Mega-Unfall schlägt sich in Regensburger Verkehrsstatistik nieder – Zahl der Toten sinkt

Es sind trockene Zahlen – doch hinter jeder Ziffer steht ein Schicksal: Die Regensburger Polizei hat am Mittwoch die Unfallstatistik für 2024 veröffentlicht. Eine Ziffer ist besonders stark gesunken.
Nach einem Horror-Jahr 2023 mit sechs Verkehrstoten haben im vergangenen Jahr drei Menschen ihr Leben auf den Straßen der Domstadt verloren. Das geht aus der Pressemitteilung der Polizei hervor. Den Tod eines 35-jährigen Radfahrers im Stadtosten nahm die Polizei unlängst zum Anlass, um in einer Aktion auf die Sichtbarkeit von Radlern aufmerksam zu machen. Der Mann war dunkel gekleidet und ohne Licht unterwegs, weshalb ihn ein Lastwagenfahrer zu spät sah und überrollte.
Unfälle in Regensburg: Fokus auf Radfahrer
Dieser Unfall steht exemplarisch dafür, dass Radfahrer im Verkehr nach wie vor besonders gefährdet sind. Rund 42 Prozent aller Verletzten waren mit dem Rad unterwegs. Insgesamt gab es 884 Verletzte – was in etwa der Zahl vom vorangegangenen Jahr entspricht. Hauptursache für Radunfälle sind Fehler beim Abbiegen oder Wenden (104). Diese Zahl ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gesunken – ohne dass die Polizei eine Erklärung dafür gefunden hat. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Fälle, in denen Radler von allein stürzten.
In diese Statistik fließen auch Elektro-Räder, von der Polizei als Pedelecs bezeichnet, ein. Über Jahre sind die Unfallzahlen in diesem Bereich förmlich explodiert – dieser Trend konnte allerdings laut Polizei vorerst gestoppt werden. Die Zahl der Unfälle (109) befindet sich ungefähr auf der Höhe des Vorjahres (112). Die Beamten stießen im vergangenen Jahr mehrere Aktionen an, um auf die Gefahren im Radverkehr aufmerksam zu machen – darunter auch mehrere größere Kontrollen.
Die Polizei hält in ihrer Statistik allerdings auch fest, dass die Radfahrer die meisten Unfälle verursachen (292). Das entspricht in etwa 70 Prozent. Mit weitem Abstand folgen Autofahrer: Sie waren im vergangenen Jahr an 139 Unfällen schuld.
Busunfall in Regensburg schlägt sich in Statistik nieder
Besonders auffällig ist indes die deutlich gestiegene Zahl von verletzten Businsassen im zurückliegenden Jahr. 2023 waren es 23 – 2024 wurden 67 verzeichnet. Der Grund dafür: ein schwerer Bus-Unfall beim Donaueinkaufszentrum Anfang Oktober. Dabei fuhr ein Bus in einen anderen, der gerade an der Haltestelle wartete. Dabei wurden über 50 Menschen verletzt – sechs davon schwer. Die Ermittlungen zu diesem Unfall laufen nach wie vor.
Ein relativ neues Phänomen sind Unfälle mit E-Scootern. Seit rund fünf Jahren ist die Zahl der Roller mit Elektro-Antrieb kontinuierlich angestiegen – und damit auch die Zahl der Unfälle. 2020 gab es noch vier – im vergangenen Jahr 48. Das ist allerdings ein leichter Rückgang. Interessant: Ein Unfall führt auf einem E-Roller fast immer zu einer Verletzung. Da keine Helmpflicht bestehe, gebe es ein hohes Risiko für schwerwiegende Verletzungen. Inzwischen seien nicht mehr nur junge Menschen auf den Rollern unterwegs, schreibt die Polizei. Die meisten Unfälle verursachen demnach Fahrer zwischen 35 und 44 Jahren. Immer wieder komme es durch falsch geparkte Roller zu Behinderungen im Straßenverkehr – Unfälle gab es dadurch allerdings nicht.
Immer wieder erwischt die Polizei E-Roller-Fahrer, die betrunken unterwegs sind. Insgesamt ist die Zahl der Alkohol-Unfälle allerdings zurückgegangen. Dafür gab es aber zwei Drogen-Unfälle. Besonders häufig sind berauschte Verkehrsteilnehmer am Wochenende und rund um den Bahnhof unterwegs.
Verkehr in Regensburg: Sicherheit steigt stetig
In einem Fazit stellt die Polizei fest, dass die Unfallzahlen, die nach der Corona-Pandemie nach oben geschnellt waren, an Schwung verloren haben. Die Zahl der Schwerverletzen sei um zwölf Prozent gesunken. Das größte Potenzial, um Verkehr in Regensburg noch sicherer zu machen, sehen die Beamten im „kleinen Individualverkehr“, also bei Radfahrern, E-Rollerfahrern oder auch Fußgängern. Generell verbessere sich die Sicherheit in Bayern und Regensburg allerdings kontinuierlich, stellen die Beamten fest.