseck) haben. Einige seien auch viereckig, erklärt Josef Penzkofer. Nach und nach entsteht das Dach, das ab einer gewissen Höhe gestützt werden muss. Mit einer Spannweite von 38 Metern und einer maximalen Höhe von 15 Metern wird das fertige Bauwerk rund 50 Tonnen wiegen.
Vor wenigen Tagen hat sich der Baustatiker die digitalen Pläne noch einmal angesehen und an einigen Stellen weitere Schrauben gefordert. Das musste in das Programm eingearbeitet werden. Im Moment werden die ersten Waben angefertigt, rund eine Stunde wird für ein Bauteil veranschlagt. Während der Fertigung will man laut Penzkofer parallel schon mit dem Aufbau beginnen. Im Moment werden noch die Arenafläche und die Sitzstufen vorbereitet. Der Zeitplan sieht dann vor, dass Mitte April mit dem Aufbau, der rund zwei Wochen dauert, begonnen wird. Anschließend wird die Membran geliefert, die über das Dach gespannt wird. Laut Hickl wird diese gefaltet eine Größe von rund fünf auf sechs Meter haben, oben abgelegt und dann über das Dach ausgebreitet. „Dafür haben sowohl das Dach als auch die Membran Markierungen, die einfach übereinandergelegt werden“, erklärt Hickl. In rund einer Woche soll diese Arbeit abgeschlossen sein. Josef Beer, Bauplaner bei der Landesgartenschau, erklärt, dass während der Maßnahme auch schon angepflanzt wird.
Digitales Planen
Beer betont auch die hervorragende Zusammenarbeit der Firmen untereinander. Alles ist rund um die Parkarena sehr beengt, es müsse gute Absprachen geben. Da kommt allen Gewerken die digitale Arbeitsweise zugute. Jedes Unternehmen hat die gleiche Datei und sieht zu jeder Zeit genau, was zu tun ist. Es muss vor Ort nichts mehr berechnet oder ausgemessen werden. „Das macht uns alle schneller und minimiert die Fehlerquote deutlich“, so der Holzbauer. Ein Problem damit hat eigentlich nur der Baustatiker. Laut Hickl bräuchte der einen Plan, auf dem er seinen Stempel setzen kann, mit dem er bekundet, dass alles richtig berechnet ist.
