Zugfahrt läuft nicht nach Plan: Theatergruppe Saggradi nimmt Bahnverkehr aufs Korn

Von Mittelbayerische Zeitung · 17. März 2025 um 05:00

Wer schon eine oder mehrere Zugreisen unternommen hat, kann so einiges erzählen. Darum geht es beim Dreiakter „Bahnhof-Komplott“ der Theatergruppe Saggradi. Bei der ausverkauften Premiere konnte Trenckvorsitzender Martin Frank neben Bürgermeister Markus Ackermann und einigen Stadträten auch den ehemaligen Schirmherren der Trenckfestspiele Franz Wittmann mit Ehefrau Emmi begrüßen.

Da die Bühnendekoration mit Schildern zum Bahnhof Roding bereits hohe Wellen geschlagen hat, wurde auch die Bürgermeisterin, Alexandra Riedl, aus Roding eingeladen, die leider doch nicht kommen konnte. Frank bedankte sich bei Anna Gruber und ihrem Team für den Verkauf von Brotzeiten und Getränken sowie dem Tourismusbüro für den Vorverkauf und den Damen an der Abendkasse.

Der Bahnhof in Roding

Die Gäste bekamen einen lustigen sowie unterhaltsamen Abend und konnten ihre Bauchmuskeln trainieren. Warum der Bahnhof Roding, fragen sich manche. Das sei Zufall. Fürs Stück habe man einen Durchgangsbahnhof in einer Stadt mit einer Polizeistation gebraucht und das hätten die Bahnhöfe im Waldmünchner Bereich ja nicht, so die Regisseure. Auch die Zugfahrt wäre sonst zu kurz.

Das Publikum wurde auch mit eingebunden. Der Schaffner (Herbert Heidinger) kontrollierte zuerst die Fahrkarten und auch ein Bauchladenverkäufer ging durch die Waggons. Der Trenckausflug mit dem Zug startet für die tollpatschige Uschi (Katja Heidinger), die verfressene Bettie (Martina Ulschmid), die lästernde Leni (Birgit Frank) und dem versoffenen Mane (Markus Malterer). mit genügend Reiseproviant. Diese treffen auf die Businessfrau Franziska (Laura Preis), die einen wichtigen Termin in Regensburg hat, sowie die abgedrehte und immer positiven Motivationstrainerin Sieglinde und den Verschwörungstheoretiker Hubert. Auch die amerikanische Touristin Stacy (Sofie Frank) wollte sich die schöne Stadt Regensburg ansehen. Bei einer Zugfahrt läuft es oft nicht nach Plan. So mussten die Fahrgäste in Roding aussteigen und strandeten dort ohne Handyempfang und ohne Taxistand.

Warten auf den Anschluss

In der Bahnhofshalle treffen sie auch auf den Landstreicher Reinhold (Christian Danzer). Und hier trafen Welten aufeinander. Nachdem die Wartezeit auf den nächsten Anschlusszug nach Schwandorf immer länger wurde, versuchte die Geschäftsfrau, ein Netz zu bekommen, um den Reiseservice der Deutschen Bahn zu erreichen. Denn sie hatte ja einen sehr dringenden Termin. Hubert musste ebenso zu eine Vortrag. Siglinde war trotz der Umstände positiv und versuchte, die anderen zu motivieren. Da die Ausflügler die englische Sprache nicht so gut beherrschten, war die Kommunikation mit der Touristin auch nicht so einfach.

Als der Polizist Konrad (Anton Bauer) auftauchte, war die Aufregung groß. Eine psychisch auffällige Person sei unterwegs und sie wird nun gesucht.

In den beiden Pausen konnte man auch kuriose Fahrpläne ansehen. Die Laienschauspieler bekamen zum Schluss reichlich Applaus für den tollen Abend.

Telefonat mit dem Reiseservice Foto: Sabrina Liegl
Bauchladenverkauf a la DB beim Theaterpublikum Foto: Sabrina Liegl
Dass die Reisenden am Bahnhof in Roding stranden hatte schon im Vorfeld zu Diskussionen gesorgt. Foto: Sabrina Liegl