Quell der Freude: Alle Brunnen in Regensburg sollen bald wieder laufen – auch die Sorgenkinder

Erster beim Hitzeranking der Deutschen Umwelthilfe und dazu ein Brunnenproblem: Vergangenen Sommer gab es in Sachen Erfrischung vor allem schwierige Nachrichten in Regensburg. Jetzt hört sich das schon wieder anders an.
Denn wenn die Stadt ihre 27 Brunnen etwa zwei Wochen vor Ostern aufdreht, werden voraussichtlich alle von ihnen laufen, kündigt Katrin Holzgartner von der Pressestelle der Stadt an. Auch die drei Anlagen, die zuletzt Probleme machten, sollen in diesem Jahr wieder funktionieren.
Etwa der Brunnen am Dachauplatz: „Die Beleuchtung des Brunnens am Dachauplatz wird instandgesetzt. Die Versuchsleuchten haben sich bewährt und im Laufe dieses Jahres werden die Stelen wieder leuchten“, sagt Holzgartner. Zudem verweist sie auf die Bodenstrahler, die bereits in Funktion seien. Die Frage, was die Reparatur die Stadt kosten werde, ließ sie unbeantwortet. Auch zuletzt hieß es in Erklärungen der Stadt zu dem Thema immer wieder, dass sie nichts zu den Kosten sagen könne. Zum Grund für den Ausfall der Leuchten hieß es stets: Die Technik habe die Gemengelage aus Chlor und Feuchtigkeit nicht vertragen. Es sei ein größerer Umbau notwendig, um diese Teile in die Brunnenstube zu verlegen.
Risse sind gerichtet
Erst im Juli 2023 wurde der 1,2 Millionen Euro teure Himmelsspiegel im Stadtpark bei der Ostdeutschen Galerie eingeweiht. Vier Monate später sollte er wegen eines Defekts schon wieder trocken liegen – das tut er bis jetzt. Als Grund dafür nannte die Stadt zuletzt Risse im Gussasphalt, der dadurch größere Mengen an Wasser verliere. „Das schadhafte Fugenmaterial wurde bereits im November 2024 ausgetauscht“, erklärt Holzgartner nun kurz vor dem Aufdrehen der Anlagen. Die im Zuge der Gewährleistung ausstehende Sanierung der Risse soll ihren Angaben zufolge noch im März – das heißt vor dem Einschalten der Brunnen – umgesetzt werden. Somit stehe einem normalen Betrieb nichts im Weg.
Seit Jahren fristen auch die beiden Beckenruinen in der Fürst-Anselm-Allee ein trauriges Dasein: Das fröhliche Türkis in den Becken platzt ab, darin hat sich das Laub aus dem vergangenem Herbst angesammelt. Die Sanierung wurde im Umweltausschuss beschlossen. Die damals geschätzten Kosten beliefen sich laut Holzgartner auf 475 000 Euro. Mit einer Anpassung der Kosten sei aufgrund weiterer Ausstattungsmerkmale wie Trinkwasserbrunnen, einer Tanzfläche für Tango-Tänzer sowie erweiterter archäologischer Grabungen zu rechnen. Die Maßnahme solle aber noch 2025 vollständig umgesetzt werden.
Weitere Brunnen seien nicht kaputt. Neben dem neuen Trinkwasserspender in der Fürst-Anselm-Allee sorgen in diesem Sommer auch die fünf weiteren im Stadtgebiet für Abkühlung. „Ob weitere Trinkwasserbrunnen hinzukommen, wird derzeit erörtert“, sagt Holzgartner. Zudem sei im Sommer erneut geplant, die beliebte PlayFountain am Neupfarrplatz für etwa vier Wochen aufzubauen.
Mehr Wasser, mehr Grün
Reicht das, um die Stadt mit der Laterne im DUH-Hitzeranking abzukühlen? Trinkwasserspender und Brunnen wie der im Stadtpark leisten dazu einen Beitrag, sagt Raimund Schoberer, Chef der Regensburger Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN). Kurz nach der Veröffentlichung des Hitzerankings verwies er aber auch auf die Bedeutung, die Bäume in seinen Augen für ein angenehmes und gesundes Stadtklima haben. Dabei bleibt Schoberer auch jetzt. Deswegen müsse die Stadt Grünflächen sichern, verbessern und neue anlegen. Als Beispiele nennt der Vorsitzende des BN das Pürkelgut, die Lilienthalstraße oder die Platanenallee am Unteren Wöhrd. Dafür sei es unter anderen notwendig, aktuelle Bebauungspläne zu überdenken. Einer, der ihm dabei sofort in den Sinn kommt, ist der bei den Schlammteichen.

