Erfreuliche Zahlen der Rodinger Polizei: Erstmals seit 2017 keine Toten nach Unfällen

Von Oliver Hausladen · 26. März 2025 um 11:44

Weniger Unfälle und Verletzte, erstmals seit 2017 keine Unfalltoten – sehr erfreuliche Zahlen konnte die Polizeiinspektion Roding in ihrer Verkehrsstatistik für das vergangene Jahr präsentieren. „Wir hoffen, dass dieser Trend sich fortsetzt und wollen auch weiter mit Kontrollen und Präventionsarbeit zur Sicherheit auf den Straßen beitragen“, betonten Inspektionsleiter Bernhard Hager und Verkehrsexperte Wolfgang Zisler.

2023 hatte es noch zwei Verkehrstote im Rodinger Bereich gegeben. Dass es dieses Mal keinen gab, freut Hager sehr: „Das ist immer mit sehr viel Leid verbunden.“ Er und sein Team seien auch ein wenig stolz, mit ihrer Arbeit einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. „Sicher ist das nicht der Hauptgrund. Die Autos sind auch sicherer und die Straßen teils besser ausgebaut. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl“, so der Inspektionsleiter.

Die Zahl der Unfälle insgesamt sank von 1053 um 10,8 Prozent auf 939. 97 Menschen wurden dabei verletzt (Vorjahr: 110). Deutlich rückläufig war auch die Zahl der Unfallfluchten: 89 wurden registriert, 2023 waren es noch 108. In 378 Fällen konnten die Rodinger Beamten dabei den Täter ermitteln. „Wir sind dabei stark von Hinweisen von Zeugen abhängig“, merkte Zisler an und bat in diesem Zusammenhang, die Inspektion zu informieren, wenn man etwa einen Parkrempler mitbekommen hat.

Viele Fehler bei Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren

Häufigste Unfallursache mit 94 Fällen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Es folgen zu geringer Sicherheitsabstand (42), Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot (40), Missachten von Vorfahrt oder Vorrang (28), zu hohe Geschwindigkeit (17), Fehler beim Überholen (neun) oder Alkoholeinfluss (acht).

Auch die Zahl der Fußgängerunfälle ging von neun auf fünf zurück, dabei gab es vier Verletzte. Leicht gestiegen von 20 auf 24 ist dagegen die Zahl der Fahrradunfälle. Fast gleich blieb der Wert bei Motorradunfällen, mit 28 wurde einer weniger registriert als 2023. So genannte Mikrocars mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, die teilweise auch schon von 15-Jährigen gefahren werden dürfen, waren in keinen Unfall verwickelt, teilte Zisler mit.

Aufgeteilt auf Wochentage ereignen sich montags und freitags die meisten Unfälle (jeweils 162). Am sichersten ist es auf den Straßen (logischerweise, da weniger Verkehr ist) an Sonntagen, wo 94 Unfälle vorgefallen sind. Sortiert nach Tageszeiten scheppert es werktags im Berufsverkehr zwischen 5 und 8 Uhr (191) sowie zwischen 16 und 19 Uhr (167) am meisten.

Weniger Wildunfälle

Einen großen Unterschied gibt es im Vergleich mit den Unfällen innerorts (265) und außerhalb von Ortschaften (674). Dies liege vor allem daran, dass sich praktisch alle Wildunfälle außerorts ereigneten, erläuterte Zisler. Deren Zahl sank von 556 im Jahr 2023 auf 522. Beteiligt waren am häufigsten Rehe (460), aber auch Hasen (31), Füchse (13), Dachse (fünf), Greifvögel (vier), Schwarzwild (eins) und sonstiges Wild wie Fasane (acht) sorgten für Unfälle. Besonders bei Tagesanbruch und Dämmerung gelte es, verstärkt aufzupassen, sagte Zisler in diesem Zusammenhang.

Trotz verbesserter Beschilderung habe es fünf Geisterfahrer auf der B85 gegeben. „Ganz ist das einfach nicht zu verhindern“, bedauert Zisler. Er sei „froh, dass nichts passiert ist“, denn Geisterfahrten haben oft schlimme Konsequenzen. Zur Rede stellen konnten die Beamten die Falschfahrer nicht, keiner davon wurde noch angetroffen, als die Polizei vor Ort war.

Viele Überwachungen und Kontrollen

Um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern, führte die Rodinger Polizei zahlreiche Kontrollen und Überwachungen durch, etwa wegen Alkohol, Drogen, Geschwindigkeit, Sicherheitsgurt, Handy oder auf Strecken mit Überholverbot. Auch wurden Wege zu Schulen und Kindergärten besonders überwacht. Kontrolliert wurde auch der ruhende Verkehr. Mit der Aktion „Fußgänger im Blick“ wurde der Fokus auf diese Verkehrsteilnehmer gelegt. Bei Motorrädern wurden etwa Geschwindigkeit und technische Ausrüstung überprüft, auch etliche Pedelecs, E-Bikes und E-Scooter nahmen die Beamten unter die Lupe.

Bei den Kontrollen kamen unter anderem 40 Alkoholfahrten ohne Unfall ans Tageslicht, ebenso 23 Fahrten unter dem Einfluss von Drogen – ein Anstieg von 130 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der laut den Beamten mit der Teil-Legalisierung von Cannabis zusammenhängt.

Aufmerksam wurde die Polizei auch auf 65 weitere Verkehrsstraftaten, 38 Fahrten ohne die nötige Fahrerlaubnis und 164 Handyverstöße. Neun Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wurden unterbunden.

Kontrolle und Prävention

Fließig waren die Beamten auch mit dem Laser-Handmessgerät unterwegs. 206 Geschwindigkeitsmessungen wurden so durchgeführt, bei denen es 436 Beanstandungen gab. „Es ist wichtig, auch weiter zu kontrollieren, um die Sensibilität in der Bevölkerung zu stärken“, sind sich Zisler und Hager einig. Anfang April steht etwa wieder der „Blitzmarathon“ an.

Auch in der Prävention wollen die Beamten weiterhin viel tätig sein. So gibt es für die 4. Schulklassen eine Fahrrad-Ausbildung, Vorträge zum Thema „Senioren im Straßenverkehr“ sowie an Schulen zu Sucht.

Unfälle in den einzelnen Gemeinden

Aufschlüsselung der Polizei: Die Polizeiinspektion Roding hat die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr auch nach den Gemeinden in ihrem Dienstbereich aufgeschlüsselt.

Mehr Verkehr – mehr Unfälle: Große Auffälligkeiten hätten sich dabei laut Joachim Zisler von der Rodinger Polizei nicht ergeben. Generell gelte: Mehr Einwohner – mehr Unfälle.

Nur ein „normaler“ Unfall in Pösing: Einen positiven Ausreißer gab es in Pösing: In der Gemeinde ereigneten sich lediglich elf Unfälle – davon zehn wegen Wild und somit ein einziger „normaler“:

• Roding: 334 (Vorjahr: 284)

• Falkenstein: 96 (106)

• Wald: 86 (90)

• Schorndorf: 81 (89)

• Rettenbach: 75 (47)

• Zell: 66 (67)

• Walderbach: 59 (71)

• Michelsneukirchen: 57 (82)

• Stamsried: 51 (53)

• Reichenbach: 19 (37)

• Pösing: 11 (24)