Die Parkarena in Furth im Wald soll ein architektonisches Meisterwerk werden

Im Zuge der Landesgartenschau Furth im Wald (LGS) 2025 bekommt die Stadt mit der Parkarena auch ein architektonisches Meisterwerk. Das wurde im Rahmen der Präsentation bei Penzkofer Holzbau in Eschlkam am Mittwochvormittag deutlich.
Vater der spektakulären Dachkonstruktion, die eine Spannweite von 38 Metern hat, an seiner höchsten Stelle knapp 15 Meter misst und 450 Besuchern Allwettersitzplätze bieten wird, ist Professor Christopher Robeller von der Technischen Hochschule (TH)Augsburg.
Wertvolle Teamarbeit
In seiner Fakultät für Architektur basteln er und seine Studenten an Projekten der Zukunft.
Vor rund eineinhalb Jahren hatte er sich an die Landesgartenschaugesellschaft in München gewandt, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. LGS-Prokuristin Tina Heigl konnte und wollte eine kleinere Konstruktion in das Schaugelände integrieren. Doch in der Geschäftsführung dachte man größer. Gleichzeitig war das Architekturbüro ph2 von Peter Hickl damit beschäftigt, an der Stelle, an der die Stadthalle stand, eine Überdachung für eine Naturtribüne zu entwickeln. Eins kam zum anderen, und schließlich fiel der Entschluss für die Wabenkonstruktion. „Es freut mich riesig, dass so etwas Außergewöhnliches entstehen kann“, freut sich Robeller, der gleichzeitig betont, eine solche solche Leistung sei immer ein Teamerfolg.
In den letzten Jahren habe man das Waben-Prinzip bereits in kleinerem Stil verwirklicht. „An der Hochschule ist es wichtig, junge Leute zu begeistern und Projekte anzuschieben. Das strahlt in die Studentenschaft.“
Darüber hinaus verfolge die bayerische Staatsregierung inzwischen eine neue Hochschulstrategie. Forschung und regionale Betriebe sollen vermehrt Kontakte knüpfen. Das habe im Fall Parkarena Furth im Wald und TH Augsburg bestens geklappt. Die Ausschreibung als ausführende Firma hat Holzbau Penzkofer in Eschlkam gewonnen. „Das Interesse war groß“, sagte Bürgermeister Sandro Bauer, insgesamt hätten sich acht Firmen, teils von weit her, um den Auftrag bemüht. „Um so mehr freut es mich, dass ein Unternehmen aus der Region das Rennen gemacht hat.“
Auf die Frage nach seinen Beweggründen, sich zu bewerben, sagts Firmenchef Josef Penzkofer, er liebe die Herausforderung. Schon vor 20 Jahren hatte sich der Bauingenieur mit dem Bau von Holzbrücken- und türmen beschäftigt.
Regelrecht ins Schwärmen geriet Furths Rathauschef, der auch LGS-Aufsichtsratsvorsitzender ist. „Für mich ist heute so etwas wie ein kleiner Feiertag.“ Er sei fasziniert von der Technik. „Wir kriegen da etwas ganz Besonderes – als Veranstaltungsort und für die Drachenpräsentation.“ Eine Selbstverständlichkeit sei der Bau allerdings nicht gewesen. Bauer erinnerte noch einmal an die Querelen rund um den Abriss der alten Festhalle (wir berichteten mehrfach).
Das habe auch zu einer Zeitverzögerung von rund drei Monaten geführt. Man könne ja nicht beginnen zu planen, wenn man nicht wisse, ob man die Halle abreißen darf. Mit 3,5 Millionen Euro sei der Gesamtbau veranschlagt, darin enthalten seien auch die Kosten für rund 150 Sitzplätze mehr als zunächst vorgesehen. Der Eigenanteil betrage rund 1,25 Millionen Euro. Bauer sieht auch einen großen Marketingeffekt für die Stadt, wenn beispielsweise Fachmagazine darüber berichten werden. Mehrere Fakten machten den Bau zu etwas ganz Besonderem. Architekt Peter Hickl, Hochschulprofessor Christopher Robeller und Holzbauingenieur Josef Penzkofer erklären es so: Die Konstruktion besteht aus 100 Prozent Holz, das von der Stiftung Voithenberg stammt und spart aufgrund der Bauweise rund 60 Prozent Material.
Eine Gemeinschaftsarbeit
Nachdem ph2 den Plan gezeichnet hat, der in der TH überarbeitet wurde, hat ein Statiker seine Berechnungen angestellt. Anschließend wurde ein Computer mit dem Plan gefüttert. Ein Algorithmus hat errechnet, dass es aus 2000 Einzelteilen bestehende 168 Hexagone braucht, wobei jedes eine andere Form hat, um die Konstruktion anzufertigen.
Anders als gewohnt ist dabei auch, dass für den Bau keine Stahlverbindungen gebraucht werden. Einzelzeichnungen von Menschenhand anzufertigen, ist schier unmöglich. Die Daten werden an Penzkofer geschickt, dort werden die wabenähnlichen Einzelteile hergestellt und vor Ort auf dem Festplatz mit handelsüblichen Schrauben verbunden, und so wird das Dach zusammengesetzt. Rund drei Wochen im Februar und März soll der Aufbau dauern. Abschließend wird die Konstruktion noch mit einer PVC-Folie überspannt.
„Es wird haarscharf, das wissen wir“, sagte Bauer. Er sei sich aber sicher, dass die Parkarena rechtzeitig fertig wird.
