Nach einem Jahr zieht der neue Club-Präsident ein positives Fazit

Vor einem Jahr hat Gunnar Rachner den kriselnden Golfclub Furth im Wald mit einer klaren Botschaft übernommen. Er wollte die Finanzen in Ordnung bringen und das Wir-Gefühl stärken. Ob das gelungen ist, darauf gibt er im Pressegespräch Antwort.
Entspannt lehnt sich der Club-Präsident in seinem Stuhl im Nebenzimmer des V.I.P. zurück und nippt an seiner Apfelschorle. „Vor einem Jahr standen wir vor dem Abgrund, jetzt sind wir einen Schritt weiter“, sagt er und lacht.
Wieder mehr Mitglieder
Den Witz kann er sich erlauben, weil es nicht so ist. Das zeige schon die Beteiligung an der jüngst abgehaltenen Jahreshauptversammlung. „92 Mitglieder waren da, die Stimmung war hervorragend“, erinnert er sich und ergänzt: „Eine sehr gute Quote.“
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199 Mitglieder hat der Verein und noch einmal 500 sogenannte Fernmitglieder, die mindestens 100 Kilometer weit weg wohnen. War die Mitgliederzahl bis vor einem Jahr noch rückläufig, so steigt sie inzwischen wieder. Der Prozess soll weiter angeschoben werden. Der Verein braucht für den finanziellen Unterbau Neumitglieder, vor allem junge. Auch wenn diese ein Jahr lang beitragsfrei seien, sieht er sie als Investition in die Zukunft. „Wir brauchen viele potente Mitglieder, auch ältere, die nicht mehr aktiv spielen und uns trotzdem treu bleiben.“
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Für den Bereich Finanzen sieht Rachner also grundsätzlich noch viel Potenzial, aber auch große Fortschritte: Ein örtlicher Bauunternehmer zum Beispiel habe den Verein nach den Unwetterschäden im vergangenen Jahr mit Arbeit im Wert von rund 30 000 Euro unterstützt. Auch der im Mai 2024 an den Start gegangene Förderverein hat bereits Erfolge zu verzeichnen und 36 000 Euro eingesammelt. Mit dem Geld wird eine Schnupperanlage auf der Landesgartenschau und die Renovierung des Clubheims finanziert. Seine Arbeit scheint auch auf menschlicher Ebene Früchte zu tragen, wenn der Clubpräsident sagt: „Das Interesse am Verein ist um 100 Prozent gestiegen.“ Wie hat er das neben dem Ordnen der finanziellen Angelegenheiten erreicht? „Unter anderem, indem man mit den verschiedenen Gruppen spricht.“ Es gehe darum, Männer, Frauen, Senioren und Jugend ins Gespräch zu bringen und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Weiteres Mittel zur Verbesserung ist die Teilhabe in der Stadt. So werden Gastro-Cups angeboten. „Wenn die Gastronomen Ruhetag haben, dann veranstalten sie bei uns Turniere. Früher waren da vielleicht 15 Teilnehmer dabei, heute sind es 50. Dafür gehen die Clubmitglieder dann in großen Gruppen zum Essen. Es ist ein Geben und Nehmen.“
Die Jugend wird ebenfalls vermehrt angesprochen. Beim Schulgolf, das mit dem Fraunhofer Gymnasium in Cham ins Leben gerufen wurde, ist das Interesse groß. 17 Schüler von 16 bis 18 Jahre sind dabei. Jetzt haben drei weitere Schulen ihr Interesse angemeldet. Verstärkt nehmen auch Firmen an Schnuppergolftagen teil. Der Bereich Turniere, der kontinuierlich ausgebaut wird, ist das eine, die Regelung der Finanzen das andere.
Was Rachner allerdings am meisten freut, ist der neu gewonnene Zusammenhalt im Verein. „Alle wollen, dass es weitergeht.“
Keinen Pächter gefunden
Der Trainer, der sich mit den Stunden, die er gibt, jetzt komplett selbst finanziert und nicht mehr vom Verein bezahlt werden muss, das Fremdeln mit der Stadt, das nun bereinigt ist oder das Zuschütten einiger Sandbunker, die die Arbeit des platzpflegenden Unternehmens erleichtern und so zu Kosteneinsparungen geführt haben – vieles wurde inzwischen angepackt. Sorgenkind war bisher die Gastronomie im Clubhaus. Einen Pächter hat man nicht gefunden. „Es ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar“, so Rachner. Inzwischen ist man ganz froh darüber. Die Mannschaften organisieren vieles selbst, und bei Turnieren kommen Caterer zum Einsatz.
Ziel für dieses Jahr ist es, am Ende kein Minus auf dem laufenden Bankkonto zu haben. Dafür hat Rachner bei der Jahreshauptversammlung angekündigt, eine geringe Umlage von den Mitgliedern einzufordern. Statt Protesten, die er erwartet hatte, hoben 84 anwesende Mitglieder sofort den Arm und deuteten an, dabei zu sein. Es scheint wieder etwas zusammenzuwachsen beim Golfclub Furth im Wald.

