In Roding sollen weitere Gruppen entstehen: Bedarf an Krippenplätzen wächst weiter

Roding wächst – und damit auch die Zahl an Kindern, die in Kindergärten und Krippengruppen betreut werden müssen. Kämmerer Josef Zwicknagl gab in der jüngsten Stadtratssitzung einen Überblick, was die Stadt geplant hat.
Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz verpflichtet die Kommunen, mit Beteiligung der freien Träger auf ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in Kindertageseinrichtungen und in der Kinderpflege hinzuwirken. Dies geschehe in Form der Bedarfsplanung, die laufend aktualisiert werde, erläuterte Zwicknagl, da vor allem die Entwicklung im Krippenbereich sehr dynamisch sei.
Seit 1. August 2013 gelte für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Im Regelfall wird für einen Betreuungsplatz ein täglicher Betreuungsumfang von vier bis fünf Stunden angenommen, so der Kämmerer.
Personalschlüssel werden eingehalten
Er wies darauf hin, dass sich die Bedarfsplanung der Stadt auf die quantitative Entwicklung beschränke. Die in der Trägerschaft von Kirchen, Johanniter oder BRK befindlichen Kindertagesstätten seien mit gutem, qualifiziertem Personal ausgestattet. Der Personalschlüssen sei neben dem Qualifikationsniveau des pädagogisch tätigen Personals ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Qualität der Erziehung sowie der Bildung und Betreuung. Dieser Schlüssel werde in allen Einrichtungen erfüllt, informierte Zwicknagl. Auch Fortbildungen, Leitbilder und Betreuungsformen entsprächen in allen Einrichtungen den heutigen Anforderungen. Inwiefern sich ein absehbarer Personalmangel allerdings auf die Betriebsbereitschaft auswirken werde, lasse sich derzeit nicht abschätzen, schränkte der Kämmerer ein.
Teilweise Wartelisten
Derzeit sind die Einrichtungen im Rodinger Stadtgebiet sowie die anteiligen Plätze in auswärtigen Einrichtungen (Pösing und Michelsneukirchen) fast vollbeständig belegt, informierte Zwicknagl. Die Anmeldephase für das Kindergartenjahr 2025/26 laufe derzeit. Insgesamt bestehen ab September 426 Plätze für Kindergartenkinder sowie 79 für Krippenkinder (inklusive des Kinderhauses in Wetterfeld, das zurzeit gebaut wird). Im Bereich Kindergarten konnten bisher im Regelfall alle Kinder untergebracht werden, während es bei den Krippen teilweise Wartelisten gab.
Auch die Anmeldezahlen für das neue Kindergartenjahr zeigten, dass in diesem Bereich deutlicher Bedarf bestehe, so der Kämmerer. Insbesondere werde eine Doppelbelegung von Plätzen immer schwieriger zu realisieren sein, da die Tendenz bei den Buchungsstunden nach oben gehe und immer öfter ein Mittagessen gewünscht werde. Es sei daher aus Sicht der Verwaltung dringend geboten, drei neue Krippengruppen zu schaffen. In Anbetracht der Schwankungen seien zudem bei neuen Einrichtungen von Anfang an Erweiterungsmöglichkeiten einzuplanen, wie etwa beim Kinderhaus in Wetterfeld schon geschehen.
Die Kindergärten seien grundsätzlich vollständig belegt, eine Ausnahme stelle nur Trasching aufgrund der exponierten Lage dar, informierte der Kämmerer. Aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsentwicklung der Stadt sollte aus Sicht der Verwaltung im Kindergartenbereich eine Aufstockung um mindestens eine Gruppe erfolgen.
Aus dem Bedarfsplan geht hervor, dass in Roding im Zuge des Neubaus einer Grundschule auch ein Kinderhaus errichtet werden soll, das dann über zwei Krippengruppen verfügen werde. Nachdem auch im Kindergartenbereich ein kleiner Bedarf bestehe und zudem das Jugendamt immer eine Kindergartengruppe an einem Krippenstandort befürworte, sollte die Einrichtung auch über eine Kindergartengruppe verfügen, so der Kämmerer. Gegebenenfalls sei die Umsetzung einer gemischten Gruppe möglich.
Erweiterung in Neubäu
Außerdem sehen die Planungen, die von den Stadträten einstimmig genehmigt wurden, die Erweiterung der Kindertagesstätte in Neubäu am See um eine Krippengruppe vor, um den Bedarf künftig decken zu können.
Tagespflege und Angebote für Schulkinder
Tagespflege: In diesem Bereich gibt es die Großtagespflegestelle „Wilde 13“ der Bundeswehr, die mittlerweile als offizielle Kindertagesstätte bis zu 15 Kinder betreuen darf, erläuterte Josef Zwicknagl. Da dort aber vorwiegend Kinder von Bundeswehr-Angehörigen betreut würden, habe die Einrichtung keine Auswirkungen auf die Bedarfsplanung der Stadt. Einzelne Tagesmütter gibt es im Stadtbereich laut Auskunft des Chamer Landratsamtes nicht mehr, der Bedarf in diesem Bereich sei aber ausreichend gedeckt.
Angebote für Schulkinder: Für die Betreuung von Schulkindern gibt es diverse Angebote an den Schulen in Roding und Mitterdorf. Bereits seit längerem besteht an beiden Schulen eine offene Ganztagsbetreuung mit Mittagsverpflegung, die vom Johanniter-Unfallhilfe-Verein betrieben wird. In Roding sind zudem momentan sechs gebundene Ganztagsklassen eingerichtet.
Planungen für neue Grundschule: Die Betreuungssituation an der Grundschule Roding ist laut Zwicknagl aufgrund des kürzlich eingeführten und sukzessive greifenden Anspruchs auf Ganztagsbetreuung im Rahmen der Planungen zum geplanten Neubau genauer zu beurteilen. Zusätzliche Betreuungskapazitäten seien in das Raumprogramm aufzunehmen. Angedacht sei dort unter anderem ein gebundener Ganztagszug.
Situation in Mitterdorf: Die Betreuungssituation der Grundschule Mitterdorf sei ebenfalls sehr beengt. Dort fänden Gespräche zur Verlagerung der Förderschule sowie der Schulvorbereitenden Einrichtung statt, wodurch die freiwerdenden Räume für die Ganztagsbetreuung genutzt werden könnten.