Die neue Allzweckwaffe im Chamer Rathaus war eine Geheimsache

Von Johannes Schiedermeier · 20. März 2025 um 19:00

„Selbst der Flurfunk hatte Sendepause“, vermutete Bürgermeister Martin Stoiber. Der neue Leitende Beamte sei bis zum Ende geheim gehalten worden. Damit könnte der Bürgermeister sogar Recht haben, denn sogar seine beiden Vorzimmerdamen waren geblieben, um den Neuen zu sehen – und die wissen normalerweise alles.

Seit gestern Abend steht eines fest: Ab Ende Juni wird Stoiber in seinem Vorzimmer nicht mehr mit „Guten Morgen ganz junge Dame“ grüßen, denn der Neue ist ein Mann: Thomas Forster. Die Leitende Beamtin Sigrid Stebe-Hoffmann wird in den Ruhestand gehen. „Auf eigenen Wunsch“, wie der Bürgermeister vor dem Stadtrat betonte. Stoiber versuchte, die Sache mit Humor zu nehmen.

Stabwechsel Ende Juni

„Wir mussten uns auf die Suche machen“, umschrieb er die Tatsache, dass er seine Verwaltungs-Chefin nach 21 Jahren lange bekniet hatte, weiterzumachen. „Irgendwann ist es auch einmal gut“, hatte sie darauf geantwortet. Auch, wenn sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand wechselt.

Thomas Forster (37) stellte sich an diesem Abend erstmals dem Stadtrat vor. Die Fraktionssprecher waren beim Auswahlprozess dabei gewesen. Forster berichtete, dass er „ganz unten“ im Mittleren Dienst bei der Stadt Nürnberg begonnen hatte. Nach mehreren Zwischenstationen war er am Ende bei der Gemeinde Bodenwöhr als Kämmerer tätig, nachdem er die Prüfung für den gehobenen Dienst abgelegt hatte. Dort hatte er 4600 Bürger betreut. Nun sind es 17 000. „Davor hat man schon Respekt“, sagt er. Allerdings habe er schon in Bodenwöhr eine breite Palette an Zuständigkeiten gehabt, auch im Personalbereich.

FFW und Katastrophenschutz als Steckenpferd

Und seine Vorgängerin Stebe-Hoffmann erinnerte daran, dass sie aus Arnschwang nach Cham gewechselt habe: „Da hatte ich 2000 Einwohner. Es habe schon Momente gegeben beim Öffnen der Hauspost, da habe sie sich dorthin zurückgewünscht, sagt Stebe-Hoffmann lachend.

An der Bayerischen Verwaltungsschule sei er in Sachen Kämmerei als Dozent tätig gewesen, berichtet Forster. Katastrophenschutz habe er studiert. Der sei neben der Feuerwehr sein Steckenpferd. Ab 1. April werde er als Geschäftsleitender Beamter im Rathaus antreten. „Kein Scherz“, so Forster. Der neue geschäftsführende Beamte wird nicht in Cham wohnen. Er zieht an seinen Geburtsort Dieterskirchen zwischen Neunburg vorm Wald und Oberviechtach.

Bürgermeister Martin Stoiber freute sich auf die Zusammenarbeit: „Ich wünsche ihnen und der Stadt, dass alles reibungslos läuft!“ Cham sei sicher ein interessanter Arbeitgeber, auch, wenn man die Wirtschaftskraft und die Leistungsfähigkeit betrachte.

Skibba wird Stadtbaumeister

Unter Informationen teilte Stoiber dann eine zweite Schlüsselpersonalie mit: Volker Skibba wird die Nachfolge von Stadtbaumeister Franz Pamler antreten. Und zwar bereits zum 1. Juli. Er hat einen Abschluss samt Diplom unter anderem in Städtebau. Auf ihn warten große Aufgaben, so Bürgermeister Martin Stoiber. Einen Vorgeschmack hat Skibba schon, weil er derzeit bereits den Neubau des Seniorenheimes St. Michael verantwortet.

Die Nachfolge des bereits ausgeschiedenen Christian Müller tritt als stellvertretende Stadtbaumeisterin Melanie Gietl an. Josef Ried wird als Tiefbauer ebenfalls 2. Stadtbaumeister.

Volker Skibba wird neuer Stadtbaumeister und Melanie Gietl vom Hochbau seine Stellvertreterin. Weiterer Stellvertreter wird der Tiefbauer Josef Ried, der nicht bei der Sitzung war.