Besonderer Blickwinkel auf die Natur: Hirschbergturm bei Fuhrn wurde feierlich eröffnet

Die Aussicht ist bei gutem Wetter grandios: Sie reicht vom Maria-Hilfberg in Amberg über das Oberpfälzer Seenland bis zum tschechischen Gebirge. All das kann man vom neuen Hirschbergturm bei Fuhrn bestaunen. In den vergangenen Wochen war der Turm bereits für Besucher frei begehbar. Am Donnerstagnachmittag erfolgte nun die offizielle Eröffnung und Einweihung des neuen Holzbaus.
Nachdem 2019 der alte Aussichtsturm aufgrund von Sicherheitsbedenken abgerissen wurde, „klaffte eine Lücke“ im Naturpark Oberpfälzer Wald, erklärte Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU). Schnell seien sich nach seinen Worten alle politischen Vertreter und der Naturparkverein Oberpfälzer Wald einig gewesen, dass es eine Neugestaltung brauche.
Im Vorjahr erfolgte dann der Neubau des Holzturms, der mit mehreren Monaten Verspätung im Februar 2025 abgenommen wurde. Die Fertigstellung der Aussichtsplattform in rund 26 Metern Höhe bezeichnete der Landrat als eine „Kraftanstrengung, die erst durch die Zusammenarbeit vieler Leute möglich gewesen sei“.
Neuer Aussichtsturm war teuer
Sowohl der Freistaat Bayern als auch die Regierung der Oberpfalz hätten zusammen mit der Stadt Neunburg und dem Naturparkverein die Kosten von rund 765 000 Euro gestemmt. „Das ist eine Menge Geld aber ich finde es hat sich mehr als gelohnt“. sagte Ebeling. Nach seinen Worten werde der Hirschbergturm den Besuchern aus dem ganzen Land einen Eindruck der Oberpfälzer Natur verschaffen.
Für den Oberpfälzer Regierungspräsidenten Walter Jonas seien die Wälder rund um Neunburg gar „ein Juwel unserer Region“. Dort würden viele seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden sein. Ein neuer Aussichtsturm, der dieser Naturvielfalt gerecht werde, sei laut Jonas deshalb längst überfällig. Der Regierungspräsident ist sich sicher: „Der Hirschbergturm wird ein richtiger Besuchermagnet und dadurch der ganzen Region zugute kommen.“
Die Besucher müssten sich nur an die geltenden Naturschutzregeln halten, aber um den Eintritt und die Parkmöglichkeiten rund um Fuhrn keine Sorgen machen. Denn der Aufstieg auf den Turm ist kostenlos. Außerdem ist laut Jonas aus 26 Metern Höhe auch eine komplett neue Perspektive auf die Landschaft möglich: „Von dort oben kann man die Natur noch einmal mit ganz anderen Augen sehen und bestaunen.“
Die kirchliche Segnung übernahmen der katholische Ruhestandspfarrer Josef Dotzler aus Schwandorf, der den örtlichen Geistlichen vertrat, und der evangelischer Kollege Gerhard Beck. „Lasst uns alle hoffen, dass jeder Besucher unbeschadet hoch und auch wieder runterkommt und es keine Unfälle gibt“, so Dotzler. Nach dem symbolischen Durchschneiden des Absperrbandes konnten alle Anwesenden die 140 Stufen des Hirschbergturms erklimmen. Oben angekommen, konnten die Gäste sich dann selbst ein Bild von dem Ausblick verschaffen.
Rund 30 Kilometer Sicht
Landrat Ebeling erklärte, dass bei gutem Wetter die Aussicht rund 30 Kilometer betragen könne. Für ihn sei der Blick in das Oberpfälzer Seenland der Höhepunkt. Vor allem mit dem extra neu beschafften Fernrohr mache der Rundblick laut ihm am meisten Spaß: „Für mich ist das Fernrohr der heimliche Star des Hirschbergturms.“ Wer durchschaue, bekomme nicht nur Informationen zu Ortschaften und umliegenden Städten, sondern sehe auch die Berge und ihre Höhenmeter.
Außerdem konnten sich die Ehrengäste noch im Gästebuch des Hirschberg-Aussichtsturms verewigen. Man hoffe, dass „noch viele weitere Namen dazu kommen“, sagte Regierungspräsident Jonas. Er sei stolz darauf, dass der Bau erfolgreich verlaufen sei. „Es kommt nicht oft vor, dass die Regierung der Oberpfalz derartig große Projekte fördert“, sagte er. Doch schon jetzt hätten die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung dieses Vorgehen belohnt.
Zurück am Boden angekommen verriet Ebeling dann noch ein Geheimnis: „Eigentlich habe ich Höhenangst, aber diesen Ausblick konnte ich mir nicht entgehen lassen.“


