Wohin mit alten Medikamenten? Kelheimer Apotheker gibt Tipps

Von Mittelbayerische Zeitung · 22. März 2025 um 19:00

Nicht verbrauchte Medikamente dürfen nicht die Toilette oder den Ausguss hinuntergespült werden. „Dieser Entsorgungsweg ist ungeeignet, denn so können Arzneistoffe in die Gewässer gelangen“, sagt Apotheker Johannes Hillerbrand, Pressesprecher der Apotheker im Landkreis Kelheim.

Nicht mehr benötigte oder verfallene Medikamente können über den Hausmüll entsorgt werden. Die Kommunen verbrennen den Hausmüll in der Regel in Müllverbrennungsanlagen, bevor mögliche Reste auf Deponien gelagert werden. Dadurch ist die Belastung des Grundwassers durch Medikamentenreste ausgeschlossen. Größeren Mengen an nicht mehr benötigten Medikamenten, etwa nach einem Todesfall, nehmen Schadstoffsammelstellen an.

Apotheker Hillerbrand, erklärt: „Alt-Arzneimittel sind kein Sondermüll, sondern aus rechtlicher Sicht Hausmüll.“ Die meisten Tabletten, Zäpfchen oder Salben kann man daher einfach in die Restmülltonne geben. Das gilt auch für flüssige Arzneimittelreste wie Hustensaft. Wichtig sei, die Medikamente gut zu verpacken, bevor sie in der Tonne landen. So vermeide man, dass Unbefugte oder Kinder an die Medikamente gelangen. Wer sich nicht sicher ist, wie er seine Alt-Medikamente richtig entsorgt, kann in jeder Apotheke im Landkreis Kelheim nachfragen.

Obwohl Apotheken nicht verpflichtet sind, Altmedikamente zurückzunehmen, wird dieser Service noch in einigen Apotheken angeboten. „Für Apotheken besteht keine gesetzliche Verpflichtung, nicht verbrauchte Medikamente anzunehmen. Dennoch bieten viele Apotheken einen freiwilligen Rücknahme-Service an und tragen die Kosten der Entsorgung“, so Apotheker Johannes Hillerbrand. Auch die Internetseite www.arzneimittelentsorgung.de des Bundesministeriums für Bildung und Forschung informiert Verbraucherinnen und Verbraucher darüber, wie im Landkreis die Entsorgung von Altarzneimitteln geregelt ist.

Apotheker Hillerbrand: „Weil viele Patientinnen und Patienten mit ihren Medikamentenresten noch etwas Gutes tun wollen, werden wir oft nach der Möglichkeit von Arzneimittelspenden gefragt. Deshalb: Gebrauchte Arzneimittel dürfen auch nicht an Bedürftige gespendet werden, egal ob im In- oder Ausland. Denn eine hochwertige Arzneimittelversorgung ist bei einer solchen ‚Resteverwertung‘ schlicht unmöglich. Neben der fragwürdigen Arzneimittelqualität ist bei solchen Kleinstmengen keine Versorgung mit ausreichenden Mengen in der richtigen Dosierung garantiert. Wer Gutes tun will, sollte an Hilfsorganisationen Geld spenden, aber bitte keine Medikamentenreste.“