Im Einsatz gegen Zahnschmerzen: Langquaiderin und ihre Freundin helfen in Kambodscha

Die Flüge sind gebucht, die Unterkunft ist gesichert: Mitte August geht es für Sophia Schober aus Langquaid (Landkreis Kelheim) und Lucia Berr aus Mallersdorf nach Kambodscha. Dort werden die Zahnmedizin-Studentinnen Kinder behandeln und ihnen vermitteln, wie wichtig Zahnpflege ist.
Dafür haben sich die beiden 23-Jährigen, die in Regensburg im neunten Semester Zahnmedizin studieren, dem Hilfsprojekt Mini Molars Cambodia angeschlossen. „Es war gar nicht so leicht, etwas Passendes zu finden“, sagt Sophia Schober, die aus Langquaid kommt. Gemeinsam mit ihrer Freundin aus Mallersdorf suchte sie für ihre Famulatur, ein Pflichtpraktikum während des Studiums, nach einem Projekt in Asien – einer Region, die bei Studenten begehrt ist.
Einsatz in den Slums
Doch die beiden hatten Glück. Im Internet wurden sie auf Mini Molars Cambodia aufmerksam. Das Hilfsprojekt wurde 2015 von einem Zahnarzt aus Hamburg und seiner Frau ins Leben gerufen und bietet seitdem bedürftigen Kindern in Phnom Penh und in den Slums kostenlose zahnärztliche Versorgung.
Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Aufgrund Mangelernährung und fehlender Pflege sind die Zähne der Kinder in sehr schlechtem Zustand. So hat es sich Mini Molars zur Aufgabe gemacht, die Kinder nicht nur zu behandeln, sondern sie auch über Mundhygiene und die Bedeutung des richtigen und regelmäßigen Zähneputzens aufzuklären.
Vier Wochen lang werden die Studentinnen in ihren Semesterferien vor Ort helfen. „Das wird sicher eine tolle Erfahrung“, sind sie sich einig. Seit dem siebten Semester behandeln sie Patienten, bohren, setzen Füllungen ein und übernehmen Wurzelkanalbehandlungen – alles wichtige Voraussetzungen für ihren Einsatz in Kambodscha.
Immer wieder unterstützen Zahnmedizin-Studenten Hilfsorganisationen im Ausland. „Die Berichte sind immer sehr positiv“, sagt Lucia Berr. Viele würden von den Erfahrungen für ihren weiteren Berufsweg profitieren. Das hoffen auch die beiden Freundinnen, die fest entschlossen sind, ganz viel zu helfen. „Es werden viele Kinder mit Schmerzen kommen“, sagt Sophia Schober.
Behandelt wird hauptsächlich vormittags. Bei Einsätzen mit der mobilen Zahnarztpraxis in den Slums kann die Arbeit auch mehrere Tage dauern. Dabei müssen die beiden mit einem niedrigeren medizinischen Standard zurechtkommen. „An der Uniklinik sind wir verwöhnt, hier gibt es das Neueste vom Neuesten“, sagt Berr.
Ehrenamtlich im Einsatz
An den Wochenenden bleibt Zeit, die Millionenstadt Phnom Penh kennenzulernen. Die beiden haben sich bewusst für eine Unterkunft abseits der Touristen-Hotspots entschieden, um den Alltag vor Ort kennenzulernen.
Derzeit sind Schober und Berr fleißig am Spendensammeln, denn Mini Molars finanziert sich ausschließlich über Spenden. Ihr eigener Einsatz ist ehrenamtlich. Auch neben dem Studium engagieren sich beide, wenn es die Zeit zulässt. Lucia Berr ist Turntrainerin in Mallersdorf, während Sophia Schober sich beim Faustball in Herrnwahlthann und beim Langquaider Jugendverein engagiert.
Mitte September kehren die beiden nach Deutschland zurück, dann wartet mit den Abschlussprüfungen die nächste Herausforderung. Von Februar bis Juli 26 müssen sie 14 mündliche und drei praktische Tests bestehen. Und wer weiß: Vielleicht zieht es sie danach noch einmal für einen Hilfseinsatz nach Kambodscha.
Spenden für den guten Zweck
Sophia Schober und Lucia Berr sammeln auf der Plattform Gofundme Spenden für das Hilfsprojekt, zu finden unter den Stichwörtern „Famulatur Kambodscha“.
Auf Instagram wollen die beiden regelmäßig unter „zahnisforkambodscha“ über ihren Einsatz informieren.

