Warum fahren die Regensburger so wenig Bus?

Von Juliana Ried · 13. März 2025 um 09:00

Der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs an den Wegen der Regensburger sank zuletzt. Die Stadträte des Planungsausschusses debattierten am Dienstagabend über die Gründe.

Bei der Mobilität der Regensburger geht es in die richtige Richtung, das fanden alle Stadträte, die sich am Dienstag im Planungsausschuss dazu äußerten. Vier Prozent weniger Wege werden mit dem Auto zurückgelegt, fünf Prozent mehr zu Fuß und mit dem Rad. Handlungsbedarf sahen die meisten allerdings beim öffentlichen Nahverkehr: Denn der ÖPNV-Anteil ist zuletzt sogar zurückgegangen, von elf auf zehn Prozent. Die Debatte im Planungsausschuss kreiste um die Ursachen.

Während der Corona-Pandemie sank die ÖPNV-Nutzung

Tanja Flemmig, Chefin des Planungsamts, erklärte, die Bereitschaft, den ÖPNV zu nutzen, sei während Corona „erst einmal deutlich gesunken“. Aktuell gebe es „deutlich Luft nach oben“. Die Stadt arbeite an einem besseren Angebot, versicherte Planungsreferent Florian Plajer. Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) sagte: Der ÖPNV sei „einfach zu teuer“. Ein Einzelticket koste im Bus 3,60 Euro, damit zahle eine dreiköpfige Familie für eine Hin- und Rückfahrt mehr als 20 Euro. Seine Kollegen und auch die Oberbürgermeisterin widersprachen ihm vehement. Ein Tagesticket für fünf Personen sei für 9,50 Euro zu haben, sagte Brücke-Fraktionschef Thomas Thurow, eines für zwei Personen für sieben Euro. Dabei seien Kinder unter 15 frei, warf Grünen-Fraktionschefin Maria Simon ein.

OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erläuterte, für den stagnierenden ÖPNV-Anteil gebe es verschiedene Ursachen – der Preis sei aber nicht ausschlaggebend. „Alle Fahrgastbefragungen haben uns gezeigt: Der Preis spielt die geringste Rolle.“

Wichtiger seien Fahrtzeit und Verfügbarkeit, auch das Home-Office spiele eine Rolle. Zum Teil stoße das Stadtwerk mit seinen Bussen an Auslastungsgrenzen. Zu Stoßzeiten gelte: „Die Busse sind ja eigentlich voll.“ Das liege auch daran, dass die Stadt in den fünf Jahren seit der vorangegangenen Mobilitätserhebung ungefähr 9000 Einwohner dazubekommen habe. Deshalb hätten die Fahrgastzahlen mit Sicherheit zugenommen – jedoch nicht so stark wie die mit dem ÖPNV zurückgelegten Wege. Die OB sagte: „Wenn ich da investiere, dann lieber ins Angebot als in den Ticketpreis.“

Bei den Arbeitswegen ist noch Luft nach oben

Das hält auch SPD-Stadtrat Klaus Rappert für nötig. Wenn der Planungsausschuss wieder bis nach 20 Uhr tage, habe er Schwierigkeiten, zügig nach Hause in den Stadtnorden zu kommen.

Sowohl Thurow als auch Josef Zimmermann (CSU) sehen beim Arbeitsweg noch Potenzial bei der ÖPNV-Nutzung. Thurow schlug vor, „dass man einfach mal mit den Arbeitgebern in Kontakt tritt“, um zu erfragen, wo ihre Mitarbeiter eine Verbesserung im ÖPNV bräuchten. Zimmermann forderte eine Informationsoffensive. „Vielen Unternehmern ist nicht klar, dass das Jobticket steuerfrei ist.“