Ende April starten die Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Geigant

Ende April starten die Arbeiten am 2. Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Geigant. Bis November sollen die Arbeiten auf 270 Meter Länge zwischen der Bäckergasse und der Machtesberger Straße dauern. Neben der Fahrbahn werden auch die Gehsteige sowie die Wasser- und Abwasserleitungen saniert.
Das 1,4-Millionen Euro-Projekt stellten Bürgermeister Markus Ackermann, der Abteilungsleiter im Bauamt Regensburg, Dr. Richard Bosl, und der Planer Martin Fischer vom Ingenieurbüro Riedl aus Furth im Wald am Montag den Geigantern in einer Versammlung vor. Während das Bauprojekt selbst zu wenig Nachfragen der betroffenen Bürger führte, wurde aber deutlich, dass sich viele Bürger eine erhöhte Verkehrssicherheit wünschen. So wurden mehrfach und an verschiedenen Stellen Querungshilfen gefordert und auch eine Tempoverringerung insbesondere an der weiter bestehenden Engstelle bei der Metzgerei Schall war ein Thema.
Bürgermeister Ackermann hob bei der Begrüßung den gelungenen ersten Bauabschnitt mit der Buswendeschleife hervor, der eine „deutliche Verbesserung“ der Ortsdurchfahrt gebracht hätte. Auch Dr. Bosl vom Straßenbauamt ging kurz auf die im Herbst vollendete Baumaßnahme ein. Dabei machte er mit Fotos deutlich, dass es auch heuer beim Bau zu Behinderungen und Umleitungen kommen werde. Er stellte aber abschließend fest: „Es hat sich rentiert.“
Start bei der Bäckergasse
Der 2. Bauabschnitt werde in zwei Teile geteilt. Ein Knackpunkt des Bauprojektes werde der Kreuzungsbereich Zum Himmelreich, Schwarzwiesenweg und Bäckergasse werden. Hier werden die Bauarbeiten beginnen. Ziel sei es, die Zufahrten zu diesen Straßen immer partiell geöffnet zu lassen. Die Engstelle bei der Metzgerei Schall werde erhalten bleiben, allerdings die Gehwegsituation verbessert. Erst in einer späteren Bauphase wird der Bereich zur Machtesberger Straße in Angriff genommen.
Die Anlieger würden über die Bauphasen noch mit Flugblättern informiert, auf denen auch die Ansprechpartner vor Ort genannt sind, versprach Bosl. Für Fußgänger werde die Baustelle immer passierbar sein. Auch der Anliegerverkehr werde möglichst erhalten. Für die Metzgerei Schall, als einer der Hauptbetroffenen der Bauarbeiten, werde es eine Beschilderung mit der jeweiligen Erreichbarkeit geben. Für die Müllabfuhr werde ein Sammelplatz für die Tonnen im Süden des Ortes eingerichtet. Den Transport der Tonnen dorthin übernehmen die Bauleute, sagte Bosl. Für innerörtliche Fahrten würden Umleitungsstrecken eingerichtet. Der überörtliche Verkehr werde über die B22 umgeleitet.
Die Probleme insbesondere des Schülerbusverkehrs riss der Leiter der Mobilitätszentrale im Landratsamt, Thomas Ederer, an. Der Weg zur Grundschule Geigant werde für die Katzbacher mit Kleinbussen gelöst. Der Weg zu den Waldmünchner Schulen erfordere ein Umsteigen auf die Bahn. Der überregionale Busverkehr werde über die B22 umgeleitet, teilweise aber auch Buslinien bei Geigant geteilt.
Danach stellte Martin Fischer vom Ingenieurbüro Fischer die Baumaßnahme im Einzelnen vor. So werde im Süden von Geigant nicht nur ein Sammelplatz für Mülltonnen entstehen, sondern auch ein Lagerplatz von 3000 Kubikmetern Erdreich. Es würden insgesamt 75 Meter Entwässerungsrohre erneuert. An zwölf Stellen würden die Rohre repariert. Für Starkregenfälle würden 16 Straßenabläufe ein gebaut . Die Wasserleitung würde auf 340 Meter erneuert. Damit die Häuser immer mit Wasser versorgt seien, würde im Vorgriff eine provisorische Wasserleitung aufgebaut. Im Zuge der Baumaßnahme würden 17 Hausanschlüsse erneuert. Auf der Straße würden 2200 Kubikmeter Asphalt aufgetragen und 1200 Meter Granit-Zeilen gesetzt sowie 900 Quadratmeter Pflaster auf den Gehwegen verlegt.
