Die Stadt Abensberg sucht ehrenamtliche Fahrer für den Bürgerbus

Die kostengünstige Transportvariante könnte bald starten und den Individualverkehr im Stadtgebiet minimieren – vorausgesetzt, es finden sich genügend Fahrer. Wer will, kann sich bei der Stadt melden.
Alternative zum Stadt-Kexi: Ein Bürgerbus soll künftig Menschen im Stadtgebiet befördern und so eine Lücke zum ÖPNV schließen. Das Konzept wurde am Dienstagabend im Hauptverwaltungsausschuss vorgestellt.
Die Idee zum Bürgerbus entstand in der Arbeitsgruppe Mobilität, die es seit ein paar Monaten gibt (wir berichteten). Jetzt liegen konkrete Details vor. In einer ersten Testphase soll der bisherige Citybus, den die Stadt beispielsweise für Fahrten zur Partnerstadt Lonigo nutzt, dienstags und donnerstags zwischen 8 und 18.30 Uhr auf einer festen Linie verkehren. Bei Bedarf kann dann bei den Haltepunkten nachgebessert werden. Eine zweite Linie soll das Stadtgebiet alle zwei Stunden mit dem Ärztehaus in Gaden verbinden.
Testbetrieb bis September
Bis September läuft der Testbetrieb. Wie wird der Bus bei der Bevölkerung angenommen? Wie schauen die reellen Kosten aus?: All dies sind Fragen, auf die man sich Antworten erhofft. Nach der Testphase wird in der Arbeitsgruppe und im Hauptverwaltungsausschuss das weitere Vorgehen beraten.
Der Bus soll ermöglichen, dass Menschen auch ohne Auto mobil sind. Obendrein könnte er dazu beitragen, den Individualverkehr zu minimieren, zudem die Aumühle mit der Innenstadt verbinden. Der Bus darf nämlich über die Behelfsbrücke beim Schwefelschwammerl fahren.
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Auch, wenn der Bürgerbus eine günstige Möglichkeit der Beförderung ist, ist er dennoch nicht ganz umsonst. Weil es ein kleiner Bus ist und zudem ehrenamtliche Fahrer eingesetzt werden sollen, wären die Kosten jedoch weitaus geringer wie beispielsweise bei einem Stadt-Kexi. Der Bus gehört der Stadt, dazu kämen die Spritkosten. Die Verwaltung prüft derzeit etwaige Fördermöglichkeiten. „Bisher gab es Förderungen“, so Carolin Wohlgemuth, Leiterin Stadtmanagement, die das Projekt mit betreut. Momentan sei die wohl ausgesetzt, aber „wir gehen davon aus, dass es wieder eine Förderung geben wird.“.
Was jetzt noch fehlt, das sind ehrenamtliche Fahrer. „Es müssten mindestens sechs sein, damit wir starten können“, so Wohlgemuth. Das sei nur die Untergrenze. Umso mehr Fahrer, desto besser. Die Fahrer werden nicht angestellt, denn „das würde einer etwaigen Förderung im Weg stehen“.
Dass es bisher nur wenige Rückmeldungen gibt, bereitete einigen Räten Unbehagen: „Ein Ehrenamt soll ja Freude machen“, gab Magdalena Groll-Zieglmeier (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken, „das soll ja niedrigschwellig sein“. Fahrzeiten von drei bis vier Stunden pro Fahrer wären mitunter zu lang. Mehr Fahrer zu gewinnen, sei deshalb das oberste Gebot, so auch der Tenor anderer Wortmeldungen. Niklas Neumeyer (CSU) beispielsweise erhoffte sich, bis zur nächsten Stadtratssitzung Ende März schon mehr Rückmeldungen über potenzielle Fahrer zu erhalten. Wer jetzt Interesse hat, kann sich mit der Stadt in Verbindung setzen.
Preiswerte Alternative
Heinz Kroiss (FDP) meinte, der Bürgerbus sei eine schöne und preiswerte Alternative zum Stadt-Kexi. Der Hauptverwaltungsausschuss stimmte der Einführung des Bürgerbusses schon einmal zu. Jetzt muss der Stadtrat noch sein Ok geben.
Ein weiteres niedrigschwelliges Angebot will die Stadt mit so genannten Mitfahrbankerl installieren. Auch das war ein Vorschlag aus der Arbeitsgruppe Mobilität. Wer mitgenommen werden möchte, setzt sich auf die Bank und hofft auf Autofahrer, die stadteinwärts unterwegs sind. Die eine oder andere unnötige Fahrt mit nur einer Person pro Auto könnten dadurch minimiert werden.
Rund um Abensberg sollen insgesamt 15 Mitfahrbankerl-Spots installiert werden. Die Bänke sollen vor allem in den Ortsteilen stehen, im Stadtgebiet könnte man die ohnehin schon vorhandenen Bänke an den Bushaltestellen auch als Mitfahrbankerl nutzen.
Zu klären wäre dann aber, wie man Jene, die auf den Bus warten von denen unterscheidet, die mitgenommen werden wollen. Die Bankerl kosten rund 340 Euro pro Stück, für die Kennzeichnung der Haltestellen kämen noch einmal 100 Euro pro Haltestellen dazu. Die Stadt hofft auf Sponsoren.
Die Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses stimmten mit einer Gegenstimme für die Einführung von Mitfahrbankerl. Nach den Osterferien sollen die Mitfahrbankerl startbereit sein.
Ergänzung zum Individualverkehr:Idee: Ein Bürgerbus ist ein Nahverkehrsangebot, das sich meist auf eine bürgerschaftliche Initiative gründet, um Lücken im öffentlichen Personennahverkehr zu schließen. Menschen, die kein Auto haben und so schlecht zum Einkaufen oder zum Arzt kommen, erweist ein Bürgerbus, der viele Haltestellen ansteuert, wertvolle Dienste.
Die Idee zum Bürgerbus entstand in der Arbeitsgruppe Mobilität. Ein Verkehrsplanungsexperte half bei der Ausarbeitung.
Beispielorte: In Bayern gibt es den Bürgerbus beispielsweise am Chiemsee. Vor allem in ländlichen Gebieten ist er eine gute Alternative zu kostspieligen Lösungen.
Preis: Erwachsene zahlen in der Testphase 1 Euro, Kinder 50 Cent.