„Fuß angeschwollen“, „Finger abgehackt“: Kein Problem für die Jugend des BRK Kelheim

Von Josef Eder · 24. März 2025 um 05:00

Was tun, wenn sich jemand beim Brennholzmachen den Finger abgehackt hat? Für den Rot-Kreuz-Nachwuchs im Landkreis Kelheim ist das keine komplizierte Sache, wie beim Kreiswettbewerb des Bayerischen Jugendrotkreuzes deutlich wurde. 22 Kinder und Jugendliche aus den Ortsgruppen Kelheim, Langquaid und Mainburg waren dazu in vier Gruppen in Langquaid angetreten.

Natürlich hatte sich niemand tatsächlich einen Finger abgehackt. Es war eines der Szenarien, das es für die Jugendrotkreuzler zu meistern galt. Die Darsteller spielten die Szenen lebensecht.

Hand in Hand gearbeitet

Die älteren Teilnehmer hatten mit folgendem Szenario zu tun: Bei einem Ausbildungszeltlager hackte sich ein Teilnehmer ein Fingerglied ab. Dessen Sorge war, wie er mit Nachdruck darstellte, dass das Holz durch das Blut nass wurde und nicht mehr brennen würde. Aber er wollte nicht in ein Krankenhaus, um sich das amputierte Körperteil wieder annähen zu lassen. Die Helfer ließen ihn reden, sammelten das Amputat ein und kühlten es. Sie verbanden den Mann und beruhigten seine Begleiterin. Puls und Blutdruck wurden gemessen, der Notruf abgesetzt. Ein Einweiser wurde eingeteilt, um den Rettungswagen zum Unfallort zu lotsen. Wichtig waren die beruhigenden Worte für die Verunfallten.

Bei den jüngeren Teilnehmern war das Szenario eine Waldwanderung: Einer der Wanderer stürzte. Der Fuß war angeschwollen. Seine Begleiterin hatte starke Bauchschmerzen. Sie hatte von den Früchten des Waldes genascht. Es wurde angenommen, dass sie giftige Früchte zu sich genommen hat. Die Wettbewerbsteilnehmer sorgten für Kühlpads für den Fuß und richteten beruhigende Worte an das Mädchen.

Die Kinder hatten wieder den Notruf 112 für die integrierte Leitstelle gewählt. Der Schiedsrichter hatte für die Aufgabenlösungen lobende Worte.

Bei der Station Schlaubayer mussten historische Personen erkannt werden. Des Weiteren wurde Rettungswissen schriftlich abgefragt. Zeitmanagement und Kommunikation waren wichtig. Jürgen Fleischmann, Rettungsdienstler und ehemals Leiter des Jugendrotkreuzes in Kelheim, bewertete die Leistungen. In der Stufe I (10 bis 12 Jahre) siegte das JRK Kelheim vor Langquaid, in Stufe II (13 bis 16 Jahre) Langquaid.

Die Gewinner der jeweiligen Altersstufen qualifizierten sich für den Bezirkswettbewerb Niederbayern und Oberpfalz, der vom 23. bis 25. Mai in Kelheim stattfindet.

Bei der Siegerehrung im Pfarrheim St. Jakob lobte Bürgermeister Herbert Blaschek die Arbeit des JRK.

Aktuell kleine Gruppe

Bedauerlich sei aber, dass die Zahl der Jugendlichen aktuell nicht mehr so hoch sei wie noch vor einigen Jahren. Die Teilnehmer aus Langquaid zeigten starke Präsenz und traten mit je einer Mannschaft in jeder Altersgruppe an, in einer Altersgruppe mussten sich Gruppen aus Kelheim und Mainburg sich zu einer Wettkampfmannschaft zusammen schließen. Das war kein Problem, da Ausbildungsstand und die Vorbereitung bei allen auf der gleichen Stufe waren. Man konnte sehen, dass die Zusammenarbeit schon in jungen Jahren funktioniert. Aber es zeigte auch, dass das Jugendrotkreuz im Landkreis Kelheim aktuell eine sehr kleine Gruppe ist.

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Laut Katharina Fluch-Meier, die Leiteirn der BRK-Jugendarbeit im Kreis liege das aber nicht daran, dass es zu wenig Jugendliche gibt, sondern eher daran, dass es zu wenig Erwachsene gibt, die ehrenamtlich Gruppenarbeit leisten würden.

Die jüngeren Teilnehmer am Kreiswettbewerb mussten den angeschwollenen Fuß eines Verletzten verbinden. Foto: Josef Eder
Medaillen und Urkunden gab es bei der Siegerehrung. Foto: Tabea Fluch