Die erste Frage aus dem Publikum betraf den Kirchplatz. Es wurde nachgefragt, ob die Straße in diesem Bereich gepflastert werden könnte, um die Ortsmitte kenntlich zu machen. Bosl lehnte dies aus mehreren Gründen ab. Zum einen verursache eine Pflasterung höhere Unterhaltskosten und zum anderen gebe es sehr viele Beschwerden wegen des Lärms.
Schon die nächste Bürgerfrage beschäftigte sich mit dem Wunsch einer weiteren Querungshilfe in Geigant. Unter anderem Stadtrat Christian Lommer hakte hier immer wieder nach. Die Bürger sprachen sowohl einen Fußgänger-Ampel/Zebrastreifen in der Ortsmitte, aber auch eine Querungshilfe der Machtesbergerstraße an. In beiden Fällen ging es den Fragestellern um die Sicherheit der Schulkinder. Insbesondere die abknickende Vorfahrt der Hauptstraße auf Höhe der Einmündung der Machtesberger Straße sei für Schulkinder schwer zu überblicken.
Bosl wies diese Vorschläge zurück. In einer Argumentation verwies Bosl auf die geschaffene Fußgängerampel bei der Schule, die den bisherigen Schulweghelferdienst ersetze. Die Kinder könnten also, wenn sie wollten, einen sicheren Schulweg nutzen. Die Gehsteige würden auf einer Straßenseite verbreitet. Dies führe bei der Machtesberger Straße zum Beispiel dazu, dass die Ausfahrt etwas schmaler werde, und damit leichter zu überqueren sei. Zudem gaukelten Querungshilfen an unübersichtlichen Stellen Fußgängern eine Sicherheit vor, die nicht gegeben sei. Bei 4500 Fahrzeugen täglich sei eine zweite Querungshilfe zu viel.
Ein zweites Thema der Bürger war immer wieder eine allgemeine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometern in Geigant. Dem widersprach vor allem Bürgermeister Ackermann, der immer wieder auf die Abwägung verschiedener Interessen hinwies. Vor dem Beginn der Baumaßnahmen zur Ortsdurchfahrt habe es eine Verkehrsschau in Geigant gegeben. Die Experten hätten sowohl eine Tempobeschränkung, als auch weitere Schilder, als auch einen weiteren Fußgängerüberweg als nicht sinnvoll betrachtet.
Tempo 30 bei Metzgerei?
Ganz vom Tisch ist das Thema Tempo 30 aber nicht. Auf eine Bürgernachfrage, ob das nicht an der Engstelle bei der Metzgerei Schall gut wäre, sagte Bosl, dass er das prüfen werde. Schließlich erlaube die Breite von 4,75 Meter an dieser Stelle nur den Begegnungsverkehr von Pkw und Pkw.
Weitere Nachfragen gab es zu Stützmauern an der Straße. Hier hat Ackermann eine klare Haltung. Auf Privatgrund könnten die Eigentümer sich selbst um eine Sanierung kümmern, wenn sie das wollten, auf städtischen Grund übernehme dies die Stadt.
Mit erkennbarer Verärgerung wies Bosl Vorwürfe zurück, dass an der ersten Baustelle zu wenig Personal eingesetzt gewesen sei. Die Bauzeiten entsprächen dem üblichen.
Unbestimmt blieb Bosls Antwort darauf, wann der 2. Bauabschnitt geplant sei. Bürgermeister Ackermann betonte allerdings, dass dies der schwierigste Bauabschnitt werde, weil hier die Kanalisation komplett ersetzt werden müsse.
Ackermann beschloss die Sitzung nach vielen weiteren Fragen mit: „Die Ortsdurchfahrt durch Geigant, die werden wir auch hinbringen!“ und: „Wenn wir durch sind, wird jeder zufrieden sein.“
