Radikaler Wechsel bei den Planungen für Irnsing – Tagespflege kommt nicht

Von Jochen Dannenberg · 9. März 2025 um 19:00

Der Kindergarten in Irnsing muss ohne Tagespflege gebaut werden. Das teilte die Stadt jetzt mit. Der Stadtrat soll bereits an diesem Montag die Weichen für Irnsing neu stellen.

„Es hätte eines der weg- und zukunftsweisendsten Generationenprojekte in und um Neustadt werden können: Im Jahr 2023 war die Stadt Neustadt an der Donau an den Pflegedienst ProLebensfreude herangetreten, um den von ihr geplanten Kindergarten in Irnsing mit einer Tagespflege für Senioren im ersten Obergeschoss zu verbinden“, teilt die städtische Pressesprecherin Monika Hummel in einer Pressemitteilung mit. Seither sei „in enger und guter Zusammenarbeit“ mit ProLebensfreude der generationenverbindende Gedanken weiterentwickelt worden.

Doch genau dieser Ansatz hat sich für das gemeinsame Projekt nun als Problem erwiesen. Denn während die Förderzusage für den Kindergarten schnell vorlag, wurden die Förderanträge zur Tagespflege von ProLebensfreude jetzt abgelehnt, wodurch das Projekt in der ursprünglich angedachten Form gegenwärtig nicht realisiert werden könne, wie die Pressesprecherin weiter mitteilt.

„Aktuell werden hauptsächlich Tagespflegeeinrichtungen mit Fokus auf Demenzerkrankungen gefördert. Die bauliche Ausrichtung und die offene Zusammenführung der Generationen stand dem im Weg“, erklären Daniel Neubaur und Christoph Spreitzhofer, Geschäftsführer von ProLebensfreude. Sie sagen: „Schweren Herzens müssen wir uns daher ohne die Förderung von diesem speziellen Projekt verabschieden.“

„Mit aller Kraft“

Dadurch muss die Stadt Neustadt an der Donau den Bau des geplanten Kindergartens in Irnsing nun wahrscheinlich ohne die ursprünglich vorgesehene Tagespflege für Senioren umsetzen. Erster Bürgermeister Thomas Memmel und Stadtrat Alfred Bogner bedauern diesen Schritt: „Dieses Generationenprojekt umzusetzen, war uns sehr wichtig. Dass wir nun einen anderen Weg gehen müssen, ist nicht leicht zu akzeptieren. Gleichzeitig stellt sich die Situation nun so eindeutig dar, dass wir den Bau des Kindergartens in Irnsing mit aller Kraft vorantreiben können und werden, denn die Kindergartenplätze werden in den nördlichen Ortsteilen gebraucht.“

Und so soll der Stadtrat bereits in seiner Sitzung am Montag entscheiden, ob der Kindergarten auch eigenständig als eingeschossiges Gebäude errichtet werden kann. Diese Entscheidung würde sicherstellen, dass der dringend benötigte Kindergartenbau nicht weiter verzögert wird. Denn nachdem der Stadtrat das mehrgeschossige Bauvorhaben im vergangenen Jahr beschlossen hatte, ist nun eine Änderung des Beschlusses aus dem vorigen Jahr notwendig. Dafür ist lediglich eine Anpassung der Planung notwendig, da das obere Stockwerk, das für die Tagespflege vorgesehen war, wegfällt und der Kindergarten als eingeschossiger Bau realisiert werden könnte.

Der neue Zeitplan für das Projekt wird in der Sitzung am Montag vorgestellt. Vorerst sieht es so aus: Nach einem positiven Beschluss des Stadtrats würden die Vergaben zügig vorbereitet, so dass noch im Herbst der Baubeginn erfolgen könnte.

Der geplante Kindergarten soll Platz für zwei Kindergartengruppen und eine Kinderkrippe bieten. Das Gebäude wird barrierefrei errichtet, mit einem großzügigen Außenbereich für die Kinder und einem Spielplatz auf der Südseite des Grundstücks.

Lob von Geschäftsführern

Unterdessen wollen Spreitzhofer und Neubauer das Projekt auch ohne Verwirklichung der Tagespflege weiter unterstützen. „Wir wissen, dass der Bau des Kindergartens für Irnsing sehr wichtig ist und haben zugesagt, dass alle bereits gemeinsam erarbeiteten Kenntnisse durch die Stadt genutzt werden können“, so die beiden Geschäftsführer. „Wir sind der Stadt sehr dankbar für die Unterstützung in den letzten Monaten während des Antragsverfahrens und haben gemerkt, wie sehr Bürgermeister und Mitarbeiter für dieses Projekt gekämpft haben.“

Und so blicken die beiden dennoch optimistisch nach vorne. „Uns liegt viel daran, die alternde Generation zu begleiten und die Verbundenheit, die wir zu ‘unserer‘ Stadt haben weiterzugeben. Wir werden weiterhin im regelmäßigen Austausch mit der Stadt bleiben und versuchen, Sicherheit in allen Lebenslagen zu schenken.“