Unterkunft wird in den nächsten Tagen geräumt: Asyl-Halle in Hauzendorf schließt nun doch

Die Zahl neu ankommender Geflüchteter nimmt ab. Weder die Regierung noch das Regensburger Landratsamt haben daher noch Verwendung für die als Asyl-Unterkunft genutzte Gewerbehalle in Hauzendorf. Sie wird in diesen Tagen geräumt und geschlossen. Bloß der Bernhardswalder Bürgermeister traut der Nachricht noch nicht so ganz.
Im zweiten Anlauf wird die Asyl-Halle in Hauzendorf nun doch aufgegeben. Schon im Herbst sorgte eine erste Nachricht, der Mietvertrag zwischen Landratsamt und Eigentümer werde aufgekündigt, für Aufsehen. Damals ließ sich das Landratsamt allerdings ein Hintertürchen für einen Weiterbetrieb: Sollte der Eigentümer seine Gewerbehalle entsprechend ertüchtigen, könnte die Unterbringung mit einer Kapazität von bis zu 120 Plätzen doch weitergeführt werden. So kam es dann auch – zum Unverständnis von Bürgermeister Florian Obermeier.
Bürgermeister Obermeier: „Sind ein gebranntes Kind“
Nun berichtet der Bernhardswalder Rathauschef, er sei am Montag von Regierungspräsident Walter Jonas telefonisch darüber informiert worden, dass man von der Übernahme der Asyl-Halle als Anker-Dependance Abstand nehme. Am Dienstag habe er im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz von Landrätin Tanja Schweiger erfahren, dass auch der Landkreis von einer weiteren Anmietung absehen wird. „Ich nehme die Aussagen natürlich für bare Münze, aber ich bin noch vorsichtig. Wir sind ein gebranntes Kind, dass man auf manche Aussage nicht vertrauen kann.“ Einem Ende der Asyl-Unterbringung im Hauzendorfer Gewerbegebiet blicke er positiv entgegen.
Notunterkunft wird Anfang April geschlossen
Am Mittwoch vermeldete das Landratsamt per Pressemitteilung, dass die Notunterkunft Anfang April geschlossen werde. „Nachdem aktuell ein leichter Rückgang im Zuzugsgeschehen herrscht, wird nach Obertraubling im Februar nun die Notunterkunft in Bernhardswald Anfang April den Betrieb einstellen, weil auch die Regierung der Oberpfalz dieses Objekt zur Unterbringung nicht mehr benötigt“, schreibt Landkreis-Sprecherin Claudine Tauscher.
Anfang März hat MdL Patrick Grossmann eine Stellungnahme an Innenminister Joachim Herrmann und die Regierung der Oberpfalz gesendet, um darauf hinzuwirken, von einem Weiterbetrieb der großen Notunterkunft im ländlichen Raum abzusehen. „Sie haben darauf reagiert und das ist für mich erfreulich.“ Auf MZ-Anfrage teilt Kathrin Kammermeier, Pressesprecherin der Regierung der Oberpfalz, mit, dass eine Übernahme als Anker-Dependance „angesichts des aktuellen Zuzuggeschehens derzeit nicht erforderlich ist“.
Trotz einiger Irritationen zwischen dem Landratsamt und dem Bernhardswalder Rathaus um die Belegung der Halle, sei die Unterbringung ruhig abgelaufen, bilanziert Tauscher: „Nennenswerte Zwischenfälle hatte es in der Nutzungszeit seit 1. Dezember 2023 nicht gegeben.“ Die Umstände des Betriebs der Notunterkunft hätten alle Beteiligten gefordert, teilt Landrätin Tanja Schweiger mit. „Auch wenn der Zuzug von Asylbewerbern aktuell rückläufig ist, stellt uns die Asylsituation weiterhin vor Herausforderungen, mit der wir alle konfrontiert sind.“
Bis zu 90 Menschen lebten zusammen in der Halle
In Spitzenzeiten sei die Hauzendorfer Halle mit 90 Personen belegt gewesen. Zuletzt seien dort noch 40 Menschen wohnhaft gewesen. Tauscher bestätigt auf MZ-Nachfrage, dass die letzten dort Untergebrachten in den nächsten Tagen ausziehen. Einige der ehemaligen Bewohner hätten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge inzwischen den Schutzstatus zugesprochen bekommen und in der Folge private Wohnungen gefunden. Die übrigen Geflüchteten würden auf bestehende dezentrale Objekte in verschiedenen Landkreisgemeinden verteilt. Dass die Asyl-Halle gerade zum Leerstand wird, dürfte auch bei Obermeier die Überzeugung wachsen lassen, dass die Asyl-Unterkunft nun wirklich schließt.